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Bericht über Häfen am Golf von Persien.
Kursänderung nach ONO0%40 kann auch durch die folgenden Deckpeilungen
erkannt werden: Sind die beiden Palmen in 0!/2S, dann befinden sie sich rocht
unter einer Spitze in dem dahinter liegenden Gebirgsrücken, welche dadurch
kenntlich ist, dafs nördlich davon ein kleiner Sattel und noch etwas weiter
nördlich eine kleine, sargähnliche Erhöhung sich zeigt. Die Englische Flaggen-
stange in SO*/4S ist recht unter dem Einschnitt zwischen den beiden höchsten
Spitzen des Buh Rizzat (Asses Kars). Man kann nur bei halber Gezeit oder
Hochwasser einlaufen, da in der Einfahrt bei Niedrigwasser nur 4,5 m (2'/a Fad.)
zu finden sind; bei Hochwasser etwa 5,9 m (3'/4 Fad.).
Das Lootsengeld für Buschehr beträgt einkommend und ausgehend 1'/2 Kran
pro Englischen Fufs Tiefgang. Alle Schiffe, die nach Basrah bestimmt sind,
laufen Buschehr an, um einen Lootsen für den Schat el Arab (Mündungsflufs
des Euphrat und Tigris) zu nehmen, auch wenn sie für Buschehr keine Ladung
bringen. Solche Lootsen sind in Buschehr immer zu haben. Sie bleiben so
Jange an Bord, bis die Schiffe Basrah wieder verlassen. Das Lootsengeld für
den Schat el Arab beträgt 15 Kran pro Englischen Fufs Tiefgang, einkommend
und ebenso viel ausgehend, Aufserdem erhält der Lootse noch 2'/; Kran Kost-
geld für jeden Tag seines Aufenthalts an Bord. Durch Uebereinkunft lassen
sich Verminderungen des Lootsengeldes für den Schat erreichen.
Die gangbare Münze ist der Kran, eine Silbermünze. Derselbe wird ein-
getheilt in 40 Pul. Kupfermünzen im Werthe von 1,2 und 4 Pul trifft man
vielfach an. Es ist auch Goldgeld vorhanden, aber im Verkehr sehr selten; es
sind dies der Toman gleich 10 Kran, der Doppel-, halbe und Viertel-Toman,
Gewöhnlich mufs man für den Toman 12 bis 13 Kran bezahlen, Vielfach wird
auch nach Rupien gerechnet und diese Münze im Verkehr zu dem Kurse
100 Rupien gleich 250 Kran angenommen. Bei gröfseren Beträgen wird nach
dem Tageskurse gerechnet, der sehr schwankend ist, 100 Rupien gleich 246 bis
258 Kran. Das Englische Pfund Sterling werthet 31 bis 35 Kran. Bei Empfang
des Geldes muß man vorsichtig zu Werke gehen, da eine Menge falschen
Geldes kursirt,
Von Lebensmitteln für den täglichen Gebrauch sind Mehl, Erbsen, Bohnen,
Reis, Kaffee, Fleisch, Hühner, Eier u. s. w. stets vorräthig. Das Mehl ist nicht
ganz von Kleie gereinigt. Hammelfleisch, Hühner und Eier sind gut und billig,
Rindfleisch ist nicht immer zu haben, Schweine sind gar nicht vorhanden. Wasser
wird in Tanks längsseits gebracht, ist jedoch nicht sehr gut. Das beste Wasser
wird von den etwa 3 Sm südlich von Buschehr gelegenen Bahamani-Brunnen
gebracht und kostet längsseits ungefähr 30 Kran für 1000 Gallonen; minder-
werthiges Wasser wird mit 20 bis 25 Kran bezahlt. Die Schiffe, welche nach
Basrah gehen, versehen sich meistens mit dem Wasser des Schat el Arab. Da
aber dieses Wasser, wenn auch besser als das in Buschehr, auch nicht sehr gut
ist, dürfte es am besten sein, ausgehend von Basrah vor der Mündung des
Flusses Karun zu ankern und aus diesem das Wasser zu holen, Das Wasser
des Karun ist das beste im Persischen Golf; erst etwas trübe, klärt es sich
doch rasch durch einen kleinen Zusatz von Alaun und hält sich sehr gut.
Dauerproviant ist in Buschehr wie in allen Häfen des Persischen Golfs nicht
zu haben. Steinkohlen sind vorräthig, und wird zur Zeit Wales-Kohle, längs-
seits geliefert, mit 37 Rupien die Tonne bezahlt. Für Boote, welche den Ver-
kehr mit dem Lande vermitteln, bezahlt man für die Fahrt 2 bis 4 Kran, pro
Tag gemiethet 5 Kran. Hafenabgaben irgend welcher Art sind in Buschehr
nicht zu entrichten,
Aufser den Persischen Telegraphenleitungen existirt in Buschehr Ver-
bindung durch Englische Telegraphenlinien mit Teheran, Fao-Basrah-Bagdad
and Kurachee-Bombay. Die Post nach und von Europa wird am besten durch
die wöchentlich gehenden Englischen Dampfer über Brindisi vermittelt.
Buschehr ist der Sitz des Britischen Residenten für den Persischen Golf,
dem ein Vicekonsul für Buschehr unterstellt ist. Europäische Firmen existiren
zur Zeit nur drei am Orte, nämlich Hotz & Son, Gray, Paul & Co. und
Muir & Co.; außerdem sind eine Armenische Firma: Malcolm & Co., deren
Inhaber Konsularagent der Vereinigten Staaten ist, und eine Persische: Hadji
Mohammed Mehedi Malektijar vorhanden. Die Europäer haben für ein-
geführte Waaren 5%g Zoll vom Werthe zu bezahlen. Das Recht, den Zoll in