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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 15 (1887)

Kleine Notizen. 
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Kleine Notizen. ) 
1. Angra Pequena, Westküste von Afrika, Ansteuerungsmarken.?) 
Nach dem Berichte S, M, Kr. „Habicht“, Kommandant Korv.-Kapt. Koch, markirt 
sich der Eingang des Hafens von Angra Pequena lange nicht so gut, wie dies 
in den Segelanweisungen erwähnt ist; es tritt, von Weitem gesehen, kein Objekt 
hervor, indem alle Inseln, Vorsprünge etc. in dem dahinter befindlichen hohen 
Festlande vollständig verschwinden. Die in dem „Africa Pilot“ erwähnten 
helleren Flächen, namentlich die weiße Farbe der Pinguin- und Seal-Insel, fallen 
Vormittags überhaupt nicht auf, bieten jedoch Nachmittags, wenn die Sonne 
darauf scheint, sehr gute Marken, Die: Spitze Diaz ist auch kein ganz zuver- 
lässiges Mark, da mehrere Felsen von ganz ähnlicher Form in der Nähe vor- 
handen sind. Das Kreuz auf dem Diaz-Felsen konnte erst auf wenige Seemeilen 
Entfernung ausgemacht werden; aus gröfßserer Entfernung wurde die Flaggen- 
stange auf der Insel Holgan, die bedeutend besser zu sehen ist, damit ver- 
wechselt (vgl. „Nachr. f. Seef.“ 1886 No. 1246). Die schräg stehende kleine 
Bake mit Toppzeichen auf der Spitze Diaz (vgl. „Nachr. f. Seef.“ 1886 No. 1246) 
ist nicht mehr vorhanden. Der Vertreter der Firma Lüderitz will jedoch 
dieses Kap durch Ankalken des Felsens besser kennzeichnen, 
2. Ensenada de Barragan, Rio de la Plata,®) Von dem Orte 
Santiago, welcher am Strande ungefähr 1%4 Sm von Santiago-Spitze, seewärts 
von den auf der Brit. Adm.-Karte 2544 (Tit. VIII, 75) verzeichneten „Znsenada 
Poplars“ liegt, werden zwei 2'/s Meilen lange, 300m von einander entfernt 
laufende Molen in der Richtung N25°O (rw.) gebaut, welche ihrer Vollendung 
entgegengehen; ihre Enden nähern sich einander in einer Biegung und lassen 
eine Einfahrt von ca 200 m frei, Wenn dieselben fertig sind, so wird ein Kanal 
von 7m Tiefe ausgebaggert werden, welcher in derselben Tiefe bis La Plata, 
und zwar bis zu den daselbst im Bau befindlichen Docks, weitergeführt werden 
soll. Diese Docks liegen 4% 4 Sm von den Molenköpfen entfernt, während die 
Stadt La Plata rw. S37° W 5'/2 Sm von dem’ Orte Santiago oder ungefähr 
3 Sm oberhalb der Docks gelegen ist. Der Ort Santiago besteht aus Holz- 
gebäuden und wird hauptsächlich von den bei den Bauten beschäftigten Arbeitern 
bewohnt, Auf dem Ende des östlichen Molenkopfes brennt ein rothes, auf dem 
des westlichen Molenkopfes ein weißes Feuer, welche einige Seemeilen weit 
sichtbar sind; dieselben sollen durch stärkere Feuer ersetzt werden (s. „Nachr. 
f. Seef.“ 1887 No. 1090). Die Stadt La Plata ist elektrisch beleuchtet. Zwei 
dieser Lichter befinden sich in bedeutender Höhe und sind 22 Sm sichtbar, 
ihr Schein noch weiter. Die Säule des höchsten der beiden Feuer steht nahe 
dem Mittelpunkte der Stadt und bildet auch am Tage bei schönem Wetter eine 
gute Marke, indem sie aus einer Entfernung von 10 Sm wie ein grofser, auf 
einem Hügelplateau (in Wirklichkeit eine Baumpflanzung) stehender Schornstein 
aussieht, 
Zur Ansteuerung müssen von Osten kommende Schiffe, nachdem sie frei 
von der Chico-Bank sind, den Strom in Rechnung ziehend, so steuern, dafs sie 
die Molen von Santiago etwas an B-B. in Sicht bekommen; ein Ankerplatz 
befindet sich ca 2 Kablig. von den Molenköpfen in 6 bis 8,5 m Wasser, je nach 
dem. Wasserstande des Flusses, auf Schlickgrund. Schiffe, die von Nordwesten 
kommen, müssen Santiago-Bank in gutem Abstande passiren.*) 
3. Ueber die Rhede von Hue (Thuan-an),°) Cochinchkina, berichtet 
der Kommandant des Oestr.-Ung. Schiffes „Aurora“, Freg.-Kapt. Franz Müller 
(„Hydrographische Nachricht“, Pola 1887, No. 27): . 
Die Rhede von Hude, von den Franzosen Thuan-an genannt, ist während 
des Nordost-Monsuns ‚sehr unsicher und die Barre, welche eine Tiefe von 3,6m 
hat, wegen der daselbst sich bildenden hohen Sturzsee von Booten nur selten 
passirbar. 
1) Die mit (D. $.) bezeichneten Notizen sind von der Deutschen Seewarle eingesendet, 
2) „Africa Pilot“, Part II, 1884, S. 223. 
3 „South America Pilot“, Part I, 1885, S. 202. 
t) „Hydrographic Notice“ No. 2, 1887, London. 
5) „China Sea Directory”, XI, 1879, S. 363. 
Ann. d. Hydr. ete.. 1887. Hafk 1X.
	        
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