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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 15 (1887)

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Die Taifune der Chinesischen Meere. 
Der Kursdurchmesser des Sturmfeldes mit Windstärke 6 (Beauf. Sk.) 
und mehr schwankte bei 23 Taifunen zwischen 120 und 1300 Sm, der Dwars- 
durchmesser zwischen 120 und 600 Sm. Es kommen aber auch Taifune mit 
einem Durchmesser von weniger als 100 Sm vor. Von jenen 23 Taifunen 
hatten zwei Drittel weniger als 500 Sm Durchmesser. 
Das Gebiet des niedrigen Druckes, oder das Depressions- oder Fall- 
gebiet, auf welchem das Barometer die Einwirkung des Taifuns verräth, im 
Gegensatz zum Sturmgebiete, erstreckt sich häufig bedeutend weiter und 
betrug z. B. im Taifun vom 15.—20. September 1878 in der Bahnrichtung vor 
dem Taifun etwa 1250 Sm, während das Sturmfeld nur 800 Sm in dieser Rich- 
tung mals. Im Taifun vom 12.—27. August 1880 hatte das Fallgebiet 1200 Sm 
das Sturmfeld nur 700 Sm Durchmesser; im Taifun vom 22,-—31. August 1881 
mafs ersteres sogar 1600 Sm, letzteres 700 Sm. 
Wie der Durchmesser des Sturmfeldes schwankt auch die Gröfse des 
Stillengebietes oder Mittelfeldes; dasselbe nimmt mit der Dauer des 
Taifuns allmählich an Größe zu und betrug bei sieben Taifunen von 3 bis 30 Sm. 
Die Fahrt des Mittelfeldes ist sehr verschieden; im Süden über den 
Philippinen betrug das Fortrücken bei 10 Taifunen von 3—7 Sm in der Stunde, 
in der Südchinesischen See 6—13 Sm, über Hainan und CGochinchina 5—7 Sm, 
im Formosa-Kanal bei 4 Taifunen von 2 bis 15 Sm, ostwärts von Formosa bis 
zu 30° N-Br bei 10 Taifunen von 6 bis 15 Sm, nördlich von 30° N-Br 10 bis 
30 Sm die Stunde. Der Fortgang in den Japanischen Meeren ist noch größer 
und unregelmäfsiger, wie die folgende Tabelle, in welcher die Zehntel weg- 
gelassen sind, erglebt. 
Chinesisches Meer 
15.—20. Sept. 1878 
Breite ‚Stündliche| 
Nard 
Sm 
21° 
29° 
38° 
X o f 
23030 
26° 
27° 
20° 80° 
20 
4 
36° 
nQ0 
6 
m 
Japanisches Meer 
Prinz Adalbert-Taifun 
von 1879 
Ig4s : 
Breite (eher 
Am 
1 
Nord 
81° 
AM 
ka * 
m 
0° 
dgo 
2 30° 
44° 30° 
s & 
28° 30° 
1° 
m 
b 
# 
e) 
&1 
re 
Japanisches Meer 
19.—27. Aug. 1880 
x \Stündliche 
Breite | Fahrt | 
Nord 
Am 
31° ; 13 
tritt aufs Land 
33° 30° 15 
34° 30° 20 
26° 23 
37° 26 
28° 30° 80 
41° ‚ 4 
verläfst das Land 
41° 30° 8 
42° 30° 16 
44° 30 29 
Japanisches Meer 
25. Sept.—4, Okt. 
1880 
a Stündliche 
Breite | Wahrr 
Nord ' 
Sm 
bis 28° 1 
in 29° 2 
30° 30° 5 
33° 29 
34° 21 
tritt aufs Land 
85°30% 51 
36° 24 
40° 69 
41°301 55 
Während im Südchinesischen Meere die Fahrt über das Festland ab- 
nimmt, tritt beim Betreten des Landes in den August- und September-Taifunen 
eine ganz bedeutende Beschleunigung der Fahrt ein. 
Da die Fahrt des Mittelfeldes nicht sowohl auf die Windstärke als viel- 
mehr auf die Peilungen bedeutenden Einfluls hat, so entsteht die Frage, wie 
dieser Einflufs sich äufsern wird. Knipping beantwortet diese Frage für den 
Otober-Talın (vgl. „Ann. d. Hydr. etc.“, 1881, Seite 404 und 406) folgender- 
ma/fsen: 
„Grofse Wirbel haben mehr Fahrt als kleinere, und in einem und dem- 
selben Taifun liegen die Windbahnen wie die Windstärken je nach der geringeren 
oder größeren Geschwindigkeit dos Mittelfeldes mehr oder weniger symmetrisch“. 
Nach diesen beiden Sätzen Knipping’s sind also die Taifune im Süd- 
chinesischen Meere nicht so schwer und geben bessere Peilungen als im Nord-
	        
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