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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 15 (1887)

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Vierteljalrs-Wetter-Rundschau der Deutschen Seewarte, 
und 16° W-Lg, wo es am 12. Dezember stand, bis 25° N-Br und 71° W-Lg, 
wohin os drei Wochen später am 2. Januar golangte, während das am nörd- 
lichsten gehende Schiff „Ariadne“ noch verschiedentlich wieder in die Wind- 
stillen des centralen Raumes und die Westwinde der Nordseite des Maximums 
yerieth. Den Meridian von 70° West erreichte „Niagara“ 6 bezw. 7 Tage vor 
seinen Mitseglern. Dieser Unterschied glich sich jedoch in der Folge, wenig- 
ztens in Bezug auf „Victoria“, fast ganz wieder aus, indem für den Rest des 
Weges nach New-York letzteres Schiff nur 6, „Niagara“, da es 5° südlicher 
stand und deshalb eine so viel gröfsere Strecke zurückzulegen hatte, aber 
UL Tage benöthigte. „Niagara“ kam am 12., „Victoria“ am 13. Januar in 
New-York an. „Ariadne“, die bis 70° West nur wenig hinter „Victoria“ 
zurückgeblieben war und den genannten Meridian in derselben Breite kreuzte, 
fand auf der letzten Strecke doch so viel mehr Aufenthalt durch nordwestliche 
Winde, dafs sie New-York erst 6 Tage später, am 19. Januar, erreichte. Alle 
drei Reisen verliefen fast gänzlich ohne schlechtes Wetter. Der einzige schwere 
Sturm — aus Südost bis West — von dem die Schiffe betroffen wurden, fand 
am 9. Januar statt, in Begleitung der Depression, welche um diese Zeit über 
den östlichen Theil der Vereinigten Staaten hinweg nach Norden zog (siehe 
Karte IV). 
Das Schiff „Diamant“ (S. 33) passirte Lizard am 19. Dezember. Der 
direkten Route folgend und begünstigt durch die Wetterlage der Epoche III, 
kam es mit südlichen Winden, bei gutem Wetter und allmählich fallendem 
Barometer zunächst ziemlich rasch vorwärts, so dafs am 27. Dezember 29° W-Lg 
in 47° N-Br erreicht wurde, Hier gelangte es in die Nähe der auf der Mitte 
des Oceans erschienenen Depression, bei deren Vorübergang es einen schweren 
Sturm aus Süd durch West bis Nord zu bestehen hatte. In der folgenden Zeit 
war der Wind veränderlich, aber auch meistens günstig und von gut segelbarer 
Stärke, nur am 1. und 2, Januar 1884 unter dem Kiuflufs der nächsten, auf der 
Mitte des Oceans erscheinenden Depression (siehe Karte IV) aus Nordnordwest 
stürmisch wehend. Längeren Aufenthalt erlitt das Schiff durch Weststürme im 
Süden von Neufundland vom 10. bis 15, Januar. Dann folgte wieder mit 
vorwiegend nördlichen Winden eine ziemlich günstige Gelegenheit, die das 
Schiff am 21. Januar in den Hafen von New-York brachte. Die Dauer der 
Reise von Lizard war 33, von der Weser 42 Tage, 
Am 16, Januar, als „Diamant“ südlich von Neu-Schottland bei frischer 
Nordbriese an der Nordkante des Golfstroms entlang segelte, wurden sehr 
grofse Schwankungen der Wassertemperatur beobachtet, Dieselbe war um 
Mitternacht 14,3°, um 4® a. ın. 4,5°, um 11'4* a. m. stieg sie, ohne dafs der 
Kurs WzS rw. geändert wurde, plötzlich wieder von 5,6° auf 14°. Das warme 
Wasser war nach der Bemerkung des Kapitäns so scharf begrenzt, als wäre 
es abgeschnitten. Die Lufttemperatur blieb dabei unter dem Einflufs des nörd- 
lichen Windes fortwährend sehr niedrig; um Mittag war sie — 2°, um 4° p. m. 
J°, dagegen die Temperatur des Wassers zu gleicher Zeit 18°. Dieser grofse 
Kontrast rief die eigenthümliche Erscheinung hervor, dafs in der Nähe der 
Meeresoberfläche, wo die vom Wasser erwärmte uud mit Dämpfen erfüllte untere 
mit der eisigen oberen Luft in Berührung kam, sich dichter Staubschnee bildete, 
während auf der Höhe des Verdecks des Schiffes kein Schneefall stattfand. 
Der Wind war sehr puffig und uubeständig, sprungweise wechselnd zwischen 
Nordnordost ‚und Nordnordwest, der Luftdruck ziemlich hoch und in allnählicher 
Zunahme begriffen, 
„Alpina“ (S. 47), welches Schiff, von Lissabon ausgehend, die Passat- 
route einschlug, wurde durch die Wetterlage der Epoche 111 weniger begünstigt 
als „Diamant“. Vom 31. Dezember bis zum 4. Januar hatte es längeren Auf- 
enthalt durch die südwestlichen Winde der Depression, welche sich um diese 
Zeit nordwestlich von den Azoren befand. Erst am 6. Januar gelangte es an 
die Südseite des inzwischen von Westen herangekommenen Gebietes hohen 
Luftdrucks und damit in das Passatgebiet. Auch hier war der Wind nur 
zwischen 30° und 50° W-Lg von befriedigender Stärke, weiterhin aber oft 
zehr flau, letzteres vornehmlich aus dem Grunde, weil das Schiff bei der 
damaligen südlichen Lage des Maximums hier schon zu nördlich stand (siehe
	        
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