Der Gebrauch von Oel zur Beruhigung der See,
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hebt, wird der innere Cylinder wieder nach unten gedrückt und die Ausflufs-
öffnungen geschlossen. Durch Drehen des Hahnes kaon zu jeder Zeit der
Apparat außer Thätigkeit gesetzt werden; andererseits ist er stets zum sofortigen
Gebrauch klar.
Besonders nützlich für eine feine Ausbreitung des Oels dürften sich
Dampf-Ejektoren ‚erweisen, durch welche das Oel mit Dampf vermischt in
fein vertheiltem Zustande schon auf eine gröfsere Wasserfläche in einer gewissen
Entfernung vom Schiff geschleudert wird; es wäre allerdings nothwendig, an
verschiedenen Stellen des Schiffes solche Apparate anzubringen, um sie je nach
Bedürfnifs benutzen zu können.
Zum Passiren einer Brandung mufs das zur Abschwächung derselben
dienende Oel vorher über dieselbe ausgebreitet werden; hat man Mittel, das
Del vorher auf die Brandung zu bringen, so sind dieselben anzuwenden; setzt
ein Oberflächenstrom auf die Brandung zu, so kann das Oel vor derselben
auf das Wasser gegossen werden, so dafs das Fahrzeug mit demselben die
Brandung passirt; läuft der Strom in entgegengesetzter Richtung, so nützt der
Gebrauch des Oels wenig.
Die letztere Bemerkung ist nicht direkt aus den uns vorliegenden Be-
richten abgeleitet, sondern einem von der Britischen Admiralität kürzlich
erlassenen Cirkular entnommen, in welchem diese Behörde die dortseits
gemachten Erfahrungen über den Gebrauch des Oels kurz zusammengestellt hat
und zur Kenntnis in der ihr unterstellten Marine bringt.
Zum Vergleich der von uos gemachten Ableitungen und im allgemeinen
Interesse des betheiligten Leserkreises erscheint es uns angebracht, den kurzen
Wortlaut dieses Memorandums, in welchem die genannte Behörde den praktischen
Nutzen des Oels als Beruhigungsmittel der See anerkennt, hier mitzutheilen.
„Seit dem Berichte von Kapt. Chetwynd vom 30. September 1884 an
das „National Lifeboat Institution“ über den Gebrauch von Oel zur Beruhigung
von brechender und aufgeregter See, welcher Bericht durch Admiralitäts-Cirkular
vom 1. Dezember 1884 den Commanders-in-Chief mitgetheilt worden ist, sind
viele weitere praktische Versuche auf See gemacht worden.
Da die hierbei gewonnenen Erfahrungen dargethan haben, dafs der
Gebrauch des Oels sehr vielseitig und doch einfach in seiner Anwendung ist,
so halten die Lords Commissioners der Admiralität es für wünschenswerth,
damit die Thatsachen allgemein bekannt werden, den oben erwähnten Bericht
gleichzeitig mit anderen gesammelten Erfahrungen, welche den Offizieren als
Anhalt dienen können, noch einmal mitzutheilen, und die Aufmerksamkeit der
Offiziere hierdurch auf die Thatsache zu leuken, dafs eine sehr geringe Menge
geschickt angewandten Oeles grofsen Schaden von Schiffen (besonders kleineren)
sowohl, als Booten abhalten kann, indem es die Wirkung der Brechseen
modifßeirt.
Die hauptsächlichsten Thatsachen betreffs des Oelgebrauchs sind folgende:
Auf freien Wellen, d. h. auf Wellen in tiefem Wasser, ist die Wirkung
am gröfsten. In einer Küstenbrandung oder bei den über einer Barre branden-
den Wellen, wo eine Flüssigkeitsmasse auf flachem Wasser in Bewegung ist,
wird die Wirkung des Oels ungewifs, da unter solchen Umständen Nichts das
Brechen der gröfseren Wellen verhindern kann; aber auch hier leistet os einige
jenste.
Die schwersten und dicksten Oele sind die wirksamsten; gereinigtes
Kerosinöl ist von wenig Nutzen, rohes Petroleum ist zu gebrauchen, wenn nichts
Anderes da ist; alle thierischen- und Pflanzen-Oele, wie das Maschinenöl, sind
sehr wirksam.
Eine geringe Menge Oel genügt, wenn es so angewandt wird, dafs es
sich zu Luvard ausbreiten kann. . ;
Es ist auf Schiffen und Booten, sowohl in Fahrt, als auch beim Beiliegen
und Halsen von Nutzen.
Ueber den Gebrauch des Oels beim Heifsen eines Bootes in See liegen
keine Erfahrungen vor,!) es ist aber höchst wahrscheinlich, daß viel Zeit und
1) Beispiele dieser Art sind oben aufgeführt.