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Hydrographische Beiträge für die Marshall-Inseln.
Zwischen dem Nordende der Insel Majuro und der östlich neben der
Einfahrt gelegenen Insel Calalin — nach Aussage des Lotsen ist dies der
richtige Name —, auf der Karte Carolin, liegen zwei Inselgruppen, von denen
die nördlichere (Enygain der Karte) aus zwei grofsen und etwa drei kleinen,
die südlichere aus zwei Inseln besteht, und zwei einzelne Inseln, deren östliche
die Eroj genannte ist,
Die auf Tafel 2 niedergelegte Skizze zeigt die ungefähren Positionen
und Gröfsenverhältnisse derselben, wie sie sich dem innerhalb, dann aufserhalb
passirenden Schiffe darstellten; Zahl und Gröfsenverhältnisse der zwischen
Calalin und Arniel gelegenen Inseln wurden bei der Einfahrt in die Lagune
und während der Fahrt innerhalb derselben aufgenommen.
Die für die Skizze angenommene Breite stammt von einer gemessenen
Mittagshöhe, die Länge ist der Skizze S. M. Kr. „Habicht“ (Annalen 1882,
Heft IIT, Tafel 8) entlehnt. Aufser den fünf in dem Osttheile der Lagune und
den bei der Einfahrt belegenen (letztere, wie die Einfahrt selbst, dargestellt,
wie sie sich vom Vortopp aus markirten) sind keine Untiefen eingetragen;
östlich von der Einfahrt sind jene ‚die einzigen, welche für die Schiffahrt in
Betracht kommen, westlich derselben war an eine Aufnahme derselben, von
denen zeitweise acht gleichzeitig von der Brücke aus gesehen wurden, nicht zu
denken, es hatte jedoch den Anschein, als ob, allerdings im Widerspruch zu
den Angaben des Lotsen, näher an der Insel Majuro das Fahrwasser etwas
klarer wäre, als von der Mitte der Lagune aus nach Norden.
Bis eingehendere Vermessungen vorliegen, genügen für die Fahrt inner-
halb der Laguue nach Osten die Weisungen des „Espilgle“ (Annalen 1885,
Seite 210), für die nach Westen ist ein guter Ausguck im Vortopp und günstige
Beleuchtung unbedingt erforderlich, da nur nach dem Auge gesteuert werden
kann; im Allgemeinen hält man sich, vom östlichen Theile der Lagune kommend,
in der Mitte derselben und versucht nach dem Passiren der Einfahrt auf das
Nordende von Majuro zu halten.
3. Mulgrave- (Mille-) Atoll.')
Die Britische Admiralitäts-Karte 984 von Port Rhin (XI: 410) wurde im
Ganzen, auch in Bezug auf die Längenangabe, als richtig befunden. Die in der
Mitte der Einfahrt liegende Korallenuntiefe markirte sich nicht gut, wogegen
das Riff von Tokowa und das östlich der Südspitze desselben gelegene von
Weitem zu sehen war. Der eingezeichnete Ankerplatz unter der Insel Bar
(Burrh) ist nicht zu empfehlen, weil hier stärkere Strömung läuft. Der
„Albatrofs“ lief längs dem Riffe von Tokowa mit SO%/4S-Kurs p. K, und ankerte
südlich von demselben in 28 m Wasser. Die inneren Huks peilten von Bar
N3° 0, von Tokowa N 17° W. Auf dem geraden Wego von hier nach der
Insel Mille wurden Untiefen nicht passirt.
4. Arhno-Atoll.®)
Es wurden mehrfach Abweichungen von der Karte XI: 411a (Br. K. 988)
gefunden. Westlich der NO-Spitze schliefst das Riff eine zweite Lagune ein;
von hier bis zur östlichen Passage wurden statt fünf Inseln deren elf gezählt.
Die Ausdehnung der Lagune in nord-südlicher Richtung ist in der Karte, wie
dies bereits mehrfach von S. M. Schiffen berichtet ist, zu grofs angegeben. Die
Inseln des Südriffes mischen sich von Weitem gesehen unter die des Nordriffes,
was man nach der Entfernung auf der Karte nicht vermuthet und was deshalb
irritirt. Gut markirt sich High Island. Der „Albatrofs“ benutzte die schon
von S. M. Kr. „Nautilus“ passirte (Annalen 1886 S. 151), westlich von High
Island gelegene, auf der Karte als Bootspassage bezeichnete Einfahrt, und bei
1y
Nach dem Berichte S. M. Kr. „Albatrof/s“,
Siehe auch Annalen 1881 S. 5832, 1882 S, 151, 1885 S. 210, 1886 8. 151
Findlay’s „North Pacific“, 1886, S. 952. ©
„Pacific Islands“, Vol. II, 1885, S. 78.
Nach dem Berichte S. M. Kr. „Albatrofs“.
Siehe auch Annalen 1881 S. 532, 1882 S.
Findlay’s „North Pacific“, 1886, S. 955.
„Pacific Islands“, Vol. II, 1885, S. 79.
Z)
151, 1884 S. 375, 1885 8. 210, 1886 S. 151.