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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 15 (1887)

Vierteljahrs-Wetter-Rundschau der Deutschen Seewarte. 
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Karte V). Schlielslich, beim Aufsteuern nach Nordwest, traf es „Alpina“ jedoch 
noch ziemlich günstig, derart, dafs sie die Strecke von 70° W-Lg und 30° N-Br 
nach New-York in 7 Tagen zurücklegen konnte.‘ 
Die nächsten drei Schiffe der Tabelle — No. 73 „Bremen“, No. 68 
„Maryland“ und No. 74 „Caroline“ — verliefsen den Kanal wieder nahezu um 
dieselbe Zeit, nämlich No. 73 und 68 am 2., No. 74 am 3. Januar. Bis zum 
7. Januar, an welchem Tage die Schiffe in der Nähe von 45° N-Br und 
15° W-Lg standen, hielten sich dieselben ziemlich nahe zusammen. Auf dem 
weiteren Wege verfolgten „Bremen“ und „Maryland“ eine südliche Route, 
gingen jedoch, da sie, begünstigt durch die nördliche Lage der Maxima auf 
der Osthälfte des Oceans (siehe Karten IV, V, VI), schon frühzeitig östlichen 
Wind erhielten, nur wenig über 30° N-Br hinaus. Ihre Reisen verliefen rasch und 
fast ohne schlechtes Wetter, „Caroline“ hielt sich nördlicher. Da dies Schiff 
anfänglich den Wind ebenfalls günstig hatte, gewann es bis etwa 50° W-Lg 
seinen Mitseglern einen ziemlich erheblichen Vortheil ab, derart, dafs: es am 
21. Januar in 47° W-Lg um 6° bezw. 8° Länge voraus stand. Später glichen 
sich die Unterschiede jedoch wieder aus. Die Gesammtdauer der Reise‘ war 
bei den drei Schiffen nahezu gleich. 
Von den beiden Schiffen „Salisbury“ und „George Washington“, welche 
zusammen am 10. Januar aus der Strafse von Gibraltar kamen, schlug das 
erstere die Passatroute ein, während das zweite sich näher dem kürzesten Wege 
in mittleren Breiten hielt. „Salisbury“ traf einen sehr frischen Passat und 
erreichte infolge dessen, obschon auch „George Washington“ meistens eine 
günstige Gelegenheit hatte, 50° W-Lg 4 Tage früher. Weiterhin waren die 
Verhältnisse auf der südlichen Route jedoch ziemlich ungünstig. Durch die 
Depression, welche Ende Januar und Anfang Februar auf der westlichen Hälfte 
des Oceans in niederen Breiten auftrat (siehe Karte VI), wurde der Passat 
gestört; zugleich erhielt „George Washington“, welcher an der Nordseite dieser 
Depression stand, damit den günstigen Wind, welcher es ihm ermöglichte, den 
von seinem Mitsegler erlangten Vortheil wieder einzubringen. Infolge seiner 
nördlicheren, dem Bestimmungsorte also näheren Stellung gelangte er schliefslich 
noch drei Tage vor „Salisbury“ nach New-York. Wahrscheinlich würde letzteres 
Schiff in diesem Falle noch einige Tage habe gewinnen können, wenn es sich 
nicht so lange in niedrigen Breiten gehalten, sondern von 50° W-Lg mit dem 
hier südlich holenden Winde nördlicher gesteuert und so den Weg erheblich 
abgekürzt hätte, 
Von den Reisen der zweiten Gruppe — No. 96 bis 99 des Verzeichnisses — 
wurden die ersten erst vier Wochen später, im Februar, angetreten. Die Beendi- 
gung derselben erfolgte erst im März oder April, und können deshalb diese 
Reisen hier nur in ihrem ersten Theile zur Besprechung gelangen, ; 
Eine Anzahl dieser Schiffe, nämlich „Amelia“, „J., W. Wendt“, „Wilhelm“, 
„Magdalene“ und „Anna“ nahmen die Route Nord um Schottland und machten 
hier mit den häufigen östlichen Winden an der Nordseite der Depressionen, 
welche um die Mitte und in der zweiten Hälfte Februar auftraten und sich auf 
dem gröfsten Theile ihres Weges über den Ocean in verhältnifsmäfsig niedrigen 
Breiten hielten (siche Karten VII und VIII), bis zum 25, des Monats einen 
ziemlich raschen Fortgang, derart, dafs die meisten um diese Zeit schon 
40° W-Lg erreicht hatten. Später wurden sie durch stürmische Westwinde 
aufgehalten. Die übrigen Schiffe, „/da“, „Bertha“, „Antoinette“ und „Port 
Royal“, welche mit östlichem Winde durch den Kanal gegangen waren, schlugen 
die Passatroule ein, die ersteren drei aber erst, nachdem sie bei südlichem bis 
südwestlichem Winde zunächst den direkten Weg versucht und dann am 
23 Februar nordwestlichen Wind erhalten hatten. Da in der Folge der Wind 
wieder sehr häufig aus südwestlicher und südlicher Richtung wehte, nahm die 
Fahrt zum Passatgebiet eine lange Zeit in Anspruch. 
2, Reisen von West nach Ost. 
Die Reisen von West nach Ost verliefen im Winter 1883—84, wenn auch 
nur in wenigen Fällen ungewöhnlich rasch, doch meistens ziemlich günstig und
	        
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