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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 15 (1887)

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Kleine Notizen. 
Kleine Notizen. 9 
1. (D. S.) Bemerkungen über Sabanilla. Ueber Sabanilla be- 
richtet Kapt. G. Reefsing, Führer des Deutschen Dampfers „Bavaria“, 
Folgendes: 
„Am 22. Oktober ankerte „Bavaria“ auf der Rhede von Sabanilla. An 
den beiden letzten Tagen wehte hier eine stürmische südwestliche Briese, die 
auf der Rhede eine hohe See erzeugte. Die Dampfer lagen unter Dampf, um 
nöthigenfalls nach See flüchten zu können. Der Eisenbahndamm war auf halbem 
Wege von Sabanılla nach Baranquilla durch die starken Regengüsse der letzten 
Tage zerstört. Die drei vorhandenen Schleppdampfer waren niedergebrochen. 
Der Verkehr zwischen den Schiffen und dem Orte Salgar, der Endstation der 
Eisenbahn, mufste deshalb vermittelst der Schiffsboote aufrecht erhalten und 
die Leichter nach dem 3 Sm entfernten Ankerplatze der Schiffe hinausgewarpt 
werden. Der neue Hafen Puerto Bellilo hinter der Westspitze der Insel Verde 
soll im Februar oder März nächsten Jahres so weit fertiggestellt sein, dafs die 
Schiffe dort ankern und mittelst Leichter von der zu errichtenden Kisenbahn- 
station ihre Ladungen einnehmen können. Die Pläne über den Bau der Hafen- 
dämme sind mir von dem Ingenieur, der den Hafenbau leitet, gezeigt worden. 
Die zu erbauende Eisenbahn ist bereits zur Hälfte fertig.“ eh. 
2. (D. S.) Strömung unter der Küste von Venezuela und Neu- 
Granada. Derselbe Kapitän berichtet: 
„Sämmtliche Schiffe, die ich in Sabanılla und später in Carthagena antraf, 
berichteten über aufserordentlich starke östliche Versetzungen, selbst noch 
nördlich der Insel Oruba. Wie schon angedeutet, herrschten unter der genannten 
Küste am 21. und 22. Oktober steife und stürmische westliche Winde, mit 
Böen und Regen, welche wohl als die Ursache der östlichen Meeresströmung 
anzusehen sind.“ 
3. (D. S.) Ueber die Untiefe Arcona Breaker?) berichtet Kapt. 
G. Reefsing: 
„Auf unserer Reise von Laguayra nach Mayaguez befanden wir uns am 
Morgen des 4. November 1886 in der Nähe des für Arcona Breaker an- 
gegebenen Ortes, konnten aber trotz scharfen Ausgucks nichts von denselben 
antdecken. Später beobachteten wir dagegen starke breite Stromkabbelungen in 
der Nähe des Schiffes, bei sonst mäfsigem Seegange. 
Das Meer hatte die gewöhnliche tiefblaue Farbe.“ 
4. Fischer-Bank bei den Lofoten.®) Durch die im vorigen Sommer 
auf Veranlassung der Norwegischen Admiralität bei den Inseln Röst und Varö, 
am südlichsten Ende der Lofoten, ausgeführten Lothungen ist westlich der 
ersteren Insel eine Bank gefunden, welche sich fast 90 Meilen (?) in den Nord- 
atlantischen Ocean hinein erstreckt. Die Tiefe beträgt hier 275m (150 Fad.) 
und nimmt dann plötzlich auf 550m (ca 300 Fad.) zu. Die Breite der Bank 
ist noch nicht vollständig bestimmt, jedoch ist konstatirt, dafs sie sich noch 
ziemlich weit östlich der Lofoten ausdehnt. Oestlich der beiden angeführten 
Inseln nimmt die Tiefe allmählich zu, wie im Westfjord. | 
5. Nachtfahrt durch den Suez-Kanal. Die Fahrt zur Nachtzeit 
durch den Suez-Kanal unter Benutzung des elektrischen Lichtes vom Schiffe 
aus scheint nach den Erfahrungen und Berichten des Französischen Messagerie- 
Dampfers „L’Ocdanien“ keine Schwierigkeiten zu bieten, Derselbe verliefs um 
41/4 Uhr Nachmittags Port Said und ging am nächsten Vormittage um 11'/ Uhr 
in Suez zu Anker; es fiel demnach der gröfste Theil der Fahrt in die Nacht- 
zeit; einen Aufenthalt von 4 Stunden 15 Minuten abgerechnet, giebt dies eine 
Durchschnittsgeschwindigkeit von 5 bis 8 Sm; um 12'/4" Nachts kam der 
Dampfer auf der Rhede von /smailia au, um 2° 50” Morgens beim Nord- 
Leuchtthurm des Gro/sen Bitter-Sees; hier wurden die elektrischen Lampen aus- 
gelöscht und mit Volldampf gegangen, so dafs um 3* 30” der Süd-Leuchtthurm 
erreicht und hier der Tay abgewartet wurde. 
1) Die mit (D. SS.) bezeichneten Notizen sind von der Deutschen Seewarte eingesendet, 
2) Vgl. No. 637 d. „Nachr, f. Seef.“, 1886, und „Ann. d. Hydr. etc.“, 1886, S. 181. 
% „Proceedings of the R. Geogr. Society“, London, Vol. VII, No. 11.
	        
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