accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 15 (1887)

En 
U 
Einheitliche Betonnungssysteme. 
b) Bezeichnung der verschiedenen Tonnen und Seezeichen. 
A. Bakentonnen (Oestr,: Bakenboje; Brit.: beacon or pillar buoys; Franz.: bouege balise; 
Niederl.: Baakentonnen oder Zee boeien; Dän: Spitstönder; Schwed: bäk- oder tunn-pyramid bojar; 
[tal.: boa con armatura e pallone; Amerik.: beacon buoys), grofse Tonnen mit bakenartigem Aufbau, 
2, Spitze Tonnen (Oestr.: Kegelboje; Brit.: conical oder nun bnoys; Franz.:, boueges ordinaires 
oder coniques; Niederl.: Boeien; Dän.: Cigartönder; Schwed.: konformige bojar; Ital,: gavitello 
zonico; Amerik.: conical buoys) zeigen über Wasser eine konische oder ogivale Form (mit oder 
ohne Abzeichen). 
3. Stumpfe Tonnen (Oestr.: Klapboje; Brit.: can buoys; Franz.: bouges tronquees; Niederl.: 
Buiktonnen; Dän.: Töndervagere; Schwed.: platte oder cylindriska bojar [konprickar, wenn dieselben 
mit einer Stange versehen sind]; Ital.: gavitello cilindrico; Amerik.: cylindrical buoys) zeigen über 
Wasser die Form eines Cylinders, mit der abgeplatıeten Seite nach oben, oder die Form eines wenig 
verjüngten abgestumpften Kegels (mit oder ohne Abzeichen). 
4. Platte Tonnen (Oestr.: flache oder platte Tonnen; Brit.: trunk buoys; Franz.: coffres; 
Niederl.: Meertonnen; Schwed.: Moringsbojar; Ital.: cassa d’ormeggio, cilindrica oder quadrata; 
Amerik.: mooring buoys), stumpfe Tonnen, deren Höhe über Wasser wesentlich geringer ist, wie 
deren Durchmesser. (Werden meistens als Festmachetonnen benutzt.) 
5. Spierentonnen (Oestr.: Spierenbojen; Brit.: spar buoys; Franz.: bouges d’espars ou 
bouges fuseau; Niederl.: Groote Dryfbaken; Schwed.: Remmaren oder Konprickarne; Ital.: boa ad 
asta; Amerik.: spar buoys), aus einem Tonnenkörper bestehende Seezeichen, welche in der Form 
sich einer Spiere nähern (mit oder ohne Abzeichen). 
6. Treibbaken (Oestr.: Treibbaken; Brit.: floating beacons; Franz,: perches ou balises 
Hottantes; Niederl.: Dryfbaken; Dän.: Vagere; Schwed.: Prickarne [mindre Remmaren]; Ital.: Mede 
contra aste di ferro; che soppartano un piccolo eilindro o cono; Amerik.: spar buoys), aus einer 
hölzernen Stange (Spiere) und einem zur Vermehrung des Auftriebs dienenden, wenig über der 
Wasseroberfläche hervorragenden Tonnenkessel (meistens mit Abzeichen). 
7. Kugeltonnen (Oestr.: Kugelbojen; Brit.: spherical buoys; Franz.: bouees spheriques; 
Niederl.: Bolronde tonnen; Dän.: Oggeformet Tönder; Schwed.: sferiska bojar; Ital.: gavitello 
cilindrico; Amerik.: spherical buoys), von annähernd kugelförmiger Gestalt. 
8. Fafstonnen (Oestr.: Vertäu- oder Tonnenbojen; Brit.: mooring buoys; Franz.: tonne 
ou baril; Niederl.: Okshoofds; Dän.: Almindelig Tönder; Schwed.: tunn bojar; Ital.: botte per 
tonnegio ed indica anche pericolo; Amerik.: barrel buoys) haben die Form eines Fasses oder eines 
Cylinders; die gewölbte Seite ist nach oben gekehrt. 
9. Leuchttonnen (Oestr.: Leuchtbojen; Brit.: light oder gasbuoys; Franz.: bouces a gaz oder 
bonges Eclairges; Niederl.: Licht Boeien; Dän.: Lysbojer; Schwed.: Lysbojar; Ital.: gavitelli fanali; 
Amerik.: lighted buoys) sind Tonnen, welche mit einem Leuchtapparat versehen sind. 
