Zur Oceanographie des Adriatischen Meeres,
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Aus der ersten Beobachtungsreihe ergiebt sich ein Extinktions-Koefficiont
a = = 0,0021.
Die Farbe des Adriatischen Meeres im durchscheinenden Lichte wird als
dunkelblau bezeichnet. Im reflektirten Lichte kommt die wahre Farbe nicht
immer zum Ausdruck, besonders bei glatter See, wo die Meeresoberfläche wie
ein fast farbloser Spiegel wirkt. Bei heiterem Himmel und leicht bewegter Seo
zeigt das Adriatische Meer ein intensives Blau,.welches als die dem Meere im
reßlektirten Lichte zukommende Farbe zu betrachten ist. Die gesättigte Ultra-
marin-Farbe dringt, von einem erhöhten Standpunkte aus gesehen, noch in die
tiefsten Küsteneinschnitte des Golfes von Zriest oder von Fiume, wird jedoch
etwas beeinflufst durch den verschiedenen Stand der Sonne, die meteorologischen
Verhältnisse und den gröfseren oder geringeren Staubgehalt in den unteren
Schichten der Atmosphäre. An seichten Stellen dicht unter Land, besonders
auf weilsem sandigem Grunde, ist das Wasser oft grün gefärbt, zumal wenn
der Himmel bedeckt und nicht blau ist. Bei schlammigen Untiefen, wie an
der Venetianischen Küste, erzeugen die durch den Seegang aufgewühlten Ver-
anreinigungen einen bräunlichen oder gelblichen Schein. Dieselbe Eigenschaft
besitzen einige Flüsse des Adriatischen Meeres, während andere nur zeitweise,
wenn sie ausnahmsweise viel Wasser mit sich führen, die gelbe Färbung her-
vorbringen, BR.
Die Bewölkung im östlichen Theile des Nordatlantischen Oceans.
Von Dr. W., Köppen.
(Mittheilung von der Deutschen Seewarte.)
Hierzu Tafel 20. ;
Durch die statistisch - meteorologischen Publikationen des Britischen
meteorologischen Amtes und der Deutschen Seewarte sind gegenwärtig die
klimatischen Elemente für den Atlantischen Ocean östlich von 40° W-Lg v. Gr.
von 10° S-Br bis 50° N-Br mittelst eines reichen. Beobachtungsmaterials fest-
gestellt, Während von Englischer Seite der Meerestheil südlich von 20° N-Br
einer Bearbeitung unterzogen ist, deren Resultate bereits publicirt sind,‘) hat
die Seewarte den Theil des Oceans zwischen 20° und 50° N-Br in Angriff
genommen und von 6 Zehn-Grad-Feldern die Bearbeitung im Laufe der letzten
Jahre veröffentlicht;?) das Erscheinen eines weiteren Bandes steht nahe bevor.
Es fehlen dann nur mehr 2 Zehn-Grad-Felder, um den gesammten Raum von
10° S-Br bis 50° N-Br und von 10° bis 40° W-Lg, so weit er von Meer ein-
genommen, ausreichend klimatologisch vertreten zu sehen. Auch jetzt schon
lohnt es jedenfalls, die Resultate dieses grofsen Beobachtungsmaterials durch
übersichtliche Zusammenstellung erkennbar zu machen und zu untersuchen, um
so mehr, als der Streifen zwischen den Meridianen 20° und 30° W-Lg für die
ganze Breitenausdehnung vorliegt und der Einflufs der Breite bei Weitem den
der Länge überwiegt. Wir greifen zunächst die Bewölkung heraus, und zwar
bietet uns dazu eine kürzlich von Herrn Teisserenc de Bort gelieferte
amfasseude Arbeit Veranlassung, welche die Bewölkung der ganzen Erde be-
handelt und für den Atlantischen Ocean theilweise auf Neubearbeitung hand-
schriftlichen Materials beruht.*) Auffallenderweise hat der Verfasser dabei die
erwähnten Publikationen der Seowarte, welche auf weit gröfserem Material
beruhen, übersehen.
Die folgende Tabelle giebt aus den Publikationen der Seewarte die
mittleren Bewölkungszahlen für jedes Fünf-Grad-Feld und jeden Monat; darüber
kursiyr die Zahl der Beobachtungen.
1) Charts of Meteorological Data for Nine Ten-Degree-Squares (Met, Office, Offeial No. 27).
®) Deutsche Seewarte: Resultate meteorolog. Beobachtungen von Deutschen und Holländischen
Schiffen für Ein-Grad-Felder. des Nordatlantischen Oceans, No. I bis VI. ,
3) Etude sur la distribution moyenne de la nebulosite & la surface du globe, (Ann, du Bur.
Centr. Met., IV Meteor. gener. 1884.)
Ann, &. Hydr, ete., 1886, Heft X.