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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 15 (1887)

458 Vierteljahrs-Wetter-Rundschau der Deutschen Seewarte, 
Individualisirung, von der Nordsec nach dem Ural, und ein ferneres im SW 
der Azoren nach Südost hin. Das Maximum der Rofsbreiten war dadurch in 
mehrere bewegliche Maxima zerspalten, und auch der durchschnittlich hohe 
Luftdruck an der Amerikanischen Küste, der diesen Zeitraum charakterisirt, 
wurde durch von den Seen heranzieheude Depressionen unterbrochen und in 
einzelne Maxima aufgelöst, deren zwei, von Labrador und vom unteren 
Mississippi ausgehend, bis gegen die Mitte des Oceans in diesen Tagen fort- 
schritten, eine Depression zwischen sich fassend, welche von Dakota am 20. 
ausgegangen war und auf dem Ocean zunächst an Bedeutung abnahm bis zum 
unscheinbaren Theilminimum, im folgenden Zeitabschnitt aber nach dem 24,, 
ähnlich wie ihre Vorgängerin am 16. d. M., sich erheblich vertiefte. und nord- 
wärts abbiegend nach dem Kismeer sich entfernte, 
Im Uebrigen ist dieser letzte Zeitabschnitt des Vierteljahrs, der die 
Tage vom 24. — 29. Februar umfafst, besonders charakterisirt durch die 
parallele Fortpflanzung zweier kräftigen Wirbel rasch hintereinander längs der 
Amerikanischen Küste nach Nordosten; auffallend ist es dabei, dafs die Bahn des 
späteren Wirbels (28. Februar bis 1. März) links von der Bahn des vorher- 
gehenden (25.—29. Februar) lag, während sonst in Fällen dieser Art es um- 
gekehrt zu sein pflegt. Südwestlich von den Azoren lagerte dabei stationär 
ein, übrigens nur schmales, Gebiet hohen Druckes, dem am 27. und 28, zur 
Linken dieser Bahnen ein zweites in Manitoba gegenübertrat, das aber nur in 
viel geringere Höhen reichen konnte, da die Temperatur der Luft etwa 50° C. 
tiefer war, als in jenem auf der rechten Seite der genannten Depressions- 
bahnen ! 
Wir lassen wiederum einige Notizen aus Schiffsjournalen für die Tage 
vom 19.—29. Februar folgen. 
19. Februar. S. 27, Um 4p niedrigster Luftdruck, 751,7; um 8p Wind ENE1l1. — 
S. 103. Während dichter Schneeböen zeigte sich um 11p das St. Elmsfeuer, 
20. Februar. S. 30 (65° W). Um 12p Wind WSW 9, Barometer 751,6. — S. 105 
56° N). Um 1082 niedrigster Luftdruck, 724,9. — S. 109. Um 128 orkanartiger SW-Sturm; nie- 
drigster Luftdruck dann 749,5. — S. 106. Zwischen 4a und 6a wehte es orkanartig aus SW; 
niedrigster Luftdruck 734,1 um 5a; nach dieser Zeit rasches Steigen des Barometers; Blitzen im NW. 
23. Februar. S. 86. Um 2l/ap sprang der Wind bei niedrigstem Luftdruck von 751,4 
und Regen Blitz und Donner um von SW 7 nach NW 9. — D. 27. Um Sp Windstille, Baro- 
meter Zıde 
26. Februar, D. 61 (57° W). Um 8p Wind ESE 9, Barometer 745,1. — D. 38 (29° W). 
Um 8 p Wind N 8, Barometer 744,8. 
27. Februar. D. 27. Um 48a orkanartiger, nach E umgehender Wind, Barometer 738,2. — 
D. 44. Um 8p Wind W 11, Barometer 741,0. — D. 61. Um Sp Wind WSW 4, Barometer 741,2, 
Wetterleuchten. — 8. 30. Um Oh a. m. Wind SE 8, um 4a SSW 9. — D. 34. Um 8p Wind SSW 7, 
Barometer 744,8. — SS. 103. Bei Gewitter und starkem Regen erschien das St. Elmsfeuer., 
28, Februar. D.44. Um 8p Wind SE 6, Barometer 749,7. — D. 61. Um 8p Wind W 8, 
Barometer 738,9. — S. 100, Bei Gewitter erschien das St. Elmsfeuer, — D. 51. Um 8p Wind S , 
Barometer 741,1. — S. 98. Wind im Laufe des Tages durch E nach N drehend. 
Ein Vergleich der Isobarenkarte des Februar-Monats 1884 mit den 
normalen Isobaren des Februar zeigt uns, dafs auf dem Theile des Atlantischen 
Oceans, der zwischen Grönland und Südwest-Europa liegt, der mittlere Luftdruck 
ungewöhnlich niedrig war — um 1--6mm tiefer als normal — im östlichen 
Centraleuropa derselbe hingegen abnorm hoch war, 3—4 mm über normal, 
Die Monats-Isobaren hatten dadurch in Westeuropa einen Verlauf von 
SW nach NE, statt von WSW nach ENE, so dafs die vorherrschende Luft- 
strömung, im Gegensatz zum vorhergehenden Monat, viel südlicher als normal 
war. Das gewöhnliche Niederdruck-Gebiet auf dem Mittelmeer war auf den 
Osten reducirt, wo die stationäre Depression am 7.—17, lagerte. In Nord- 
amerika waren die Abweichungen durchschnittlich geringer, die Druckvertheilung 
jedoch durch besonders starke Ausprägung des Ueberdrucks im NW und SE 
von den Seen im Vergleich zu diesen selbst ausgezeichnet. 
(Schlufs folgt.)
	        
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