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Der Gebrauch von Oel zur Beruhigung der See,
weise. Um diese Wirkung möglichst auszunutzen, sind solche Stellen des Schiffes
auszuwählen, wo sich ein reichlicher Wellenschaum bildet, wie dies z. B. beim
in Fahrt befindlichen Schiffe im Bugwasser der Fall ist. Von den meisten
Schiffsführern wird das Aufhängen der Säcke am Vordertheil des Schiffes, ent-
weder vor dem Bug oder am Krahnbalken, oder der Ausgufs des Oels durch
lie vorderen Klosets als günstig bezeichnet. Speciell zum Lenzen scheinen
die Krahnbalken die geeignetsten Plätze zu sein, an jedem Krahnbalken ein
Sack, nicht zu nahe am Schiff, wenn nöthig an einer durch Spieren bewirkten
Verlängerung der Krahnbalken, damit der sich bildende Oeletreifen nicht zu
schmal wird, sondern für das Gieren des Schiffes Raum genug gewährt. Beim
Beiliegen erscheint das Anbringen der Oelsäcke zu Luvard das Beste, und
zwar einen Sack vorne, einen mittschiffs und einen dritten hinten; auch ein
Ausbringen an der Leeseite ist nicht ohne Erfolg gewesen; da das Schiff durch
den Wind nach Lee treibt, so wird sich bald zu Luvard von demselben die
Delschicht bilden, welche die brandende See abhält. Aus diesem Grunde ist es
auch gerathen, wenn zwei Schiffe mit einander mit Hülfe von Booten
kommunieciren wollen, wenn nicht von beiden, so von dem in Lee befindlichen
Oel auf die See zu giefsen. Ein hierzu passendes Beispiel liefert der Bericht des
Kapt. Groenbank (Beispiel 7), welcher, um einem sinkenden Schiffe zu Hülfe
zu kommen, zunächst an dessen Luvseite lief und hier Oel über Bord pumpte;
dieser Platz mufste jedoch aufgegeben werden, weil „das Schiff schneller trieb
als das Oel“. Darauf so dicht wie möglich an die Leeseite des hülfsbedürftigen
Fahrzeuges gehend, war der Erfolg des Oelgebrauchs ein gläuzender; zwischen
beiden Schiffen bildete sich ein so ruhiger Streifen, dafs die kleinsten Boote
schwer beladen denselben, ohne Wasser überzunehmen, passiren konnten. In
einem anderen Falle (Beispiel 4) wird von beiden Schiffen und dem zwischen
ihnen verkehrenden Boot Oel mit Vortheil über Bord gegossen.
In schwerer See reitende Boote haben ihr Oelgefäfs vor den Bug
zu hängen (Beispiel 5a) oder vielleicht noch besser am Treibanker anzubringen,
derart, dafs es zum Wiederfüllen leicht eingeholt werden kann,
Lenzende Boote sollten die Gefäße an seitlich und voraus zeigenden
Spieren befestigen, oder wenn dies nicht thunlich, auch am Bug des Bootes.
Vor Anker liegende Schiffe und Fahrzeuge haben möglichst weit
voraus die Anbringung vorzunehmen, am Vorgeschirr, an besonderen Spieren,
oder, wenn dies ausführbar, an der Ankerkette. In letzterem Falle ist durch
die Ankerkette oder eine an derselben befestigte Vorrichtung die Bucht eines
Endes zu scheeren, an welchem das Oelgefäfs aus- und eingeholt werden kann.
In vielen Fällen wird auch die Ankerboje oder eine besondere, an der Anker-
kette festgesteckte, auf der Wasseroberfläche schwimmende Boje hierzu benutzt
werden können, und hierdurch ein gröfserer Abstand des Oelgefälses vom Schiff
erreicht werden,
Zur zweckmäfsigen Vertheilung des Oels sind übrigens auch schon ver-
schiedene besondere Apparate in Vorschlag gebracht worden. Der folgende
ist amerikanischer Erfindung.) Von einem mit Oel gefüllten Reservoir geht
ein mit Hahn versehenes Rohr an geeigneter Stelle, am Bug oder Krahnbalken,
die Bordwand hinunter und mündet in einem über der Wasserlinie befindlichen
Cylinder. Der Mantel des letzteren enthält in gleichen Abständen eine Anzahl
Löcher, der Boden eine Oeffnung. In dem unteren Theile desselben bewegt
sich ein zweiter Hohleylinder, dessen Mantel mit einer korrespondirenden Anzahl
Löcher versehen ist, während von dem Boden eine Kolbenstange durch die
Deffnung des äufseren Cylinders führt, welche aufserhalb desselben horizontal
umgebogen ist. Eine oberhalb des inneren Cylinders befndliche Spiralfeder
drückt denselben für gewöhnlich nach unten; in dieser Lage fallen die Löcher
des inneren und äufseren Cylinders nicht zusammen und der Apparat ist ge-
achlossen. Taucht jedoch das Schiff vorne resp. an der Stelle, wo der Apparat
angebracht ist, ins Wasser, so wird der innere Cylinder durch den Druck
des Wassers auf den Kolben gehoben, bis die äufseren und inneren Löcher
zusammenfallen und das durch das Verbindungsrohr in den inneren Cylinder
getretene Oel durch dieselben ausströmen kann; sobald das Schiff sich wieder
iy Le Yacht, 1887, No. 477.