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Full text: Die Eisverhältnisse in den Küstengebieten von Mecklenburg-Vorpommern

Die Küste, 56 (1994), 51-65 
61 
Tabelle 4.2. Charakteristische Merkmale der Eiswintcrtypen für die Küstengewässer 
von Mecklenburg-Vorpommern 
Eiswintertyp 
Verbreitungsgebiet 
Bedeckungsgrad 
Eisdicke 
Vereisungsdauer 
Schwach 
innere Küstengewässer 
überwiegend 
6/10-8/10 
überwiegend 
5-10 cm 
1 bis 4 Wochen 
Mäßig 
innere Küsten ge wässer 
Außenküste 
10/10 
6/10-8/10 
10-30 cm 
10 cm 
3 bis 10 Wochen 
bis 3 Wochen 
Stark 
innere Küstengewässer 
Außenküstc und 
offene See 
10/10 
6/10-10/10 
20-30 cm 
15-25 cm 
6 bis 12 Wochen 
2 bis 10 Wochen 
Sehr stark 
innere Küstengewässer 
Außenküste und 
offene See 
10/10 
9/10-10/10 
30-50 cm 
30-40 cm 
2 bis 3,5 Monate 
1,5 bis 3 Monate 
Extrem stark 
innere Küstengewässer 
Außenküste und 
offene See 
10/10 
10/10 
50-70 cm 
50-70 cm 
3 bis 4 Monate 
2 bis 3,5 Monate 
schwachen (20.1. 1959), mäßigen (8.2. 1960) und extrem starken (20.2. 1963) Wintern. Bleibt 
das Seegebiet in schwachen Eiswintern eisfrei und kommt in den inneren Fahrwasserabschnit 
ten überwiegend dünnes Treibeis vor, so muß man in mäßigen Eiswintern vor allem in 
östlichen Gebieten mit Eisdicken bis zu 30 cm rechnen. Die maximalen Eisdicken, die in den 
extrem starken Wintern in Seegebieten beobachtet wurden, erreichen Werte zwischen 60 und 
70 cm. 
5. Schiffahrtsverhältnisse 
Abschließend wird ein kurzer Überblick über die Schiffahrtsverhältnisse in den oben 
genannten Beobachtungsbereichen im Zeitraum von 1956/57 bis 1990/1991 gegeben. 
Die Schiffahrtsverhältnisse (Tabelle 5.1) spiegeln naturgemäß die Eisverhältnisse in 
verschiedenen Eiswintertypen und in verschiedenen Beobachtungsbereichen wider. Aber auch 
wirtschaftliche Aspekte wie z. B. Größe und Bedeutung des Hafens und Aufwand bei der 
Offenhaltung der Wasserstraßen durch Eisbrecher spielen hier eine wesentliche Rolle. In 
schwachen Eiswintern verläuft die Schiffahrt im Seegebiet und in den Zufahrten zu den Häfen 
Wismar, Warnemünde, Rostock und Stralsund praktisch ungestört. In mäßigen Eis wintern 
muß man in inneren Fahrwasserabschnitten zeitweilig mit Behinderungen auch für Schiffe mit 
hoher Maschinenlcistung rechnen. In starken bis extrem starken Wintern wird die Nordzu 
fahrt nach Stralsund im Mittel 39 Tage und der nordöstliche Teil des Greifswalder Boddens 
8 Tage für die Schiffahrt geschlossen, ln allen anderen hier betrachteten Bereichen wurden die 
Zufahnen zu den Häfen durch die Eisbrecher auch in extrem starken Wintern für eisverstärkte 
Schiffe mit hoher Maschinenleistung zugänglich gehalten.
	        
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