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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 15 (1887)

Kleine Notizen. 
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Ich liefs zwölf Säcke anfertigen, welche ich in der in der Skizze veranschau- 
lichten Weise über Bord hing, nachdem dieselben mit dickflüssigem Oel gefüllt 
waren, welches nur tropfenweise austrat.“ (Die Skizze zeigt, daß an verschieden 
langen Leinen am Hintertheil des Schiffes sechs Oelsäcke und an zwei von den 
beiden Seitenhäusern auf Deck ausgelegten Spieren ebenfalls an verschieden 
langen Leinen je drei Oelsäcke befestigt waren, so dafs diese Säcke nach Art 
einer Egge parallele Furchen oder Linien auf dem Wasser zogen.) „Der Verbrauch 
des Oeles’ (von dem sich übrigens absichtlich aufsergewöhnlich grofse Mengen 
an Bord befanden) war so gering, dafs ein Sack von 2 Fufs Länge und 1 Fuß Breite 
erst nach 12 Stunden leer wurde, Zur Sicherheit lielfs ich jedoch alle 4 Stunden 
die Säcke revidiren und, wo nöthig, nachfüllen. Der erzielıe Eflekt war nun 
der folgende: Die von hinten auflaufende See brach sich an deu am Hintertheil 
des Schiffes ausgelegten und nachschleppenden Säcken, das Wasser glättete 
sich jedoch nicht, nur wurde der See der „Kopf“ oder „Brecher“ und damit 
jede Kraft und Gefahr genommen. Unregelmäfsig von der Seite auflaufende 
Seen brachen sich in gleicher Weise an den seitwärts ausgelegten, an den 
Spieren schleppenden Säcken. Das Schiff lag von dem Augenblicke des Oel- 
aushäugens in sogenaunter todter See und nahm in 48 Stunden nur zweiwal 
etwas Spritzwasser auf Deck, Bei der Wichtigkeit des Gegenstandes für die 
gesammie Schiffahrt werde ich meine nunmehr gründlichen Erfahrungen mit 
detaillirter Auweisung zum Gebrauche des Oeles aut See in zweckentsprechenden 
Zeitschriften veröffentlichen.“ 
3. Sturm-Signale in Amerika. Nach einer Bekanntmachung des 
„Signal Office“ zu Washington werden vom 1. September d. J, ab bei den 
Sturm-Sigualen an den Küsten des Atluntischen Oceans und des Golfes von 
Mexiko Unterschiede zwischeü schweren und leichten Stürmen gemacht, ferner 
wird durch die Signale angegeben; ob das Sturmveutrum die Station bereits 
erreicht oder passirt hat, sowie die wahrscheiuliche Richtung, aus welcher 
heitige Winde erwartet wermlen, Es wird dabei die Erfahrung in Rücksicht 
gezogen, dafs westliche Wiude von grofser Geschwindigkeit bei aufklareudem 
Wetter weniger gefahrlich sind als ösıliche Wiude mit kaltem Wetter. Die 
Signale werden fulgendermalsen ausgeführt: 
a) Eiue gelbe Flayge mit einem weißen Quadrat in der Mitte dient als 
Warnungssigual uud bedeutet, dafs die erwarteten Winde weniger heftig, und 
ohne Gefahr für seegehende Schiffe sind. . 
b) Eine rothe Flagge mit schwarzem Quadrat ist das Sturmsignal und 
zeigt einen Sturm ‚von grofser Sıärke an. 
Zur Bezeichnung der Lage und Richtung des Sturmes oder der zu er- 
wartenden Winde dienen zwei Wimpel. Ein rother Wimpel bedeutet östliche 
Winde, d.h. Winde von Nordost bis Süd, und dafs das Sturmcentrum sich nähert. 
Ein weißer Wimpel bezeichnet westliche Winde, d. h. Winde von Nord bıs Südwest 
and dafs das Sturmecentrum bereits passirt ist. Der rothe Wimpel wird über 
dem Warnungs- oder Sturmsignal geheifst, wenn Winde aus dem Nordost- 
quadranten, und unter der Signalflagge, wenn Winde aus dem Südostquadranten 
erwartet werden. In gleicher Weise zeigt der weilßse Wimpel über der Signal- 
flagge geheifßst nordwestliche, unter derselben geheifst südwestliche Winde an. 
In der Nacht wird nur die Windrichtung durch Signal kenntlich gemacht, 
und zwar Östliche Winde durch ein rothes Licht, westliche Winde durch ein 
roth- und weißes Licht.!) 
4 Flaschenposten, a) Kapitän Platen von dem Britischen Schiff 
„Patriarch“ setzte am 23, December 1884 in 18° 29‘ N-Br und 27° 8‘ W-Lg 
eine Flasche über Bord, welche 1887 an dem Ostrande der Caicos-Bank, bei 
der Nigger Cay-Bai in ungefähr 21° 40‘ N-Br und 21° 30° W-Lg aufgefischt 
wurde. Sie hat demnach iu der Richtung rw. WY2N einen Weg von 2523 Sm 
zurückgelegt, entsprechend dem hier laufenden Strome.?) 
4) „The Nautical Gazette“, New-York, No. 695 und „Notice to Mariners“, Washington, No. 37. 
2) „Nautical Magazine“ 18837, Vol. LVI, No. 9. 
Ann, d. Hydr. eic., 1857, Heft X.
	        
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