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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 15 (1887)

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Ueber Gewitter und Gewitterbeobachtungen. 
20. November 1883 in der Altmark gewonnen. Einer der Beobachter fand, 
dafs das St. Elmsfeuer bei dem in Intervallen von drei bis fünf Minuten auf- 
tretenden Wetterleuchten jedesmal schwächer wurde, ohne jedoch völlig aufzu- 
hören. Ein anderer Berichterstatter führt an, dafs das Licht jedesmal stärker 
wurde, wenn ein heftiger Windstofs kam. Ein dritter, der eine ältere Beob- 
achtung im Anschlufs an die eben angeführten erzählt, hebt hervor, daß bei 
plötzlicher Abkühlung der Luft — Beginn eines Schnoefalles — die Flämmchen 
wie mit einem Zauberschlage verschwanden. Sie zeigten sich übrigens nur auf 
den Baumspitzen nach der Westseite, und zwar in unendlicher Menge; als man 
einen Baum niederbog und schnell wieder zurückfahren liefßs, flogen einige der 
Flämmchen nach der anderen (Ost-) Seite hinüber.!) Man sieht, auf wie viele 
Einzelheiten der Beobachter zu achten hat, wenn er ein vollständiges Bild der 
Erscheinung geben will. Bei dem schon einmal erwähnten heftigen Gewitter 
in Waldeck am 4. August 1885 wurde in den kurzen Intervallen, wenn der 
Himmel sich aufklärte, St. Elmsfeuer beobachtet, auf vielen Bäumen glänzten 
auf den Blättern kleine Lichter. Jedesmal, wenn das Unwetter wieder heftiger 
wurde, verschwanden sie.?) Endlich wurde am 9. Januar 1886 während eines 
dichten Schneefalles am Jantschberge östlich von Laibach die Erscheinung beob- 
achtet; an der Spitze des Thurmes trat ein hellleuchtender lichter Feuerbüschel 
auf, der längere Zeit sichtbar blieb.®) 
Hiermit mögen diese Betrachtungen und Winke, bei denen alle theo- 
retischen Erörterungen absichtlich fortgelassen wurden, für diesmal beschlossen 
sein. Möchten sie von recht vielen aufmerksamen Beobachtern beachtet werden. 
Soerabaya und seine merkantilen Verhältnisse. 
Nach dem Berichte S. M. Kr. „Adler“, Kommandant Korv.-Kapt. von Wietersheim, 
. Soerabaya liegt am wostlichen Ufer der Madura-Strafse, ist jedoch, da 
der Mittelpunkt der Stadt sich in einer Entfernung von 1! Stunde von der 
Rhede befindet, kaum als Stadt kenntlich. Der Fluls Kediri mit seinem Neben- 
arme, dem Kalt-mas, durchzieht dieselbe, unweit dessen Ufern die Häuser und 
Hütten der Europäer und Eingeborenen errichtet sind. Der Kali-mas, der seiner 
ganzen Länge nach beinahe die Stadt durchschneidet, mündet unweit der Rhede 
in die Madura-Strafse; eine Barre, die bei Niedrigwasser besondere Vorsicht 
verlangt, schliefst das Flufsbett gegen die Strafse bis anf eine schmale Wasser- 
rinne ab. 
Zur Linken der Mündung ist eine in Stein aufgeführte Anlegebrücke, die 
durch das Zollbureau kontrolirt wird. 
Die Ufer des Kali-mas sind wohlgepflegt, fast durchgängig mit Stein- 
quais versehen, von denen bequeme Treppen zum Wasserspiegel hinabführen. 
Das Flußbett ist genügend tief und gestattet auf seinem ganzen Laufe ein Be- 
fahren mit anschnlichen Leichterfahrzeugen und kleiuen Flufsdampfern. Hunderte 
von Fahrzeugen der verschiedensten Gattungen tummeln sich Tag und Nacht 
auf dem gelben Gewässer des Kali-mas, theils durch die Strömung schnell ab- 
wärts getrieben, theils stromaufwärts langsam gegenan gezogen. 
Soerabaya ist sehr weitläufg gebaut, nur der Mittelpunkt verfügt über 
einen gröfseren Komplex an Wohngebäuden ete,, die Kommunikation, der Ge- 
schäftsverkehr ist daher ein recht beschwerlicher, zu Fufse gar nicht ausführbarer, 
4) Siehe den ausf. Artikel in „Monatsschrift f, prakt. Witterungskuude“, Bd. 2, 1883—84, 
No. 10, 5. 8 ff. 
2) „Das Wetter“, Bd. 2, 1885, S. 184. 
3) „Das Wetter“, Bd. 3, 1886, S. 37.
	        
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