Kleine Notizen.
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Der innere Hafen. Nach Passiren der Einfahrt findet man eine runde
Bucht, in welcher Schiffe mit nicht mehr als 2 m Tiefgang in einer dem Ein-
gang gegenüber liegenden Rinne ankern können. Die hier hauptsächlich ver-
kehrenden 80—150 Tonnen fassenden Fahrzeuge berühren bei Niedrigwasser
den Grund, und diejenigen, welche an die Quais gehen, haben ganz flache Böden,
Links vom Eingang ist auf eine Strecke von 150 m felsiger Grund, dann kommt
ain Sandstrand, und hieran schliefsen sich kleine wenigstens 200 m lange Quai-
mauern, wo Fahrzeuge mit nicht mehr als 1’ m Tiefgang anlegen können.
Durch den darüber lagernden Sand ist die Basis der Quais etwas versandet,
so dals man nur mit Hochwasser anlegen kann; bei Niedrigwasser ist es leichter,
an einen der südlich davon liegenden Felsen zu gehen. Ungefähr 150 m vom
Quai nach See zu liegt ein Felsen, welcher durch einen auch bei Hochwasser
sichtbaren Pfahl oder Bake aus Eisen markirt ist. An den Quai schließt sich
ein sanft abfallender Sandstrand an, der um die Bai herum läuft bis zur
rechten Spitze des Kinganges, von welchem derselbe durch die Mündung eines
kleinen Flusses getrennt ist. Ein Kilometer von dieser Mündung befindet sich
eine Brücke; hinter dem Strande liegen Sandhügel. Rechts vom Eingang ist
die Küste felsig und besitzt eine Art Landungsplatz und ein Zollmagazin,
Im Allgemeinen gleicht der Hafen von San Martinho im Aussehen einem
See, welcher sich an der Mündung eines Flusses gebildet hat, und welcher sich
im Laufe der Zeit einen Ausweg in die See gebahnt hat. Der Ort San Martinho
liegt auf einer kleinen Anhöhe in der NO-Ecke der Bucht. Im Südwesten des-
selben sind Anlagen für Eisenbahnen im Bau.
Bei der Ansteuerung von San Martinho muls man, sobald man es kann,
auf den steilen Küstenabhang im Norden der Bucht, oder besser auf den
nördlich desselben gelegenen Sandstrand, den man in genügender Entfernung
erkennen kann, zuhalten; dem südlicheren Theil ist nicht zu trauen, weil sich
dort Felsen und Brandung befinden. Bei nebeligem Wetter und wenn man
Nachts ankommt, gehe man unter stetem Gebrauch des Lothes langsam vor-
wärts und stoppe, wenn man weniger als 20m Wasser bekommt. Von Westen
her ist die Ansegelung am leichtesten, man wird die Steil-Küste im Norden,
wo sich der Leuchtthurm und die kleine weißfse Kapelle befinden, leicht er-
kennen. Selbst bei gutem Wetter steht fast immer etwas See, die mit der
Annäherung an den Eingang immer mehr hervortritt. Wenn man die Details
der Küste nicht deutlich genug unterscheiden kann, oder wenn man sieht, dals
der Seegang zunimmt, so mufs man wieder nach See halten und klares Wetter
abwarten.
Mit schweren Ankern kann man 200 oder 250 m südwestlich von der
Westspitze des nördlichen Felsabhanges auf 15—18 m Wassertiefe und Sand-
grund ankern. Man findet überall Sand- oder Kiesgrund mit Ausnahme bei der
Südseite des Einganges, wie schon erwähnt ist. Bei der Einfahrt und im Kanal
hält der Ankergrund sehr schlecht.
Um in den Hafen zu gehen, passire man zwischen dem Südabhang und
dem Ende_der Barre; nachdem ersterer passirt, mufs man sofort nach Backbord
halten, denn die Wassertiefen sind hier in Folge von Anschlammungen gering
and veränderlich. Indem man dann auf die Gebäude der Stadt zuhält, ankert
man Ost und West von dem Hügel, welcher die Nordseite des HEinganges
bildet, Hier sind freilich nicht die gröfsten Wassertiefen, man ist daselbst
Aber verhältnifsmälsig gegen Seegang und die am meisten zu fürchtenden West-
und Nordwest- Winde geschützt. Die kleinste Wassertiefe auf diesem Ankerplatz
östlich des Hügels betrug bei Springzeit am 9. März 1887 2,9m, die gröfste
5,97 m. .
Mit Ausnahme der Springzeiten können Schiffe mit 3m Tiefgang ruhig
diesen Ankerplatz benutzen. Bei ruhiger See ist hier Nichts zu fürchten, bei
frischen West- und Nordwest-Winden wird der Hafen jedoch gefährlich; der
Kanal ist dann unpassirbar, und die Schiffe sind während der ganzen Dauer
des schlechten Wetters im Hafen eingeschlossen. Der Hafen bietet demnach
nur eine Zufluchtsstätte auf kurze Zeit und bei Winden von Nord durch Ost
bis Südost. Die Haltbarkeit des Ankergrundes ist mangelhaft, und die Bucht
versandet täglich mehr; die hier gebotenen Hülfsquellen sind unbedeutend, und
kann der Hafen nur von kleinen Fahrzeugen benutzt werden.