10. Heultonnen (Oestr.: Selbstthätige Signalbojen; Brit.: Automatic, Whistle oder Signal 
duoys; Franz.: bouces automatiques ou & sifflet automatique; Niederl.: Fluitboeien; Dän.: Flöjte- 
‘önder; Schwed.: Ljudbojar; Ital.: gavitello automatico; Amerik.: Whistling buoys), sind Tonnen, 
welche mit einem Apparat versehen sind, durch welchen automatisch ein Ton erzeugt wird, welcher 
dem der Dampfpfeife ähnlich ist, 
11. Glockentonnen (Oestr.: Glockenbojen; Brit.: bell buoys; Franz.: bouees ä cloche; 
Niederl.: Bel boeien; Dän.: Klokketönder; Schwed.: Klockbojar; Ital.: Boa con campana, boa con 
:3ampana e pallone; Amerik.: bell buoys) sind Tonnen, welche mit einer durch die Bewegung der 
See zum Tönen gebrachten Glocke versehen sind. 
12. Stangenseezeichen (Oestr.: Pricken; Brit.: perches, posts, poles, beacons; Niederl.: 
Baken; Dän.: Prikkar; Schwed.: Prickar, flyttende oder faste prickar; Ital.: Mede aste di ferro con 
banderolo, con pallone, con cilindro o con cono; Amerik.: Poles) bestehen aus einer glatten Stange 
‘mit oder ohne Abzeichen), welche entweder verankert sind (schwimmende Stangenseezeichen) oder 
im Grunde befestigt sind (feste Stangenseezeichen). 
13. Pricken (Oestr.: Pricken; Niederl,: Steckbaken:; Dän.: Prikkar), im Grunde befestigte 
Baumzweige. 
€) Baken seien von schweren in einander gefügten eichenen Balken in Form eines Thurmes 
aufgeführte Gebäude, welche den ankommenden Schiffen pro specula und Markzeichen dienen, um 
danach und nach den Tonnen ihren Kurs einrichten zu können. (Langenbeck, pag. 441.) 
Baken und Capen sind gewisse Zeichen, wodurch die gefährlichen Oerter der See sowohl, 
als auch die Gegenden der Ufer Tag und Nacht bezeichnet und den Schiffahrenden zum Besten mit 
grofsen Kosten unterhalten werden. Ihrer Figur nach sind sie von Stymann I, Kap. 10 und 47, 
beschrieben worden (1l’Estocq, „Vom Strandrecht“). 
Den Baken gleich gerechnet werden Duc d’Alben, welche aus mehreren Pfählen zusammen- 
gesetzt sind. 
Die Fahrwasser der Zrave und Warnow sind mit Pfählen und Duc d’Alben bezeichnet, Um 
diese Fahrwasser nicht aus der Verordnung zu eliminiren, sind diese Duc d’Alben ausdrücklich den 
Baken gleichgestellt worden, obgleich sie weder gerüstartig, noch massiven Aufbau haben, und daher 
nicht der Definition für Baken eigentlich entsprechen. 
d) Tonnen werden aus Holz oder aus Eisen angefertigt und mit schweren ausrangirten, 
aber noch brauchbaren Ankerketten von Feuerschiffen verankert. Als Anker finden schwere Steine, 
Anker, Pilzanker oder Patentsinker Verwendung. Die Kette ist, um das Abdrehen zu verhindern, 
mit einem Wirbel an der Tonne zu befestigen. 
Strom, Eisgang, Wassertiefe und Beschaffenheit des Grundes bedingen die einzelnen 
Dimensionen sowohl der Tonnen, als auch deren Verankerung. Die beiden ersteren Bedingungen 
erfordern durchaus verschiedene Konstruktion für die Tonnen der Nordsee und für die der Ostsee. 
Besondere Rücksicht hat der Eisgang in der Elbe stets erfordert, So schreibt Langen- 
beck: Die Elbtonnen, wie stark sie auch mit Eisen beschlagen und versehen, wie grofs und schwer 
sie auch sonst von Holz seien und mit grofsen, etliche Faden langen schweren eisernen Ketten und 
extraschweren grofsen Steinen im Grunde befestigt liegen, können doch dem Eisganog nicht wider-
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.