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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 15 (1887)

Kleine Notizen. 
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8. Flaschenposten, a. („Avviso ai Naviganti“, Genua 1887; No. 90.) 
Am 14. Februar wurde gegen 5* p.m. am Strande der Bai von Willoughby an 
der Südküste der Insel Antigua, in 17° S-Br und 61° 45‘ W-Lg, eine Flasche 
gefunden, welche am 22, April 1886 in 21° 58’ S-Br und 21° 8‘ W-Lg von 
dem Italienischen Kanonenboote „Sebastiano Veniero“ auf dessen Reise von 
Gibraltar nach St. Vincent über Bord gesetzt worden war. 
Hiernach würde die Flasche in 298 Tagen 2350 Sın in direkter Rich- 
tung zurückgelegt haben. Es ist jedoch wahrscheinlicher, dafs die von ihr 
zurückgelegte Distanz gröfser ist, denn dieselbe wird vielleicht zuerst nach SW 
mit der durch den Südost-Passat verursachten Trift und dann nach West, nach 
dem Fundorte getrieben sein. Die von derselben gemachte mittlere tägliche 
Distanz stimmt, wenn man den wahrscheinlichen Weg annimmt und die Wirkung 
der in jenen Gegenden, zur Zeit als die Flasche unterwegs war, herrschenden 
Winde in Rechnung zieht, mit dem aus der Stromkarte des Nördlichen Atlan- 
tischen Oceans abgeleiteten Mittel. 
bb. (D. S.) Durch Vermittelung des Deutschen Konsulats in Funchal, 
Madeira, ging der Seewarte ein Flaschenpostzettel zu, der am 16. Januar 1887 
von der Deutschen Bark „Levuka“, Kapt. Hansi, auf der Reise von Hamburg 
nach Auckland N. S. in 37° 30‘ N-Br und 17° 52‘ W-Lg ausgeworfen und um 
den 3. Juni 1887 von dem Fischer Galoino d’Ornella östlich von Porto Santo 
in geringer Entfernung vom Lande, in ungefähr 33° 6‘ N-Br und 16° 13‘ W-Lg, 
treibend aufgefunden wurde. 
Den geraden Weg vorausgesetzt, ergiebt sich die Trift der Flasche zu 
Sz0!/20 280 Sm in 138 Tagen. ; 
c. (D.S.) Einen zweiten Flaschenpostzettel erhielt die Seewarte durch 
das Deutsche Konsulat vom General-Kommandanten der Marine in Havana zu- 
geschickt. Derselbe wurde vom Deutschen Schiff „Amor“, Kapt. E. 0. Büschen, 
auf der Reise von Laguna nach Hamburg am 15. März 1887 in 23° 47‘ N-Br 
und 81° 50‘ W-Lg ausgeworfen und am 10. April d. J. nahe der an der Nord- 
küste von Cuba gelegenen Insel Cayo Fragoso, an der Playa Anton, in un- 
gefähr 22° 43‘ N-Br und 79° 28‘ W-Lg von einem Fischer treibend aufgefunden, 
Auf dem nächsten Wege, welcher durch den Nicholas-Kaual führt, beträgt 
die von der Flasche in 26 Tagen zurückgelegte Entfernung 155 Sm in ungefähr 
OSO-Richtung. Es ist jedoch möglich, dafs sie nicht diesen Weg verfolgte, 
sondern zunächst mit dem Golfstrom die Florida-Strafse hinunter bis jenseits 
der Cay Sal-Bank und dann mit Gegenströmungen an der Ostseite der genannten 
Bank durch den Santaren-Kanal trieb. Aus dem inzwischen eingegangenen 
Journal des Schiffes, welches diese Annahme als wahrscheinlich erweist, ergiebt 
sich nämlich die am nächsten Tage nach dem Aussetzen der Flasche zwischen 
der Cay Sal-Bank und den Florida- Riffen beobachtete Stromversetzung zu 
N 48° O0 60 Sm im Etmal. 
(D. S.) Ferner wurden der Seewarte zwei Flaschenpostzettel, beide 
vom Dampfer „Desterro“, Kapt. Th. Saiuberlich, im Januar 1887 auf der 
Reise von Bahia Blanca nach St. Vincent (Kapverden) ausgesetzt, durch Ver- 
mittelung der Herren F. A. Ganteaume und Adolf Wuppermann von 
Trinidad (Westindien) zugestellt, Die erste Flasche wurde am 15. Januar in 
0° 18‘ N-Br und 30° 54‘ W-Lg über Bord geworfen und am 6. Mai in der 
Mayaro-Bai an der Ostküste von Trinidad, in ungefähr 10° 16‘ N-Br und 
61° 0‘ W-Lg‘ gefunden. Die zweite, die am nächsten Tage, dem 16. Januar 
1887, in 4° 33“ N-Br und 29° 18‘ W-Lg, also N21° O0 273 Sm von der ersteren 
ausgesetzt wurde, erreichte die Ostküste von Trinidad nur 10 Sm weiter nörd- 
lich in der Nariva-Bai, in ungefähr 10° 26‘ N-Br.und 61° 2‘ W-Lg, und wurde 
am 9. Mai gefunden. Der zurückgelegte Weg, in gerader Linie berechnet, er- 
giebt sich für die erste zu WNW*/sW 1896 Sm in 111 Tagen, für die zweite 
zu W7/sN 1921 Sm in 113 Tagen. Die Trift der letzteren war demnach um 
etwa 3/4 Strich westlicher gerichtet, als die der ersteren; der durchschnittliche 
Betrag der Versetzung ergiebt sich dagegen für beide Flaschen genau überein- 
stimmend zu 17 Sm im Etmal. 
Von der Insel Trinidad ist der Seewarte bereits eine erhebliche Anzahl 
von Flaschenpostzetteln zugegangen, die auf sehr verschiedenen Punkten, zum 
Theil im Südost-, zum Theil im Nordost-Passat ausgesetzt, aber sämmtlich jener 
Ann. d. Hydr. ete., 1857, Heft VI. 
A,
	        
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