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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 15 (1887)

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Bericht über Häfen am Golf von Persien. 
eines zerlegten Flufsdampfers direkt ans Land befördern konnten. Die Gefahr, 
auf Grund zu gerathen, war dabei vollständig ausgeschlossen, 
Während der Regenzeit, welche von November bis April gerechnet wird, 
soll der Karun sehr reifßsend sein und weithin über seine Ufer hinaustreten. 
Wir beobachteten noch im Mai und Anfang Juni eine Geschwindigkeit des 
Stromes bis 4 Kn, abnehmend gegen Hochwasser bis auf 2 Kn. Später wurde 
die Geschwindigkeit allmählich geringer und hörte gegen Hochwasser ganz auf. 
Im August hatten wir sogar einige Stunden auflaufenden Strom, während die 
Geschwindigkeit des Ebbestroms 2,5 Kn erreichte. Das Wasser ist auch in 
dieser Jahreszeit, selbst bei Hochwasser, durchaus süls und, nachdem der darin 
befindliche Lehm sich gesetzt hat, ein sehr gutes Trinkwasser, jedenfalls das 
beste, das im Persischen Golf zu haben ist. 
Proviant für den täglichen Bedarf konnte in Mohammerah ziemlich billig 
beschafft werden, doch mufesten wir auch Vieles von Basrah kommen lassen. 
Dauerproviant als: Salzfleisch, Konserven, Hartbrod u. s. w. ist auch in Basrah 
nicht zu haben. 
Das Klima war während unseres Aufenthaltes in Mokammerah, von Ende 
Mai bis September, zwar nicht angenehm, der grofsen Hitze und Trockenheit 
wegen, doch als ungesund nicht zu bezeichnen. Jedenfalls ist es besser als in 
Basrah. Bei uns an Bord kamen nur wenige und leichte Fieberfälle vor, die 
in einem oder zwei Tagen beseitigt waren, obgleich die Mannschaft viel am 
Lande arbeiten mufste, während in Basrah, wie mir dort erzählt wurde, sehr 
heftige Fieber häufig waren. Bemerkenswerth ist die grofse Trockenheit der 
Luft, die wohl nirgends auf der Erde, aufser vielleicht in Centralasien, iu dem- 
selben Mafse vorhanden ist, (Nach zuverlässigen Angaben herrscht eine eben 
solche Trockenheit wie hier auch auf dem Plateau von Zran.) Das Holz in den 
Kajüten trocknete so ein, dafs die Füllungen theilweise unter den sie umgebenden 
Leisten hervortraten. Spalten von 7 bis 8 mm Breite waren mehrere vorhanden, 
Föhrenes Holz zog sich, quer über die Jahresringe gemessen, auf 2 m um 34 mm 
zusammen. Am besten hielt sich Teakholz, obgieich es ebenfalls sehr ein- 
trocknete; alle übrigen Holzarten, die an dem Schiffe zur Verwendung ge- 
kommen waren, konnten der großen Hitze und Trockenheit nicht Stand halten. 
Den gröfsten Unterschied zwischen dem feuchten und trockenen Thermo- 
meter beobachteten wir am 6. August 1885 um 4* p. m., als das trockene Ther- 
mometer 45,1° C., das feuchte 22.0° zeigte. Die Lufttemperatur von 45,1° war 
zugleich die höchste, welche von uns beobachtet wurde. Während der wärmsten 
Zeit, als welche Ende Juli und Anfang August bezeichnet werden kann, ist ein 
psychrometrischer Unterschied von 15° bis 20° in den Nachwittagsstunden 
etwas Gewöhnliches. Trinkwasser, welches wir in thönernen, porösen Gefäfsen 
dem Winde aussetzten, kühlte bei einer Lufttemperatur von 40° bis auf 19° ab. 
Aeufserst lästig sind bei dieser Trockenheit die häufig auftretenden Staub- 
winde, die besonders in den Monaten Juli, August und September oft vorkommen 
und nicht selten so viel Staub mit sich führen, dafs man kaum 100m weit sehen 
kann. Wenn dieselben wehen, müssen alle Wohnräume geschlossen werden, 
und das Athmen im Freien ist erschwert. Der Staub besteht, wie der Boden 
der am Schat el Arab gelegenen Ebene, aus feinem trockenem Lehm, . nicht 
aus Sand. 
Charakteristisch für das Klima in Mohammerah ist der anhaltende nörd- 
liche Wind, welcher etwa im Juni einsetzt und mit geringen Unterbrechungen 
bis Oktober weht. Während unseres Aufenthaltes kam derselbe anfänglich aus 
den Richtungen Nord bis Nordnordost; bald zog er sich jedoch westlicher und 
war aus den Strichen Nordnordwest bis Nordwest am bestäudigsten und auch 
am kräftigsten. Die gröfste Beständigkeit hatte er Ende Juli und Anfang August, 
Im Laufe des letzteren Monats drehte er sich dann noch mehr nach links, oft 
bis Westnordwest und selbst bis West, wobei er zugleich an Beständigkeit 
verlor. Während dieser ganzen Zeit war keine Wolke am Himmel zu sehen. 
Als etwas ganz Besonderes sahen wir im August am Morgen und in den Vor- 
mittagsstunden mehrmals kleine Federwolken. Regen fehlte in Mohammerah 
gänzlich; von Basrah wurde als etwas Unerhörtes berichtet, dafs dort im August 
zwei bis drei Mal Abends ein fünf Minuten anhaltender Staubregen stattgefunden 
hatte. Die Regenzeit dauert von November bis April. Wir hatten Ende Mai,
	        
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