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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 15 (1887)

Aus dem Reiseberichte der Deutschen Bark „Speculant“, 
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befanden sich mehrere Dörfer; auch sahen wir Leute, die auf der Lagune in 
Booten und Kanoes Fischfang betrieben, doch kam ein Lootse nicht zu uns 
heraus. Wir gingen deshalb am nächsten Morgen wieder unter Segel und 
setzten, uns in einer Entfernung von etwa 2 Sm von der Küste haltend, auf 
einer Tiefe von 16 bis 22m (9 bis 12 Fad.) die Reise fort. Die Lagune war 
auch jetzt von der Bramraa aus über das Gebüsch hinweg zu sehen. Au dem- 
selben Nachmittage um 3 Uhr ankerten wir 2 Sm vom Lande auf einer Wasser- 
tiefe von 18m (10 Fad.), nach astronomischen Beobachtungen auf 16° 5‘ N-Br 
und 94° 9‘ W-Lg. ; 
Obwohl in der Karte und dem Segelhandbuche von Imray die Barre 
vom Tonala in 94° 10‘ W-Lg niedergelegt ist, konnten wir hier doch weder 
diese noch die Lagune entdecken. Am Lande sahen wir zwar eine Menge 
Menschen, aber keine Häuser, auch von oben nicht. Am folgenden Tage, dem 
2. Januar 1886, setzten wir ein Boot aus, fanden aber die Brandung zu hoch, 
um landen zu können, und fuhren dann mit demselben noch etwa 7 Sm weiter 
ostwärts längs der Küste, ohne von Tonala etwas zu sehen. Es wehte während 
des ganzen Tages ein leichter westlicher Wind, wobei eine hohe Dünung aus 
derselben Richtung lief. 
Am 3. Januar wehte ebenfalls eine leichte westliche Briese, die gegen 
Abend aus NW auffrischte und so während der Nacht verblieb. Die Leute am 
Lande forderten uns durch Zeichen auf, zu landen, allein die noch immer hohe 
Brandung liefs dieses nicht zu. Am Morgen des 4. Januar machten wir trotz- 
dem mit zwei Booten den Versuch, das Land zu erreichen, da wir nicht länger 
hoffen durften, dafs Leute von dort zum Schiffe herauskommen würden, und 
nirgends ein Fahrzeug zu erblicken war. Das eine Boot wurde außerhalb der 
Barre verankert und von diesem aus eine dünne Leine in dem anderen mit 
ans Land genommen, um letzteres später vermittelst derselben durch die Bran- 
dung zurückholen zu können. Das Landen gelang auch ziemlich gut; das Boot 
schlug dabei freilich voll Wasser, doch hatten meine vier Leute und ich uns 
aus Vorsicht mit Korkgürteln versehen. Nach längerem Suchen auf dem Lande 
kamen wir in ein Dorf mit dem Namen Robele, dessen Bewohner uns mit- 
theilten;, dafs sie kein Fahrzeug besäfsen und Tonala noch bedeutend östlicher 
an der Küste läge. Ein schon in Tonala gewesener Mann erbot sich, mit an 
Bord zu gehen und als Lootse zu dienen. Nach unserem Boote zurückgekehrt, 
fanden wir, dafs der Wind auf NNE gegangen und zum Sturme angewachsen 
war und auch die Brandung noch bedeutend zugenommen hatte. Wir versuchten 
zwar, mit Hülfe einiger Leute vom Lande das Boot abzubringen, allein der 
Anker des aufserhalb der Brandung liegenden ging durch, wodurch dieses der 
Brandung zu nahe kam und wir gezwungen wurden, die Verbindungsleine zu 
schlippen. Es blieb uns keine andere Wahl, als die Nacht über bei unserem 
Boote am Strande unter freiem Himmel zu kampiren. Am Abend erlangte der 
Wind sogar die Stärke 10, nach Mitternacht flaute er jedoch wieder ab. 
Am folgenden Morgen gelang es uns endlich, bei mäfsigem NNW-Winde 
durch die Brandung zu kommen und um 7* a, m. mit dem Lootsen unser Schiff 
zu erreichen. Wir setzten darauf die Boote ein, lichteten die Anker und setzten 
mit NNE-Wind, der inzwischen wieder stürmisch geworden war, unter Unter- 
marssegeln, Stagsegel und Besan dicht längs der Küste auf einer Wassertiefe 
von 18m (10 Fad.) die Reise ostwärts fort. Die Luft war klar, nur an den 
Bergspitzen hing eine dichte weißse Wolkenschicht. Der Küstensaum war auch 
hier nur einige Meter hoch und mit Gestrüpp bewachsen, während das hohe 
bergige Land weiter zurück lag. Nach 2'/stündiger Fahrt sahen wir voraus 
und etwas mehr seewärts Brandung, die nach der Aussage des Lootsen die 
Barre von Tonala kennzeichnete, Zu gleicher Zeit kam auch von oben über 
das Gestrüpp hinweg. die Lagune wieder in Sicht, und nachdem wir etwas ab- 
gehalten hatten und weiter gesegelt waren, erblickten wir auch bald den Ein- 
gang zur Lagune. 
Der Eingang zur Lagune von Tonala ist viel breiter, als derjenige von 
San Francisco und hat eine Weite von 2 Sm, Die Brecher erstrecken sich 
bis 3'/a Sm von dem Eingange seewärts, weshalb man sich hier der Küste nicht 
innerhalb eines Abstandes von 4 Sm nähern darf, Der Agent der San Francisco- 
Dampfer in Mazatlan hat mir mitgetheilt, dafs an dieser Stelle vor einigen
	        
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