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Object : Erfassung von Sandverteilungsmustern zur großräumigen Analyse der Sedimentdynamik auf dem Schelf der Deutschen Bucht

Die  Küste,  83  AufMod  (2015),  39-58

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4.2.2  Großräumige  Sedimentdynamik  im  Bereich  des  ehemaligen  Elbe-Urstromtals

Die  Verbreitung  des  sehr  feinen  Sandes  im  Bereich  des  ehemaligen  Elbe-Urstromtals
kann  durch  ein  Zusammenspiel  aus  Morphologie  und  Hydrodynamik  erklärt  werden.  Der
schlagartige  Übergang  von  sehr  feinen  Sanden  in  diesem  Bereich  zu  den  feinen  bis  groben ­
  Sanden  im  schleswig-holsteinischen  Schelfbereich  entlang  der  Geländekante  der  „ertrunkenen“ ­
  Altmoränenlandschaft  liefert  einen  deutlichen  Hinweis  darauf,  dass  es  sich
hierbei  um  eine  Grenze  zweier  sedimentdynamischer  Systeme  handelt.  Durch  die  Geländekante ­
  werden  vorherrschende  bodennahe  Ostströmungen  nach  Nordwesten  abgelenkt,
wodurch  in  der  Folge  das  Abknicken  der  residualen  Suspensionstransporte  aus  östlicher
in  nordwestliche  Richtung  bewirkt  wird.  Der  in  Suspension  transportierte  sehr  feine  Sand
wird  liier  sukzessive  abgesetzt  und  wird  aufgrund  erhöhter  Wassertiefen  unter  durchschnittlichen ­
  hydrodynamischen  Bedingungen  nicht  wieder  resuspendiert.  Das  in  Abb.  5
dargestellte  Profil  BR6  belegt,  dass  die  Wassertiefe  in  nordöstliche  Richtung  ansteigt  und
folglich  die  hydrodynamischen  Kräfte  abnehmen.  Hierdurch  kann  die  Verfeinerung  des
Sediments  hin  zum  feinsten  Sand  am  nordöstlichen  Rand  des  ehemaligen  Elbe-Urstromtals
  erklärt  werden.  Es  sind  weitere  Analysen  notwendig,  um  zu  klären  welche
hydrodynamischen  Effekte,  wie  beispielsweise  der  JEBAR  Effekt  (z.  B.  SÜNDERMANN
and  POHLMANN  2011),  an  der  Akkumulation  des  feinsten  Sandes  beteiligt  sind.
Noch  unklar  bleibt  die  Genese  der  weniger  gut  sortierten  Sande  westlich  des  Elbe-Urstromtals.
  Möglicherweise  treten  in  diesem  Bereich,  relativ  am  Ende  des  Transportbandes ­
  von  Westen  nach  Nordosten,  unterschiedliche  Depositionsbedingungen  deutlicher ­
  zutage.  Während  bei  Normaltiden  nur  sehr  feine  Sande  abgesetzt  werden,  kann  es  zu
Zeiten  mit  höherer  Strömungsbelastung,  z.  B.  durch  Stürme,  auch  zur  Umlagerung  gröberer ­
  Sedimente  kommen.
4.2.3  Großräumige  Sedimentdynamik  des  nordfriesischen  Schelfbereichs
Trotz  der  vorherrschenden  zyklonalen  Strömungen  in  der  Nordsee  (LOEWE  et  al.  2013)
wird  durch  das  Zusammenspiel  von  Strömung  und  Meeresbodenrelief  weitestgehend  unterbunden, ­
  dass  Sediment  aus  dem  Westen  auf  den  nordfriesischen  Schelfbereich  gelangt.
Durch  die  größere  Wassertiefe  über  dem  ehemaligen  Elbe-Urstromtal  akkumulieren  liier
die  noch  in  der  Wassersäule  befindlichen  Feinpartikel  der  Ostströmungen  oder  werden
weiter  nach  Nordwesten  transportiert.  Die  modellierten  Sedimenttransportraten  fallen
östlich  der  Geländekante  großflächig  gering  aus  und  es  zeichnet  sich  aufgrund  der  abfallenden ­
  Transportraten  kein  signifikanter  Sedimenteintrag  in  dieses  Gebiet  ab  (Abb.  9).
Zusätzlich  weisen  die  modellierten  Sedimenttransporte  sogar  einen  Austrag  von  Sediment
nach  Norden  aus.  Ein  Nordtransport  wird  auch  im  konzeptionellen  Modell  des  Geschiebetransports ­
  im  Küstenvorfeld  von  Sylt  abgebildet  (Zeiler  et  al.  2000).
Die  Folge  ist  ein  Mangel  an  mobilen  Sedimenten  auf  dem  nordfriesischen  Schelf.
Demnach  findet  hier  vorwiegend  eine  Umlagerung  des  vorhandenen,  von  Restsedimenten ­
  geprägten  Materials  statt.  Kennzeichnend  für  Sedimentmangelgebiete  sind  „Sorted
Bed-forms“  (MURRAY  and  Thieler  2004),  welche  in  diesem  Gebiet  weit  verbreitetet
sind  (DlESlNG  et  al.  2006).  Dies  sind  Flächen  gröberen  Sediments,  welches  häufig  Rippeln
  auEveist,  die  von  ebenen  Feinsanden  umgeben  sind  (CACCHIONE  et  al.  1984).  Die
            
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