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Vierteljahrs-Wetter-Rundschau der Deutschen Seewarte,
der auf Karte III vereinigten Zeitabschnitte, jenen vom 21.—23. Dezember.
Gegen dessen Ende wurde der hohe Druck auf dem Ocean auf ein ebensolches
schmales Band reduzirt, wie wir es wiederholt in den vorhergehenden Monaten
gesehen haben. Auf der Europäischen Seite zeichnete sich derselbe durch
niederen Druck über dem norwegischen Meere und Skandinavien aus, bei Fort-
dauer des mäfsig hohen Druckes in der Südhälfte Europas, so dafs der mittlere
Theil des Kontinents wiederum von einem breiten westlichen Luftstrom be-
strichen wurde. Wie auf dem Meere am 20.—21., so wurde über Skandinavien
am 23.—24, die Kontinuität des Wirbels durch die Entwickelung eines neuen
Centrums südlich vom alten und rasches Verschwinden des letzteren unter-
brochen:
Zur Ergänzung der synoptischen Karten aus der Zeit vom 16.—23. De-
zember führen wir wieder einige Notizen aus den Journalen der für die Seewarte
beobachtenden Schiffe an.
Aus dem Bereiche der Depressionen bei Neufundland:
Am 16. Dezember. S. 11. Um 11%4p sprang der Wind in einer stürmischen Böe um
son SSW 7 nach NE 7; der Luftdruck stieg darauf in 4 Stunden um etwa 4 mm.
Am 17. Dezember. S. 36. Um 8p Wind NWS, — S. 19. Um 2a sprang der Wind
am von SE 5 nach NW5. — D. 48. Um 8p Wind WNW 5, Bar. 744,5. — D. 46. Um 7p Wind
SE 11, Blitzen; um 8p Wind SE 9, Bar. 752,5.
Am 21. Dezember. D. 41. Um 8p Bar. 748,1, Wind SW8. — D. 29. Um 8p Bar.
746,0, Wind WSW 6.
Am 22. Dezember. S. 27. Wind um 2a E6, um 4a SE6, um 6a SSW8S8, um 12a W8,
um 8p WNW6 und um 10p WNW2. — D. 50. Um 8p Wind WSW 6, Bar. 744,8.
Aus der Nachbarschaft der Kanarischen Inseln:
Am 16. Dezember. Segler 49. Heftige Gewitterböe, die von starkem Hagelschlag
begleitet war.
Im folgenden Zeitabschnitt vom 24.—30. Dezember, der ebenfalls auf
Karte III Darstellung gefunden hat, sehen wir, im Gegensatz zu dem eben
behandelten Zeitraum, südlich von 56° Br auf dem Ocean wie in Nordamerika
eine Mehrzahl beweglicher Maxima sich dahinschieben und dagegen ein bedeu-
tendes stationäres Maximum über Europa lagern. Zunächst sehen wir das von
Westen gekommene Hochdruckgebiet, welches am 23, in starker Entwickelung
äber Canada lag, sich an den folgenden Tagen, unter Abschwächung, nordost-
wärts ziehen. Sodann finden wir vom 27. an einerseits dieses Gebiet, unter
Umgestaltung und Bildung eines neuen: Centrums, von den Bermuden gegen
[rland wandern, andererseits ein zweites flacheres Maximum von Nordtexas
gegen die Bermuden. Nördlich von diesen Gebieten hohen Druckes bewegten
sich Depressionen, und zwar füllt die Wanderung dreier derselben auf sehr
langen Bahnen diese ganze Woche aus, neben welchen einige kurzlebige Er-
scheinungen auftraten; die erwähnten drei Bahnen fallen dabei auf einem Theile
ihres Verlaufes auffallend nahe zusammen, einestheils von Kansas bis Neu-
fundland, andererseits von Neufundland bis Nowaja Semlja. Die wichtigste
Unterbrechung in der Kontinuität dieser drei Phänomene fand am 27./28, statt.
Bei der östlichsten Depression bestand sie, so viel sich erkennen läfst, nur in
einer Umbiegung der Bahn nach rechts, um das Europäische Hochdruckgebiet
herum nach Westsibirien hinein, unter gleichzeitiger Abschwächung; die mittlere
Depression, deren Centrum am Abend des 27. sich vertieft hatte und bei Stykkis-
holm lag (Bar. 735,3), scheint während derNacht nordwärts sich von Island entfernt
zu haben, dann aber umgewandt oder ein starkes Theilminimum an ihrer Süd-
seite entwickelt zu haben; denn während des 28. Dezember fällt das Barometer
aufs Neue, nicht nur auf den drei Isländischen Stationen, sondern selbst auf den
Faröern, und erreicht am Abend zu Akureyri den Stand von 730,9 mm und
selbst zu Stykkisholm wiederum 736,0 mm, worauf neues Steigen folgt. Sehr
plötzlich war die Umwandlung, welche bei der westlichsten der drei Depressionen
schon in der vorhergehenden Nacht erfolgte. Unter ausgedehnten und heftigen
Regen- und Schneefällen und hochgradiger Verschärfung der räumlichen
Temperatur-Unterschiede entwickelte sich die schwache vom Erie-See kommende
Depression im Laufe des 27. und der Nacht zu einem mächtigen Wirbel, welcher
sowohl im St. Lorenz-Thal, als besonders auf dem Meere sehr heftigen Sturm