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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 15 (1887)

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Graphische Darstellung d. Regenvertheilung a. d. Atlantischen u. Indischen Ocean, 
November— Dezember über 70 %o steigt. Nördlich von 8° N-Br aber und südlich 
DS N-Br finden sich wirkliche Trockenzeiten mit unter 20°%o Regen- 
häufigkeit. 
$ Weit verwickelter ist das Bild, das uns die Figur von den Regenverhält- 
nissen des Südatlantischen Oceans vorführt. Zwischen 0° und 5° S-Br 
herrschen, wie gesagt, Herbstregen. Von 5° bis 14° S-Br finden wir auch in 
den Mitteln des ganzen Streifens 20°—40° W-Lg das winterliche Regenmaximum 
ausgeprägt, welches Pernambuco und dessen Umgebung als eigenthümliche 
Anomalie in diesen Breitem charakterisirt. Wie in dem Eingangs angeführten 
Aufsatz gezeigt ist, erstreckt sich dieser Verlauf der Jahreszeiten in guter Aus- 
prägung ostwärts bis etwa 30° W-Lg v. Grw., wenigstens gilt dieses für die 
benutzten Jahrgänge. Die Uebereinstimmung mit den langjährigen Beobachtungen 
an der angrenzenden Küste macht es wahrscheinlich, dafs wir hier die normalen 
Verhältnisse dieses Meerestheiles vor uns haben. Zweifelhafter ist dieses für 
das weite Gebiet südlich von 15° S-Br. Die Niederländische Publikation zeigt 
hier ein einfaches Wintermaximum, und es ist nicht unmöglich, dafs die doppelte 
Regenzeit im Frühjahr und Herbst sich bei weiteren Untersuchungen als eine 
Kigenthümlichkeit der Jahre 1868—72 erweist. Dafür spricht der Umstand, 
dafs diese Regenvertheilung ohne Analogie auf anderen Theilen des Weltmeeres 
dasteht; die Jährliche Vertheilung der Regen im südöstlichen Theile von Süd- 
amerika ist so unbestimmt, dafs aus ihr keine Schlüsse für diese Frage gezogen 
werden können, als höchstens die Wahrscheinlichkeit, dafs auch auf dem an- 
liegenden Theile des Oceans die jährliche Periode wenig ausgeprägt sein dürfte 
— eine Voraussetzung, die noch dadurch gestützt wird, dafs auch auf dem 
Indischen Ocean in den Breiten 15° bis 25° Süd dieselbe fast verwischt ist. 
Auf dem Atlantischen Ocean sind eigentliche Trockenzeiten, abgesehen von 
zelnen östlichen Randgebieten, nur in niederen Breiten zu finden, und zwar 
kommt ein Herabsinken der Regenhäufigkeit bis unter 20°%o auf der Süd- 
hemisphäre nur bis 14°, auf der nördlichen bis 33° vor. 
Auf dem Indischen Ocean (vgl. Fig. 1) ist der äquatoriale Regengürtel 
aufserordentlich verbreitert, besonders nach der Seite der Südhemisphäre hin. 
Auf dem ganzen Raume zwischen 2° N-Br und 12° S-Br sinkt die Regenhäufig- 
keit in keinem Monat unter 50 °%%, d.h. in jedem derselben sind Tage mit Regen 
häufiger, als ganz trockene Tage — ein Verhältnifs, welches nur in wenigen 
Gegenden der Erde obwaltet. In den Monaten Juni bis Oktober steigt die 
Regenhäufigkeit in diesem Gebiete auf über 70 °%gy und dehnt sich das Gebiet 
mächtig aus, indem nun die Regenuhäufigkeit im ganzen Bengalischen Meerbusen 
diese Schwelle überschreitet. Regenlosigkeit finden wir auf Fig. 2 überhaupt 
nur in der kalten Jahreszeit auf dem nördlichsten Abschnitt, im Norden früher, 
im Süden etwas später fallend und im Februar und März bis gegen 10° N-Br 
hinabreichend. Zwischen 10° und 12° S-Br nehmen die Regen im Frühjahr 
nach Süden plötzlich ab, und auch weiter südlich, bei 25° bis 30° S-Br, ist 
dieses die trockenste Jahreszeit, aber eigentliche Regenarmuth wird südlich der 
Linie überhaupt auf dem Streifen 80°—100° O-Lg nicht beobachtet. Von 
33° S-Br an nimmt die Regenhäufigkeit im Winter und Frühjahr rasch zu und 
ist der Sommer die regenfreieste Jahreszeit; südlich von 40° bringen im Juli 
und August von 10 Tagen 8 Regen, wir nähern uns da dem ungastlichen Klima 
von Kerguelen, wo die Abwechselung fast nur darin besteht, dafs die fort- 
währenden Böen bald von Regen, bald von Schnee begleitet sind. 
In gleicher Breite finden wir also auf den vier dargestellten Gebieten 
— deren zwei der nördlichen, zwei der südlichen Halbkugel angehören — sehr 
verschiedene Regenverhältnisse. Am meisten Uebereinstimmung zeigt sich noch 
im Auftreten regenärmerer Gebiete zu beiden Seiten des Aequators in gewissen 
Jahreszeiten, Die Schwerpunkte der betreffenden Flächen fallen etwa so: 
Atlantischer Ocean Indischer Ocean 
Nördliche Halbkugel April, 15° N-Br Februar, 18° N-Br 
Südliche » Dezember, 8° S-Br Oktober, 28° S-Br 
In diesen Flächen sinkt die Regenhäufgkeit auf der nördlichen Halb- 
kugel fast auf Null, erheblich tiefer als auf der südlichen, wo sie im Atlantischen 
nur unter 20 °%, im Indischen sogar kaum unter 30%, fällt.
	        
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