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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 15 (1887)

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Kleine Notizen. 
es nach der observirten Breite für Beachy Head hielten und uns westlich ver- 
setzt glaubten. Die oberen Segel der Schiffe schienen erhöht und durch eine 
Wolkenschicht von den unteren getrennt zu sein. Um 7° p. m. war Dungenefs 
und dessen Spiegelbild 2° bis 3° darüber, umgekehrt in den Wolken hängend, 
in Sicht. 
3. Gebrauch von Oel zur Beruhigung der See. a) Der Kommandant 
S. M. Fahrzeug „Falke“, Korv.-Kapt. Geiseler, berichtet über die Verwendung 
von Oel zur Beruhigung der See wie folgt: „Nachdem S. M. Fahrzeug „Falke“ 
am 30. August um 10 Uhr Vormittags mit Ihrer Königlichen Hoheit der 
Frau Prinzessin Wilhelm an Bord die Rhede von Wyk verlassen hatte, wurde 
auf den Sänden vor der Schmaltiefe sehr hohe See angetroffen. Es wehte seit 
dem 8. August ein ziemlich starker nordwestlicher Sturm und waren Wind und 
Seegang draufsen stärker, als ich erwartet hatte. Da jedoch die Fahrt nach 
dem Klariren der Küste bis zum Elbe-Feuerschiff mit Backstagswind auszuführen 
war, hatte ich keine ernsten Bedenken, und schien es mir rathsam, in Anbetracht 
der Anwesenheit Ihrer Königlichen Hoheit Alles zu thun, um ein Ueberlaufen 
der hohen spitzen See über die Kampagne zu verhüten. Zu diesem Zweck 
wurde zunächst Oel durch die Klosets hinter dem Radkasten über Bord ge- 
gossen, später wurden Säcke, die mit Oel und Twist gefüllt waren, an Leinen 
geschleppt. 
Die Ausführung war folgende: Zwei leere Twistsäcke, welche durch Be- 
nähen mit altem Tauwerk widerstandsfähiger gemacht waren, wurden mit Twist, 
welches längere Zeit in einer Balje voll Oel (Maschinenöl) gelegen und dadurch 
vollständig mit demselben getränkt war, gefüllt. Vor dem Zunähen und Binden 
des Sackes wurde noch Oel nachgegossen. Der zweite Sack wurde ca 25 Mi- 
nuten später als der erste über Bord gesetzt. Befestigt waren die Säcke an 
ca 25 m langen Enden, die an Steuerbord auf dem Radkastendeck am Poller 
belegt waren. Dieselben kamen auf diese Weise im Wasser auf Höhe des 
Kajütendecks, ca 10—15 m vom Schiff entfernt, zu liegen. Durch die Fahrt des 
Schiffes wurde das Oel tropfenweise aus den cigarrenförmigen Säcken gequetscht 
und glättete ganz augenfällig die ca 2 bis 3 Strich von Steuerbord achtern 
kommenden schweren Seen, welche Wirkung sich bei dem vorher angestellten 
Versuche, das Oel langsam über Bord zu giefsen, lange nicht in der Weise 
gezeigt hatte. Der Zweck, ein Ueberbrechen der Seen und eine Beschädigung 
der Glasbedachung der Kajüte zu verhindern, wurde vollständig erreicht.“ 
b) Herr v, Lesseps legte der Akademie der Wissenschaften zu Paris 
folgende ihm aus dem Golf von Panama zugegangene Notiz vor:') 
„Das Fahrzeug „Clappet“ hatte im Hafen von Talcahuano einen zehn Tage 
lang dauernden Nordsturm zu bestehen; während dieser Zeit war jeder Verkehr 
mit dem Lande unmöglich. Der Kapt. Taylor, welcher durch den Sturm an 
Land zurückgehalten wurde, hatte die Befriedigung, sein Fahrzeug allen An- 
griffen des aufgeregten Meeres ohne Havarie und mit augenscheinlicher Leichtig- 
keit widerstehen zu sehen, Dank der Anwendung von Oelsäcken. Es ist dies 
wieder ein neuer Beweis von der Wirksamkeit des Oels, die Angriffe der Wellen 
gegen das Schiff zu mindern.“ 
4. (D. S.) Eis im Südatlantischen Ocean. Die Deutsche Bark 
„Poncho“, Kapt. Hellwege, befand sich auf einer Reise von Pisagua nach 
Hamburg am 19. Februar 1887 um 9 Uhr Morgens auf 50° 48‘ S-Br und 
45° 36‘ W-Lg, als gleichzeitig sechs grofse Eisberge im Gesichtskreise waren. 
Der gröfste von diesen hatte eine Höhe von etwa 75m — 250 Fufls — und 
eine geschätzte Länge von 180 m — 600 Fufs. Sämmtlich waren sie an ihrer 
Nordseite ungefähr 21 m — 70 Fufßs — höher als an ihrer Südseite. Um 8 Uhr 
Abends an demselben Tage, in 50° 10‘ S-Br und 43° 53‘ W-Lg, wurden aber- 
mals zwei Eisberge in einem Abstande von 3 Sm passirt. 
fs wehte während des Tages ein frischer SSE- bis mäßiger SSW- Wind, 
der Himmel war stark bewölkt und das Wetter etwas schauerig. Die Temperatur 
der Luft stieg von 5,0° um 8 Uhr Morgens auf 5,2° um 4 Uhr Nachmittags 
und sank dann bis 8 Uhr Abends auf 4,9°, während die Oberfläche des Meeres 
die folgenden Temperaturen hatte: Um 8 Uhr Morgens 6,2°, um 10 Uhr Vor- 
1) Comptes rendus des seances de l’Academie des Sciences, 1887, No. 171.
	        
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