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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 15 (1887)

Vierteljahrs-Wetter-Rundschau der Deutschen Seewarte, 
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28 Tagen erreichten (siehe Karte VII). Mit der achten Epoche des Vierteljahrs 
trat eine etwas günstigere Wetterlage ein, weshalb die 8 Tage später ihre 
Reise antretenden Schiffe etwas rascher voran kamen. Die Fortsetzung der 
Reise jenseits 30° N-Br fiel bei den Schiffen dieser Gruppe in das später zu 
besprechende nächste Vierteljahr. 
4. Reisen. von Süd nach Nord. 
Der Verlauf der Reisen von Süd nach Nord im Winter 1883—84 war 
im Ganzen ein ziemlich unbefriedigender: Wenn. auch einzelne sehr gute Reisen 
yemacht wurden, als welche in erster Linie die der „Johanna“ und ferner die 
der Schiffe „Papa“, „Louise“ und „Carl Both“ aufzuführen sind, so steht diesen 
doch eine gröfsere Anzahl recht langer Reisen gegenüber, ‚unter welchen die 
von „Lima“, . „Angostura“ und „Albert Reimann“ nicht weniger als bezw. 45, 
46 und 48 Tage in Anspruch nahmen. Der Unterschied der Reisedauer entstand 
einmal durch die verschiedene Segelfähigkeit der Schiffe, ferner aber vornehmlich 
dadurch, dafs dieselben eine für die Beförderung mehr oder weniger günstige 
Wetterlage antrafen. . ; 
Auf der Passatstrecke. sind es, abgesehen von „Gemma“ und „Asante“, 
bei denen die lange Verzögerung der Fahrt bereits im November ‚stattfand, 
zunächst „Niagara“, „Albert Reimann“, „Levuka“ und „Bertha“, die zum Zurück- 
legen der 20° Breite von 10° bis 30° Nord eine verhältnifsmäfßsig lange Zeit 
benöthigten. Der Aufenthalt wurde verursacht durch das Auftreten der De- 
pression im Süden der Azoren während der ersten Dezemberwoche. An Stelle 
des gestörten Passats herrschten flaue, meistens nördliche Winde, und konnten 
infolge dessen die genannten Schiffe in den 8 Tagen bis zum 8. Dezember nicht 
mehr als 6° Breite gut machen. Das Schiff „Suaheli“, welches mit „Niagara“ 
in derselben Breite, aber an der Ostseite der Depression stand, gewann mit 
den hier angetroffenen südlichen Winden seinem Mitsegler bis 30° N-Br 4 Tage 
ab. Die zurückstchenden Schiffe „Parnass“ und „General Brialmont“ fanden 
ein besser entwickeltes Passatmaximum und frischere Briese vor und liefen 
deshalb ihren Vorseglern rasch auf.‘ ; 
In ähnlicher Weise wurde auch bei „Lima“ und „Joe Rauers“ die Fahrt 
verzögert. Bei ersterem Schiff durch die in Karte IV in der Umgebung der 
Azoren erscheinenden Depressionen, ferner auch durch Windstillen in dem 
sentralen Raume des in derselben Karte für die Zeit vom 6. bis 11. Januar 
verzeichneten Maximums, bei „Joe Rauers“ durch flaue zördliche Winde an der 
Westseite einer Depression, welche vom 20. bis 22, Februar in 40° W-Lg 
südwärts und dann in 25° bis 30° N-Br nach Osten zog (siehe Karte VIII). 
„Papa“, „Ceres“, „Johanna“ und „Louise“, die in der Zwischenzeit jener beiden 
Reisen den Durchstecher machten, trafen dagegen bei beständigem hohen Luft- 
druck an der polaren Passatgrenze eine frische und stetige Passatbriese, und 
gebrauchten sie infolge dessen, um die 20° Breite zurückzulegen, kaum die 
Hälfte der Zeit wie „Lima“ und „Joe Rauers“, 
Auf der Strecke von 30° N-Br nach der Europäischen Küste wurde die 
Verzögerung gewöhnlich durch die nördlich von der Route zeitweilig lagernden 
Maxima hervorgerufen. So hatte das Schiff „Gottlieb“ unter der Einwirkung 
des hohen Luftdrucks, der sich im Dezember wiederholt in der‘ westlichen 
Umgebung von Grofsbritannien zeigte, noch auf dem allerletzten Theile seines 
Weges langen Aufenthalt durch östliche Winde. Der grofse Vorsprung, den 
das Schiff „/da“ ihm abgewann, war zum Theil schon im November entstanden, 
vergröfserte sich dann aber noch infolge des Auftretens der Depression im 
Süden der Azoren zu Anfang Dezember, „Gottlieb“ erhielt damit am 6. De- 
zember wieder heftigen Nordwind, während „/da“, nordöstlicher stehend, mit 
südöstlichem Winde ihre Reise fortsetzen konnte und bei einer zeitweiligen 
südlichen Verschiebung des vor dem Kanal lagernden Maximums, die deın 
Schiffe westliche Winde brachte, rasch in den Kanal gelangte, 
„Albert Reimann“, der auf der Strecke von 30° N-Br nach Lizard eben- 
falls eine ziemlich lange Zeit zubrachte, überschritt den genannten Parallel an 
demselben Tage und nahezu in derselben Länge wie „Levuka“, Die beiden
	        
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