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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 15 (1887)

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Bemerkungen über Montevideo und Charleston, S. C. 
gine geringe See vorhanden, in der das Schiff, auf den Wind geschwait, nur 
leicht stampfte. Um 8" 30° p. m. hatte das Barometer wieder eine Höhe von 
757,4 mm erlangt, aber es herrschte noch immer ein sehr starker Südsturm bei 
bedecktem Himmel. Auch während der Nacht hielt der Sturm mit der durch- 
schnittlichen Stärke 9 noch an, erst um 7 Uhr Morgens, den 29, Oktober, 
begann der Wind beständig abzunehmen, der Himmel verlor sein drohendes 
Aussehen, und blaue Stellen kamen zum Vorschein. Während des Nachmittags 
flaute der Wind von Südwest zu einer mäfsigen Briese ab. 
; Der Sturm meldete sich schon 48 Stunden vorher durch das Fallen des 
Barometers und die wild durcheinander verwobenen Cirri an. Ferner waren 
die drückende Hitze am Vormittage und das starke Gewitter am Nachmittage 
des 27. Oktober als Vorboten des Sturmes zu betrachten. Obwohl schon am 
Abende des 27. Oktober der Wind, der bereits stürmisch gewesen war, wieder 
abflaute und so bis zum Mittage des 28. blieb, schlofsa ich doch aus dem 
geringen Steigen des Barometers und der verstopften Luft, dafs der eigentliche 
Sturm noch kommen würde. In dieser Annahme hatte ich mich denn auch 
nicht getäuscht, da der Sturm sich schon am Nachmittage einstellte und noch 
volle 24 Stunden dauerte, 
Ein zweiter Sturm trat am 13. November 1885 auf. Am Abende des 
vorhergehenden Tapes blitzte es bei frischer ostnordöstlicher Briese einige 
Male im WSW-Horiz.nt. Am folgenden Morgen wehte leichte nördliche Briese, 
von 5 Uhr an auffrischend und westlicher holend. Um 9 Uhr a. m. sah die 
Luft sehr schlecht aus, und dunkele, drohende Nimbuswolken kamen von Süd 
auf. Um 10* a, m, fand ein Gewitter. mit Regen statt, welches eine halbe 
Stunde anhielt, worauf anhaltender Regen und zunehmender stürmischer Nord- 
westwind bei abnehmendem Luftdruck, der z. Z. 755,1 mm betrug, folgten. Der 
Wind drehte langsam nach links, an Stärke zunehmend. Um 1* p. m., als der Wind 
Süd 10—11 war, hatte der Luftdruck mit 754,6 mm seinen tiefsten Stand erreicht. 
Der Wind wehte bis zum folgenden Morgen ungeschwächt aus dieser Richtung, 
während das Barometer mittlerweile im langsamen Steigen begriffen war und 
um 8° a, m., den 14. November, bei SzE 8 den Stand von 764,6 mm erreichte. 
Es regnete während der ganzen Zeit, und auf der Rhede stand eine hohe See, 
Mehrere Schiffe waren ins Treiben gerathen. Im Laufe des Nachmittags und 
in der Nacht vom 14. zum 15. November nahm der Wind, südöstlich holend, 
zu einer frischen bis mäfsigen Briese ab. 
Der letzte Sturm, der seinen Vorgänger an Heftigkeit bedeutend über- 
traf, ist wohl zu der Klasse der richtigen Pamperos zu rechnen. Er unter- 
schied sich dadurch von dem ersteren, dafs erst einige Stunden vor seinem 
Eintreffen sichere Anzeichen dafür vorhanden waren, Um 8 p.m., am 12. No- 
vember, sah der Himmel noch so friedlich aus, dafs schwerlich irgend Jemand 
es für wahrscheinlich gehalten hätte, dafs schon am folgenden Morgen ein gefähr- 
licher Pampero wehen würde, wenn ihn nicht das außergewöhnlich rasche Fallen 
des Barometers mifstrauisch gemacht hätte. Was die Bewölkung des Himmels 
vor dem Sturme anbelangt, so waren zwar tagelang vorher, namentlich am 
10. und 11. November, langgezogene Cir-s-Streifen, die sich in SO—N W-Richtung 
erstreckten, bald mehr, bald weniger vorhanden. Am 12. waren dieselben aber 
ganz verschwunden und der Himmel wieder vollständig klar. Erst am Abende 
dieses Tages, als unscheinbare Strata im Westen sichtbar wurden, die Sonne 
nach ihrem Untergange eine Strahlenkrone zurückliefs und darauf um 9% p. m. 
aus einem kleinen, schmalen, grau aussehenden Cir-s-Wölkchen im Westen sich 
is kurzer Zeit eine hohe, dicke, weifse Cu-s-Wolke bildete, die%schnell von 
Westen gegen den Wind heraufzog und bald die ganze nördliche Hälfte des 
Himmels bedeckte, konnte man eine Aenderung der Witterung erwarten. Am 
Morgen des 13. November wehte es von Nord bis Nordwest, Stärke 6—7; das 
drohende Aussehen des Himmels zwischen Nordwest und Südwest und ein kurzes 
Gewitter liefen um diese Zeit mit Sicherheit auf ein Umspringen des Windes 
nach Süden und das Hereinbrechen eines Pamperos in einigen Stunden rechnen, 
Das Verhalten der Lufttemperatur vor dem Pampero wich diesmal von der 
Regel ab, denn das Wetter war am Morgen des 13. eher kühl als heifs. Auch 
vermifsten wir das sonst so gewöhnliche Erscheinen von Fliegen und Spion- 
gyeweben in der Luft. Mit Bezug auf das Verhalten des Barometers ist zu
	        
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