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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 15 (1887)

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Soerabaya und seine merkantilen Verhältnisse, 
Die Kohlenfirmen besitzen jedoch keine eigenen Leichterfahrzeuge oder 
Kohlen Jose in Fahrzeugen lagernd, vielmehr konnte erst am Montag Morgen 
mit dem Einladen der Kohlen begonnen. werden, so dafs das requirirte Quantum 
von 73 Tonnen sich erst am Nachmittage des folgenden Tages in den Leichtern 
befand, welche Fahrzeuge nunmehr Hochwasser abzuwarten hatten, um aus dem 
Kali-mas nach der Rhede auslaufen zu können. Erst gegen 5" Nachmittags 
wurde mit der Uebernahme der Kohlen begonnen, .und dauerte dieselbe bis 
2h Nachts, 
Das Verstauen der Kohlen wird nicht durch Bedienstete der Kohlen- 
firmen selbst, sondern durch einen besonderen Stauer mit seinen Arbeitsleuten 
besorgt. 
Da die Kohlenkaufleute und Händler, wie bereits hervorgehoben, eigene 
Leichterfahrzeuge nicht besitzen, auch das Verstauen durch Privatunternehmer 
besorgen lassen, mufs es vermieden werden, gröfsere Quantitäten, als unbedingt 
an Bord untergebracht werden können, in Bestellung zu geben, weil sonst leicht 
die Schiffskommandos in die Lage kommen können, die Rückbeförderungskosten 
und Abladekosten für das nicht übernommene Quantum Kohlen entrichten zu 
müssen. 
Die von der Firma Fraser, Eaton & Co. gelieferten Kohlen waren 
frisch und gut. 
Sofern Kohlen bei Privathändlern nicht vorräthig sind, aber nur in 
diesem Falle, giebt die Regierung auf bezügliche Requisition aus ihren Be- 
ständen Kohlen an Kriegsschiffe fremder Nationen zum Selbstkostenpreise ab. 
Für die Ueberführung an Bord haben die resp. Schiffskommandos jedoch selbst 
Sorge zu tragen. 
Trinkwasser wird am zweckmäfsigsten durch Vermittelung des Schiffs- 
lieferanten zu beziehen sein, das derselbe zu den landesüblichen Preisen an 
Bord besorgt. 
Käuflich am Platze ist sowohl Quellwasser wie destillirtes Wasser — 
aus dem Kali-mas gewonnen —, welches letztere jedoch seiner alkalischen Be- 
standtheile wegen für den Europäer nicht geeignet ist. 
Das Quellwasser wird von Pasoeroean in grofsen eisernen Tanks zweimal 
täglich per Eisenbahn nach der Stadt gebracht. Dasselbe ist schönes, klares, 
wohlschmeckendes Trinkwasser, das auch von sämmtlichen Schiffen der Hollän- 
dischen Marine gebraucht wird. 
Der Preis für destillirtes Wasser beträgt für 6001 1 Gulden, 
„ Quellwasser % „ 6001 117% 
Die Lotsen am Orte sind Regierungslotsen, und können dieselben in 
den meisten Fällen von den Schiffen bei der Ost- und Westeinfahrt der Madura- 
Straße von den dort zu Anker liegenden Lotsenfahrzeugen requirirt werden. 
Die Lotsengebühren sind durch ein Tarif festgesetzt. 
Sofern ein Schiff ohne Lotsen einem Schiffe folgt, das einen solchen an 
Bord hat, zahlt es das halbe Lotsengeld, ebenso wenn ein Schiff aufserhalb 
keinen Lotsen erhalten konnte, demselben jedoch innerhalb der Aufsentonne am 
Eingange zum Seegat sich ein Lotse angeboten hat. 
Die Bezahlung der Lotsengelder erfolgt nicht an die Lotsen selbst, sondern 
an das Hafenmeisteramt zu Soerabaya. 
Bankhäuser am Platze sind die Javasche Bank, die Agentur der Ned. 
Handelmaatschappy, die Nederl. Indische Handelsbank, die Chart‘ Bank of 
India, Australia and China und die Hongkong-Shanghai Banking Corporation. 
Wechsel auf die Kaiserliche Admiralität sowie auf Bankfirmen in Berlin, 
Hamburg oder Bremen können nur in wenig Fällen und mit Kursverlust unter- 
gebracht werden. 
Im Uebrigen unterliegen die Wechselkurse auf England und Holland das 
ganze Jahr über verhältnifsmäfsig nur geringen Schwankungen, 
Die Wechsel werden gewöhnlich direkt verhandelt, und ist die Ver- 
mittelung von Wechselmaklern überflüssig, da die Zahl der Banken, welche sich 
mit dem Wechselankauf beschäftigen, höchst gering ist. Auch werden sich die 
Schiffslieferanten, wie die eingezogenen Erkundigungen ergeben haben, fast 
immer bereit finden, die auf London lautenden Wechsel S. M. Schiffe zum 
gleichen Kurse wie die Banken in Zahlung zu nehmen.
	        
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