>
Soerabaya und seine merkantilen Verhältnisse,
Die Kohlenfirmen besitzen jedoch keine eigenen Leichterfahrzeuge oder
Kohlen Jose in Fahrzeugen lagernd, vielmehr konnte erst am Montag Morgen
mit dem Einladen der Kohlen begonnen. werden, so dafs das requirirte Quantum
von 73 Tonnen sich erst am Nachmittage des folgenden Tages in den Leichtern
befand, welche Fahrzeuge nunmehr Hochwasser abzuwarten hatten, um aus dem
Kali-mas nach der Rhede auslaufen zu können. Erst gegen 5" Nachmittags
wurde mit der Uebernahme der Kohlen begonnen, .und dauerte dieselbe bis
2h Nachts,
Das Verstauen der Kohlen wird nicht durch Bedienstete der Kohlen-
firmen selbst, sondern durch einen besonderen Stauer mit seinen Arbeitsleuten
besorgt.
Da die Kohlenkaufleute und Händler, wie bereits hervorgehoben, eigene
Leichterfahrzeuge nicht besitzen, auch das Verstauen durch Privatunternehmer
besorgen lassen, mufs es vermieden werden, gröfsere Quantitäten, als unbedingt
an Bord untergebracht werden können, in Bestellung zu geben, weil sonst leicht
die Schiffskommandos in die Lage kommen können, die Rückbeförderungskosten
und Abladekosten für das nicht übernommene Quantum Kohlen entrichten zu
müssen.
Die von der Firma Fraser, Eaton & Co. gelieferten Kohlen waren
frisch und gut.
Sofern Kohlen bei Privathändlern nicht vorräthig sind, aber nur in
diesem Falle, giebt die Regierung auf bezügliche Requisition aus ihren Be-
ständen Kohlen an Kriegsschiffe fremder Nationen zum Selbstkostenpreise ab.
Für die Ueberführung an Bord haben die resp. Schiffskommandos jedoch selbst
Sorge zu tragen.
Trinkwasser wird am zweckmäfsigsten durch Vermittelung des Schiffs-
lieferanten zu beziehen sein, das derselbe zu den landesüblichen Preisen an
Bord besorgt.
Käuflich am Platze ist sowohl Quellwasser wie destillirtes Wasser —
aus dem Kali-mas gewonnen —, welches letztere jedoch seiner alkalischen Be-
standtheile wegen für den Europäer nicht geeignet ist.
Das Quellwasser wird von Pasoeroean in grofsen eisernen Tanks zweimal
täglich per Eisenbahn nach der Stadt gebracht. Dasselbe ist schönes, klares,
wohlschmeckendes Trinkwasser, das auch von sämmtlichen Schiffen der Hollän-
dischen Marine gebraucht wird.
Der Preis für destillirtes Wasser beträgt für 6001 1 Gulden,
„ Quellwasser % „ 6001 117%
Die Lotsen am Orte sind Regierungslotsen, und können dieselben in
den meisten Fällen von den Schiffen bei der Ost- und Westeinfahrt der Madura-
Straße von den dort zu Anker liegenden Lotsenfahrzeugen requirirt werden.
Die Lotsengebühren sind durch ein Tarif festgesetzt.
Sofern ein Schiff ohne Lotsen einem Schiffe folgt, das einen solchen an
Bord hat, zahlt es das halbe Lotsengeld, ebenso wenn ein Schiff aufserhalb
keinen Lotsen erhalten konnte, demselben jedoch innerhalb der Aufsentonne am
Eingange zum Seegat sich ein Lotse angeboten hat.
Die Bezahlung der Lotsengelder erfolgt nicht an die Lotsen selbst, sondern
an das Hafenmeisteramt zu Soerabaya.
Bankhäuser am Platze sind die Javasche Bank, die Agentur der Ned.
Handelmaatschappy, die Nederl. Indische Handelsbank, die Chart‘ Bank of
India, Australia and China und die Hongkong-Shanghai Banking Corporation.
Wechsel auf die Kaiserliche Admiralität sowie auf Bankfirmen in Berlin,
Hamburg oder Bremen können nur in wenig Fällen und mit Kursverlust unter-
gebracht werden.
Im Uebrigen unterliegen die Wechselkurse auf England und Holland das
ganze Jahr über verhältnifsmäfsig nur geringen Schwankungen,
Die Wechsel werden gewöhnlich direkt verhandelt, und ist die Ver-
mittelung von Wechselmaklern überflüssig, da die Zahl der Banken, welche sich
mit dem Wechselankauf beschäftigen, höchst gering ist. Auch werden sich die
Schiffslieferanten, wie die eingezogenen Erkundigungen ergeben haben, fast
immer bereit finden, die auf London lautenden Wechsel S. M. Schiffe zum
gleichen Kurse wie die Banken in Zahlung zu nehmen.