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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 15 (1887)

Kleine Notizen. 
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mittags 6,0°, um 11 Uhr Vormittags 6,6°, um 12 Uhr Mittags 7,3°, um 1 Uhr 
Nachmittags 7,2°, um 2 Uhr Nachmittags 7,1°, um 4 Uhr Nachmittags 7,1° 
und um 8 Uhr Abends 6,8°C. Die um Mittag beobachtete Versetzung in dem 
letzten Etmal war „N 31° O 17 Sm.“ 
5. (D.S.) Eis im südöstlichen Theil des Südatlantischen 
Oceans. Das Deutsche Vollschiff „Libussa“, Kapt. H. Peters, passirte auf 
seiner Reise von London nach Sydney am 10. März 1886 um 9* a, m auf 
43° 4‘ S-Br und 15° 56‘ O-Lg, bei mäfsigem SE-Winde und bedecktem Himmel, 
nördlich von einem KEisberge. Die Temperatur der Meeresoberfläche betrug 
um 8 a. m. 9,2°, um 12m. 10,7°, die der Luft beziehungsweise 7,5° und 
8,4° C. HEino nennenswerthe Versetzung war in den letzten Tagen nicht beob- 
achtet worden. 
(D. S.) Die nachstehenden Aufzeichnungen (6—10) sind dem meteoro- 
logischen Journal der Deutschen Bark „Pacific“, Kapt. C. Oltmann, entnommen. 
6. Rasche Aenderung der Temperatur der Meeresoberfläche: 
Am 16, Juli 1886, auf der Reise von Bremen nach Honolulu, sank die Tem- 
peratur der Meeresoberfläche von 13,7° um 4 Uhr Nachmittags in 42° 39‘ S-Br 
und 54° 13‘ W-Lg, auf 6,5° C. um 8 Uhr Abends, in 42° 49’ S-Br und 
54° 36‘ W-Lg. Die Temperatur der Luft war zur selben Zeit 7,8° und 5,1°, 
bei leichtem bis mälsigem NW-Winde. In der Nähe des Schiffes befand sich 
eine grofse Schaar schwarzer Vögel. 
7. Die Durchsegelung der Strafse Le Maire. Am 25. Juli 1886 
standen wir um Mittag auf 54° 7‘ S-Br und 64° 49‘ W-Lg; eine Lothung ergab 
90 m —-.50 Fad. — Tiefe, schwarzen Sand mit groben, gelblichen Steinen ver- 
mischt. Bei frischem ENE-Winde wurde darauf ein südöstlicher Kurs gesteuert. 
Um 4* p. m. erblickten wir in mw. SSW Land, welches wir für die Küste des 
Feuerlandes hielten; machten um 5!/2* p. m, kleine Segel und wendeten‘ um 
6° p. m. nordwärts, Auf der ersten Wache war es dick von Schnee und Regen, 
und die See nahm zu... Um 5'/* a. m. den 26. hielten wir nach dem Lande zu, 
erblickten dasselbe um 7 Uhr und peilten Kap St. Diego um 8 Uhr mw. SzO, 
Wir hatten für diesen Tag die Zeit des Hochwassers zu 11* 30“ berechnet. 
Bei der Annäherung an die Strafse beobachteten wir einen westlichen Strom, 
der bis 2'/a" p. m. anhielt. Der Wind war flau, so dafs wir nichts machen 
konnten, bis der Strom gekentert hatte. Das Wetter war sehr schön und die 
See ruhig. Unweit Kap St. Diego kamen wir in eine starke Stromraselung, in 
der das Schiff mehrmals fast aus dem Ruder lief, Um 8 p. m. peilte Kap 
Good Success mw. SWzS, etwa 10 Sm entfernt. Um 8'/4 Uhr kam nördlicher 
Strom durch, den ich, auf 2 Sm die Stunde schätzte. Da wir aber eine gute 
nordnordöstliche Briese hatten, so segelten wir doch noch langsam durch und 
peilten um 10® p, m. das letztgenannte Kap mw. W, 10 Sm. entfernt.‘ Wir 
waren somit ohne Mühe durch die Strafse hindurch gekommen, was wohl 
ein nur seltener Fall ist. Staaten Island war gröfstentheils mit Schnee bedeckt, 
welches einen herrlichen Anblick gewährte; dagegen fand sich am Feuerlande 
nur auf den höchsten Bergspitzen Schnee. Der Berg hinter dem Kap Good 
Success glänzte am Abend prachtvoll, und die Luft über demselben war 
ganz hell. 
8. Die Witterung in Honolulu von Anfang Oktober bis Mitte 
Dezember 1886: In der ersten Hälfte des Monats Oktober wehte der Passat 
stetig und frisch; dann traten veränderliche südöstliche bis südliche Winde, 
begleitet von böigem, regnerischem Wetter und schwüler Luft auf, welcher Zu- 
stand bis zum Ende des Monats anhielt. Auch der Monat November hatte viele 
Regentage mit Böen und veränderlichen Winden zwischen SE und SW. Von 
Ende November bis Mitte Dezember wehte wieder ein frischer Passatwind; die 
Luft kühlte während der Nacht ganz bedeutend ab, so dafs man es ganz gut 
unter Deck aushalten konnte. Bei trockenem Wetter entsteht ein furchtbarer 
Staub, und bei regnerischem Wetter ist der Schmutz in den Strafsen ein arger 
Uebelstand. Das Klima ist im Ganzen recht gesund; Krankheiten sind auch 
an Bord, aufser einem kurzen Fieberanfall, von dem ich selber betroffen wurde, 
nicht vorgekommen. Eine grofse Plage für Honolulu sind die vielen Moskitos. 
9. Eine auffällige Himmelserscheinung. Am 21. Januar 1887, im 
Stillen Ocean, auf 30° 1‘ S-Br und 156° 24‘ W-Le erblickte ich um 8 Uhr
	        
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