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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 15 (1887)

Vierteljahrs-Wetter-Rundschau der Deutschen Seewarte, 
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„Während einer mäßig frischen‘ Briese von Südost wurde ein‘ mit 488 m 
(1600‘ ‚engl.) per Stunde nach Luvard- setzender Unterstrom gemessen. Dieser 
Unterstrom ist wahrscheinlich die Ursache, dafs so viele Schiffe bei südlichen 
oder südöstlichen Stürmen ihre Anker verlieren.. In den Pausen zwischen den 
einzelnen Böen setzt der Unterstrom das Schiff‘ nach Luvard und die Anker- 
kette liegt lose auf dem Grunde. Bei der nächsten Böe treibt das Schiff mit 
Fahrt zurück und bricht durch das plötzliche Einrucken die Kette. 
Das Hauptresultat der Untersuchungen des Kapitän Perry ist, dafs für 
gewöhnlich der Strom von Green-Spitze nach dem Wellenbrecher zu setzt, von 
da südlich an der Kapstadt-Küste entlang und um die Bai herum nach Norden, 
Der Strom ist nicht, stark; der höchste gemessene Betrag betrug 0,3 Kn; er 
wird daher, leicht durch lokale und. durch den Wind erzeugte Oberflächen- 
bewegungen des Wassers beeinflufst und aufgehoben. Ebbe und Fluth scheinen 
auf den Strom in keiner Weise einzuwirken. 
Vierteljahrs - Wetter - Rundschau der Deutschen Seewarte 
an der Hand der täglichen synoptischen. Wetterkarten für den 
Nordatlantischen Ocean. . 
Winter 1883—1884. 
(Mit 8 Karten, Tafel 21-—24.)- 
I. Allgemeine Untersuchungen über die Wetterlage 
auf dem Nordatlantischen Ocean, 
Die dieser Rundschau beiliegenden acht Karten sind nach ganz denselben 
Principien entworfen, wie die Karten für den Herbst 1883, worüber ınan in 
diesen Annalen, S. 255 das Nöthige angegeben findet. Eine Erklärung der 
angewandten Zeichen findet sich auf jeder Karte. Für die Darstellung der 
Bahnen der barometrischen Minima ist im Wesentlichen eine Kombination der 
in den Monatsberichten der Seewarte und jenen des Französischen meteoro- 
logischen Central-Bureaus befolgten Methoden angewandt worden. Dafs die 
Bahnkurven dabei einen möglichst ruhigen, von Knickungen freien Verlauf er- 
halten haben, geschah aus zwei Gründen: einerseits ist ein solcher nach allen 
Analogien in jedem Fall als der wahrscheinlichere anzusehen, so lange nicht 
klare Beweise für die unregelmäfsigen Biegungen vorliegen; andererseits er- 
Jeichtert der glatte Verlauf der Kurven die Uebersicht und die Verfolgung 
der Bewegungen der Depressionen, Wir hoffen, dafs das Bestreben, das Neben- 
sächliche dem. Wesentlichen unterzuordnen, welches ‚ein Kenner leicht an allen 
Stellen dieser Arbeit herausfühlen. wird, die Billigung und den Beifall unserer 
Fachgenossen finden wird. ; 
Bei der Wall der Isobare 765 zur graphischen Mittelung war mafsgebend, 
dafs dieselbe auf jeder Karte vorhanden ist, mit die geringste Veränderlichkeit 
besitzt und weit genug von den durch die Bahnen der Minima genügend be- 
zeichneten und stark besetzten Gebieten niederen Druckes absteht. Da diese 
Isobare bereits vorwiegend anticyklonale Krümmung hat, so läfst sie in Ver- 
bindung mit den Inschriften die mehr oder weniger stationären Maxima des 
Luftdrucks gut hervortreten; die Zacken an den betr. Kurven unserer Karten 
sind stets nach der Seite des höheren Druckes gerichtet. Die Ableitung dieser 
Kurven durch graphisches Mittelziehen war in der Mitte der Karte und meist 
auch bis an deren rechten Rand leicht, für Nordamerika ‚dagegen oft 
schwierig; einestheils weil die Maxima über letzterem Gebiet eine viel größere 
Verschiebbarkeit besitzen, als über Europa und dem. östlichen Theile.des Oceans;
	        
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