Vierteljahrs-Wetter-Rundschau der Deutschen Seewarte.
Schiffe verfolgten denselben Kurs, „Albert Reimann“, wahrscheinlich ein weniger
guter Segler, blieb indessen etwas zurück, so dafs er am 28. Dezember, als
„Levuka“ den Meridian von 10° West überschritt, erst 15° W-Lg erreicht
hatte. Infolge dessen gerieth „Albert Reimann“, während sein Mitsegler mit
günstigem Winde in den Kanal gelangte, noch an die Südseite des vom Süd-
westen herannahenden Maximums, wurde mehrere Tage durch östlichen Wind
aufgehalten und passirte Lizard erst 6 Tage nach „Levuka“. In ähnlicher Weise
wurden die Schiffe „Ceres“ und „Professor“ mehrere Tage in ihrer Fahrt zurück-
gehalten; ersteres vom 1. bis 5. Februar nördlich von den Azoren, letzteres,
welches ebenso wie „Niagara“, „Lima“ und „Papa“ durch die schrale Richtung
des Passats weit nach Westen gedrängt worden war, vom 21. bis 24. Februar
bei 35° N-Br und 45° W-Lg.
Von den drei nach Lissabon bestimmten Schiffen „Bertha“, „General
Brialmont“ und „Angostura“ nahmen die beiden letzteren, da sie schon früh-
zeitig westlichen Wind erhielten, die Route südlich der Azoren, während
„Bertha“ bis jenseits der Breite der Inseln östlichen Wind behielt und deshalb
die nördliche Route nahm. Der Aufenthalt, der ihre Reise verlängerte, entstand
auch hier wieder durch von Neuem einsetzenden Ostwind. „Angostura“ hatte
vom 11. bis 13. Januar, während die in Karte V verzeichnete Depression in
ihrer Nähe vorüberzog, einen Sturm aus östlicher Richtung zu bestehen und
vom 20. bis 22. Januar noch wieder Aufenthalt durch Windstille. Die ein-
geschlagenen Routen geben bei diesen, wie auch den übrigen Reisen der
Tabelle 4 zu besonderen Bemerkungen keine Veranlassung.
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Anhang.
Mittlere Abweichung der Temperatur von ihrem normalen Werthe.
In der folgenden Tafel ist die mittlere Abweichung der Lufttemperatur
der drei Monate von ihrem Normalwerthe für 51 Gebiete aufgeführt, deren jedes
einen Durchmesser von ungefähr 700 km und also eine Oberfläche von 3- bis
400 000 akm hat, wenn man Inseln und Küsten als die benachbarte Meeresfläche
mitvertretend ansieht. Als Quellen haben gedient einerseits die von der See-
warte in den „Ann. d. Hydr. etc.“ veröffentlichte „Vergleichende Uebersicht
der Witterung in Nordamerika und Centraleuropa“, andererseits das Jahrbuch
des Dänischen Meteorologischen Instituts, das Journal der Schottischen Meteoro-
logischen Gesellschaft und für die Russischen Stationen die Annalen des Peters-
burger Central-Observatoriums in Verbindung mit den Isothermenkarten von
Wild. Das Verfahren, mittelst dessen die letzteren beiden Quellen zur Bildung
der Abweichungen vereinigt wurden, ist im ersten Hefte dieser Rundschau aus-
führlich angegeben („Ann. d. Hydr. ete.“, 1887, S. 322); dasselbe hat sich fort-
dauernd als zweckmäfsig bewährt und kann für ausgedehntere Anwendung
empfohlen werden. Die Korrektion zur Rückführung der rohen Mittel auf
24stündige ist, wie auch früher, in den folgenden Zahlen soweit nöthig
berücksichtigt.