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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 30 (1902)

Dampferwege zwischen Nordamerika und Westindien. 
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östliche Stromversetzung rechnen. Der Küste von Cuba darf man sich bis auf 
1 oder 1'!/a Sm Abstand nähern. Zwischen Guanos Point und Havana giebt es 
außer der Jaruco-Bank, die den gröfsten Theil dieser Küstenstrecke besäumt 
und am Tage gut kenntlich ist, keine Untiefen. Nachts mufs man sich in an- 
gemessener Entfernung von der Bank halten. 
Nachdem man auf der ersten Strecke des Weges zwischen Kap Hatteras 
und. den Bahamas den Golfstrom gekreuzt hat, giebt es keine merkliche Strömung 
mehr aufser der durch westliche Winde, besonders durch die sogenannien 
Norder, verursachten östlichen Strömung, die man durch Erfahrung möglichst 
gut schätzen mufs. Da dieses ein Weg bei gutem Wetter ist, so wird man 
kaum Schwierigkeiten finden, bevor man sich ein gutes Stück jenseits der 
Memory-Klippe befindet. Zwischen. Great Isaac und North Elbow Cay ist-die 
östliche Stromversetzung unter Umständen beträchtlich und macht eine Kurs- 
änderung nöthig, die von 1 bis zu 6° betragen kann. Das entfärbte Wasser 
verschiebt sich mit der Aenderung des Windes und man kann nicht immer die 
Kante der Bänke mit Sicherheit daran erkennen. 
Die diesen Weg gewöhnlich nehmenden Kapitäne bezeichnen ihn als den 
kürzesten, sichersten und am wenigsten von Gefahren umgebenen, wegen des 
gewöhnlichen sichtigen Wetters und der in geringen Entferuungen voneinander 
befindlichen Leuchtfeuer und Landmarken; sie halten die Fahrt längs des Florida- 
Riffes für viel gefährlicher. 
Der in der Westindienfahrt seit langer Zeit erfahrene Kapt. W.H.Jameson, 
der auf diesem Wege mehr als 20 Reisen zurückgelegt hat, sagt, dafs er niemals 
Strömung von einiger Bedeutung auf diesem Wege gefunden hat. Wenn ein 
erstklassiges Leuchtfeuer auf der Matanilla-Untiefe vorhanden wäre, so würde 
dieser Weg jederzeit der kürzeste und sicherste sein, 
Weg la. Falls etwa 100 Sm nördlich von den Bahamas die für Weg 1 
geforderten Verhältnisse nicht vorhanden sind, so mufs der Kurs östlicher 
genommen werden, um östlich von der nördlichen Bahama-Gruppe zu passiren 
und dann durch den Providence-Kanal nach der Strafse von Florida zu gelangen. 
Bei der Ansteuerung von Elbow Cay in dichtem Regenwetter, wenn man nicht 
mit Sicherheit 2 Sm voraus sehen kann, halte man sich gut östlich, weil 
Elbow Cay niedrig ist und Lothungen kaum Werth haben. Man frachte dann 
nur danach, Breite gut zu machen, und steuere Hole-in-the-Wall an, wo das 
Land hoch und gut auszumachen ist. Nach dem Passiren von Hole-in-the-Wall 
ist die Weiterreise leicht und sicher ausführbar. Durch die Leuchtfeuer von 
Hole-in-the-Wall (Abaco) und Stirrup Cay läfst sich der Schiffsort mit Leichtigkeit 
bestimmen, und man gewinnt auch einen sicheren Abfahrtsort, um Great Isaac 
anzusteuern. Auf dem Wege dahin halte man sich gut nördlich vom Ginger- 
bread-Grunde und den Gefahren, die sich in der Nähe von Great Isaac befinden. 
In der Providence-Durchfahrt giebt es keinen nennenswerth zu berücksichtigen- 
den Strom aufser bei westlichen Winden und den sogenannten Nordern, wobei 
der Strom aber durch die kurzen Entfernungen der Leuchtfeuer voneinander 
Jeicht festgestellt werden kann. Von Great Isaac führt der Weg, wie oben 
unter 1 beschrieben, bis nach Havana. 
Weg 2 führt vom Diamond Shoal-Feuerschiffe direkt nach Elbow Cay 
und dann weiter, wie unter 1a und 1 angegeben. 
Weg 3 fällt bis nach Gun Cay mit Weg 2 zusammen, kreuzt dort die 
Strafse von Florida mit dem Golfstrom so, dafs gewöhnlich Carysfort-Leucht- 
feuer gesichtet wird. Dann führt er so nahe wie möglich an den Florida-Riffen 
entlang bis nach American Shoal, und von dort hinüber nach Havana. 
. Weg 4 führt von Kap Hatteras westlich vom Golfstrome unter der Küste 
entlang bis nach American Shoal, und von dort hinüber nach Havana. 
Viele Kapitäne verwerfen diesen Weg aus verschiedenen Gründen. 
Einige halten ihn für den längsten und gefährlichsten, besonders für langsame 
Schiffe und wegen der vielen wahrzunehmenden Landmarken; und! Untiefen, die 
auf die Führer ermüdend wirken. 
Von Baltimore nach Santiago de Cuba und Port Antonio, Jamaika. : 
Der kürzeste und am besten befeuerte Weg führt östlich von der Watling- 
Insel entlang, durch die Crooked-Eiland-Durchfahrt und um das Ostende von 
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