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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 15 (1887)

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Aus dem Reiseberichte der Deutschen Bark „Speculant“ 
art, über die gebrauchten Oelgefäfse, wie und wo dieselben angebracht, die 
Temperatur der Wasseroberfläche und der Luft, die Menge des in einer be- 
stimmten Zeit verbrauchten Oels sowie eine möglichst genaue Beschreibung der 
beobachteten Wirkung und sonstiger gemachten Erfahrungen. Mögen diese 
Zeilen zu solchen Beobachtungen Anregung geben! 
Aus dem Reiseberichte des Kapt. 0. Kampehl, 
Führer der Deutschen Bark „Speculant“. 
(Mittheilung von der Deutschen Seewarte.) 
{. Tonala und Tolemita an der Westküste von Mexiko.') 
Es ist schon vielfach von Deutschen Kapitänen hervorgehoben worden, 
dafs man sich auf die vorhandenen Karten der Westküste Mexikos nicht 
sonderlich verlassen darf. So namentlich mit Bezug auf die Karten des Golfs 
von Kalifornien; aber auch im Golf von Tehuantepec habe ich die Darstellung 
der Küste in der von mir benutzten Imray’schen Karte sehr unzuverlässig ge- 
funden, was die Ursache vieler Widerwärtigkeiten und einer erheblichen Ver- 
längerung der Reise war, Die Position meines Bestimmungsortes Tonala war 
in meiner Karte gänzlich falsch angegeben. Da man nun, längs der pacifischen 
Küste Mexikos segelnd, am Aussehen des Landes keinerlei Anhaltspunkte zur 
Orientirung hat, ward es uns sehr schwierig, unseren Bestimmungsplatz aufzu- 
finden. Ebenso wie uns erging es dem gleichfalls von Westen kommenden 
Schiffe „Europa“, wie auch dem von Corinto, also von Osten, kommenden 
Schiffe „Nordsee-Kanal“, welches, dicht längs der Küste segelnd, an dem Hafen, 
ohne ihn zu sichten, vorbeifuhr. Beide Schiffe benöthigten, gleich wie „Speculant“, 
über eine Woche, um den Hafen von Tonala ausfindig zu machen. Angesichts 
dieser widrigen Erfahrungen dürften die im Nachstehenden aufgeführten, aus 
meinen Beobachtungen abgeleiteten Positionsangaben meinen Kollegen, die nach 
hier kommen, von Nutzen sein. Ich habe noch zu bemerken, dafs mein Chrono- 
meter wohl als zuverlässig angesehen werden darf. Der Stand und Gang des- 
selben wurden durch sorgfältige Beobachtungen in Mazatlan genau festgestellt 
und diese Bestimmungen später durch Vergleichungen mit den Chronometern 
der Schiffe „Europa“ und „Nordsee-Kanal“ bestätigt gefunden; auch zeigten die 
in der Folge während meines Aufenthalts in Tolemita angestellten Beobach- 
tungen, dafs der Gang inzwischen sich nicht verändert hatte, 
Die Lage des in der Karte von Imray angegebenen Dorfes San Matheo 
in 16° 15‘ N-Br und 94° 56‘ W-Lg, sowie diejenige von Santa Maria in 
16° 14‘ N-Br und 94° 47‘ W-Lg, dessen Kirche mit weißer Kuppel leicht zu 
erkennen ist, sind als ziemlich genau anzusehen. Das Gleiche gilt meinen 
Beobachtungen zufolge von der Lage von San Francisco-Barre — 16° 12‘ N-Br 
und 94° 42‘ W-Lg. Weiter‘ nach Osten hin ist die Darstellung in der genannten 
Karte sowohl in Bezug auf Länge als Breite ganz verkehrt. 
Gleich östlich von Salina Cruz tritt das hohe Land zurück, und ein nur 
einige Meter hoher Sandrücken, der mit Mangrovebusch bewachsen ist, begrenzt 
das Meer. Bei der Barre von San Francisco ist der erwähnte Sandstreifen 
durchbrochen, und ein etwa 1 Sm langer Kanal führt von der See in eine 
Lagune. Am Eingange dieser Einfahrt, sowie 1 bis Z Kabllg. aufserhalb der- 
selben brach sich die See furchtbar. Wir ankerten am 31. Dezember 1885 um 
12 Uhr Mittags 1 Sm südlich von dem Eingange, Bis dahin waren wir in 
einem Abstande von ungefähr 2 Sm vom Lande auf einer Wassertiefe von 
14 bis 17m (8 bis 9 Fad.) die Küste entlang gesegelt und hatten auf diesem 
Wege keine Untiefe angetroffen. 
Auf unserem Ankerplatze war von der Bramraa die Lagune über das 
Gebüsch hinweg zu sehen. Am Strande, sowie an der Innenseite der Lagune 
'y 
Siehe auch diese Annalen, Jahrgang 1886, Seite 442 ff.
	        
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