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Rleine Notizen.
Die Passage über die Barre ist nördlicher, als auf der Brit. Admiralitäts-
Karte angegeben; auch scheint die Barre überhaupt grofsen Veränderungen
unterworfen. |
Der Grund fällt von der Barre gegen See rasch auf 16m, so dafs der
im Brit. Segelhandbuche angegebene Ankerplatz in 11m für gröfsere Schiffe
nicht entsprechend ist, diese vielmehr sich höchstens bis auf 15m Tiefe
nähern sollen,
Nordnordwestlich von der Flufsmündung, auf ungefähr 1,5 Sm Entfernung,
liegen zwei grofse rothe Kegeltonnen aus, welche für die Orientirung beim An-
laufen und für das Passiren der Barre zu dienen scheinen und für den aus-
schliefslichen Gebrauch der Französischen Kriegsschiffe bestimmt sind.
Der Flufs ist infolge von Sandbänken, Fischwehren u, s. w. sehr unregel-
mäfsig in seinen schiffbaren Theilen und nur von Fahrzeugen mit höchstens
1,4 m Tiefgang befahrbar.
Lootsen giebt es dort nicht.
4. Ansteuerung von Hondau, Golf von Tonkin, („Notice hydro-
graphique“ No. 10, Paris 1887.) Die Ansteuerung von Hondaw wird durch ein
großes Plateau erleichtert, welches sich ungefähr zwischen den Breitenparallelen
von 20° 15‘ und 20° 26‘ und den Meridianen von 106° 45’ und 107° 12’ öst-
licher Länge ausbreitet. Auf diesem Plateau sind Tiefen von 27, 28 oder 29 m.
Die Route, um von den Häfen Anams kommend nach der Rhede aulser-
halb der Barre zu gelangen, schneidet dieses Plateau ungefähr in seiner Mitte
in einer Länge von 12 Sm. Die Beschaffenheit des Meeresbodens giebt Unter-
scheidungsmerkmale, ob man sich östlich oder westlich von dieser Route be-
findet; westlich findet man Schlamm oder Schlamm mit Sand, östlich nur Sand.
Dieser Sand ist weils oder grau und schwarz gesprenkelt; zuweilen findet man
auch kleine Muschelfragmente oder auch kleine schwarze Steine.
Diese Sandbank mit schwarzen Punkten ist sehr bezeichnend und kann
zur Orientirung im Nebel dienen, Das Loth wird östlich einer N 17° W recht-
weisend auf Hondau führenden Linie auf eine Entfernung von mehr als 10 Sm
nur diesen Sand zeigen, mit Tiefen von 27 bis 29 m, Befindet man sich auf
der angegebenen Linie, so wird der Sand mit Schlamm vermischt und die
schwarzen Punkte fangen an, zu verschwinden.
Weiter westlich endlich, auf dem Meridian von Hondau, findet man nur
noch Schlamm, oft mit Muscheln vermischt, und sehr wenig Sand; im Uebrigen
nehmen die Tiefen auf diesem Meridian, welcher durch den westlichen Theil
des Plateaus hindurchgeht, sehr schnell von 30 auf 25m ab.
Im Norden von dem Plateau ist der Sand mit Schlamm gemengt und
das Loth bringt entweder reinen Schlamm herauf oder Sand mit Schlamm, aus
Tiefen von 25 bis 27 m; weiter nördlich findet man wieder reinen Schlamm,
ohne Beimengung von Sand, auf Tiefen von 24 bis 25m; man befindet sich
dann 12 Sm von Hondau,
Von hier nehmen die Tiefen, welche bisher sehr langsam wechselten,
sehr rasch ab, und zwar 1m per Seemeile ungefähr zwischen 25 und 20m
Tiefe, 2 m per Seemeile zwischen 20 und 10 m.
Die 20 m-Linie bleibt 7 Sm von Hondau entfernt, die 10 m-Linie hat sich
seit 1874 nicht verändert.
5. Zum Klima von Neu-Pommern, Bismarck-Archipel. In dem
Werke „Im Bismarck-Archipel. Erlebnisse und Beobachtungen auf der Insel
Neu-Pommern, Leipzig 1887“, macht R. Parkinson folgende Angaben über
die klimatischen Verhältnisse seines an der Nordküste von New-Pommern in
4° 20‘ S-Br und 152%° O-Lg gelegenen Wohnplatzes: *)
Von Mitte April bis Mitte Oktober herrscht SE-Wind, während der
übrigen Zeit des Jahres NW-Wind vor; der letztere bringt auch heftige Ge-
witter und starke Regengüsse mit sich. Orkane scheinen unbekannt zu sein.
Die Regelmälfsigkeit der Winde und der‘ dadurch bewirkten Meeresströmungen
am die Insel sind wahrscheinlich die Veranlassung zu der eigenthümlichen Kr-
scheinung, dafs während der Periode des SE-Windes der Eintritt der niedrigen
Ebbe bei Tag, während des NW-Windes bei Nacht stattfindet.
}) Met. Zeitschr. 1887 S. 181.