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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 15 (1887)

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Die Bewölkung im östlichen Theile des Nordatlantischen Oceans. 
den Werthen der Englischen Publikation, welche für je zwei Breitengrade 
berechnet sind, finden sich manche, die auf weniger als 50 Beobachtungen 
beruhen; diese haben wir, so gut es anging, durch Interpolation nach den 
benachbarten Feldern berichtigt. 
Im Allgemeinen ist das Bild, wie nicht anders zu erwarten war, dem- 
jenigen sehr ähnlich, welches wir in derselben Weise von der Vertheilung der 
Regenhäufßgkeit in denselben Breiten entworfen haben Gel. diese Annalen S. 324). 
Doch sind die Gegensätze hier bedeutend geringer. ährend die Regenhäufig- 
keit zwischen 0 °%o und 80 % aller Tage schwankt, liegt der Spielraum der 
Bewölkung nur zwischen 33 %, und 73 % des ganzen Himmelsgewölbes, Die 
trockenen Zeiten und Räume finden also nur zum Theil in geringerer Wolkenmenge 
ihren Ausdruck, zum anderen Theil aber in der Unfähigkeit der vorhandenen 
Wolken, Regen zu spenden, Woran diese Unfäbigkeit liegt, ist noch nicht 
bekannt; es ist aber Thatsache, dafs auch in unserem Klima zuweilen Wochen 
vergehen, wo trotz bedeutender Bewölkung kein Regen fällt, während zu anderen 
Zeiten jede Wolke regnet, Das Obige scheint uns ein wichtiges Resultat für 
den Ocean zu sein. 
Ein Auseinandergehen der beiderlei Kurven in Bezug auf die jährliche 
Periode ist in der Zone 15°—27° N-Br auffällig. Während die tropischen 
Sommerregen zwischen 15° und 20° N-Br aufhören, reicht das sommerliche 
Maximum der Bewölkung weiter bis 25° N-Br hinauf. Entsprechend reicht das 
winterliche Maximum bei der Bewölkung südwärts nur bis 25° N-Br, beim Regen 
bis 17° N-Br. Das Minimum fällt in diesen Breiten bei der Bewölkung auf den 
Herbst, beim Regen auf den Frühling. Erst von 15°—17° südwärts ist auch 
die Bewölkung im Frühjahr kleiner als im Herbst, und erst nördlich von 27° N-Br 
Aiefsen beide Minima in ein solches im Spätsommer zusammen. Zwischen 15° 
and 20° N-Br ist also das Ende der grofsen, von Februar bis Juni reichenden 
Trockenzeit sehr bewölkt, 
Es könnte nun sein, dafs dieser Unterschied in der jährlichen Periode 
beider Elemente seinen Grund nur in der Verschiedenheit der benutzten Jahr- 
gänge hat. Um dies zu prüfen, wollen wir für den gleichen Streifen zwischen 
20° und 30° W-Lg die Angaben über Regen aus denselben Quellen und somit 
auf dieselben Jahrgänge bezüglich vergleichen. Allerdings läfst sich die Zahl 
der Tage mit Regen aus diesen nicht entnehmen, sondern nur Angaben, die 
sich auf vier- bis achtstündige Zeiträume oder auf Stunden beziehen; nach dem, 
was wir anderswoher wissen, müssen sich diese Daten dem Gang der Bewölkung 
näher anschliefsen, als es die Zahl der Regentage thun würde; wo wir dieselben 
von der Bewölkung abweichend finden, können wir annehmen, dafs die Zahl 
der Regentage noch weiter von der letzteren in derselben Richtung abweichen 
wird. Nördlich von 20° N-Br entuehmen wir für die Längen 20°—30° West 
aus der Deutschen Publikation die „Dauer des Regens in Stunden auf je 
100 Beobachtungswachen“, welche ebenso wie die beigefügten Bewölkungszahlen 
aus den Beobachtungen der Jahre 1868 bis 1878 abgeleitet sind: 
Breite: Jan. Febr. März April Mai Juni Juli Aug. Sept. Okt. Nov. Dez. 
a50_30° f Regen 101 10.1 78 58 38 25 14 16 55 48 113 1683 
Bewölk. 5,1 50 45 49 49 44 45 39 39 3,8 49 51 
20°.950 f Rexen 61 37 49 13 30 07 1383 51 36 54 36 82 
Bewölk. 42 41 46 46 48 49 5658 52 43 8,7 40 45 
Die anomal grofse Zahl der Regenstunden zwischen 20° und 25° N-Br 
im Mai, wo doch schon die Trockenzeit eingesetzt hat, ist besonders zwei 
anhaltenden Regenfällen zuzuschreiben, welche sich vom 10. bis 11. Mai 1880 
(die Nacht über, 7 Stunden) und vom 18, bis 19. Mai (4 Stunden) eingestellt 
haben. Ohne diese beiden Fälle wäre der Procentsatz 1,8. 
Für die Breiten 10°—20° Nord entnehmen wir der Englischen Publikation 
die Summen der procentischen Anzahl der Beobachtungen mit r, p und d der 
Beaufort’schen Wetter-Skala für je zwei Breitengrade in denselben Längen:
	        
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