Kleine Notizen.
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Cunaria, auf 27° 43‘ N-Br und 15°.39‘ W-Lg, im Meere treibend auf-
gefunden wurde,
Unter den bekannten Voraussetzungen hat die Flasche in 70 Tagen
271 Sm nach SzW7/W zurückgelegt.
In einem Begleitschreiben des Marine-Kommandanten wird bemerkt, dafs
während der Trift der Flasche und auf dem Meeresstriche, in welchem dieselbe
stattfand, vorwiegend südwestliche und westliche Winde geherrscht haben.
Ferner theilt der erwähnte Herr noch das Folgende mit:
„Am Mittage des 23. Juli 1886 wurde in der Nähe des obengenannten
Hafens, unweit des Strandes, in 27° 48‘ 10“ N-Br und 9° 33‘ 15“ W-Lg von
San Fernando (15° 45,6‘ West von Greenwich) eine kupferne Boje mit einem
in einer Glasröhre eingeschlossenen Dokument aufgefunden. Dieses Dokument
führte die No. 3 und war eines von denen, welche von S. H, dem Erbprinzen
von Monaco von seiner Yacht „L’Hyrondelle“ zum Zweck der Erforschung des
Golfstromes im Norden der Azoren über Bord gesetzt wurden.“
e) (D. S.) Durch Vermittelung der Hafenbehörde in Maranham und
des Hydrographischen Amtes in Rio de Janeiro ist der Sooewarte ein Flaschen-
postzettel zugegangen, welcher von dem Deutschen Dampfer „Pernambuco“,
Kapt. L. Scharfe, auf der Reise von Madeira nach Montevideo am 3. Oktober
1886 auf 4° 19‘ N-Br und 32°.33‘ W-Lg über Bord geworfen und von Antonio
Dias Pereira am 4. Februar 1887 auf der Sandbank Preguica an der Nord-
küste von Brasilien, auf 2° 35‘ S-Br und 42° 42‘ W-Lg, aufgefunden wurde.
Unter den bekannten Voraussetzungen hat die Flasche in 124 Tagen
735 Sm nach SWzW zurückgelegt. .
d) (D.S.) Der zweite Flaschenpostzettel, der der Seewarte durch die-
selben Behörden übermittelt ist, wurde von dem Deutschen Dampfer „Kambyses“,
Kapt. W. Siegmund, auf der Reise von St. Vincent nach Montevideo am
14. Dezember 1886 auf 5° 56‘ S-Br und 31° 52‘ W-Lg über Bord geworfon
und von dem Fischer Janoaris de Louzo Gomes ebenfalls am 4. Februar
bei der Sandbank Preguica an der Nordküste von Brasilien, auf 2° 34‘ S-Br
und 42° 44‘ W-Lg aufgefunden.
Diese Flasche hat in 52 Tagen 680 Sm nach WSW'2W unter den be-
kannten Voraussetzungen zurückgelegt. ;
e) (D.S.) Durch Vermittelung des Deutschen Konsulats in Port of Spain
(Trinidad, Westindien) ist der Seewarte ein Flaschenpostzettel zugegangen,
welcher von dem Deutschen Dampfer „Santos“, Kapt. Chr. Boie, am 5. Januar
1887 auf 7° 20‘ N-Br und 27° 22‘ W-Lg während der Reise von Lissabon nach
Bahia über Bord geworfen und am 1. Mai 1887 an der Südküste der Insel
Trinidad, in 10° 5“ N-Br und 61° 48‘ W-Lg, aufgefunden wurde,
Unter den bekannten Voraussetzungen hat die Flasche in 116 Tagen
2049 Sm oder durchschnittlich per Tag 18 Sm nach W!'LN zurückgelegt.
Berichtigung.
Betrifft Tafel 7, Heft V, 1887.
Auf der Küstenstrecke östlich von Kap della Torre bis zum Kap Herwarth
der Astrolabe-Bai sind irrthümlicherweise die von den Originalkarten der Nach-
richten über Kaiser Wilhelms-Land und den Bismarck-Archipel entuommenen,
bereits in Meter ausgedrückt gewesenen Tiefenangaben als in Englischen Faden
ausgedrückt angenommen worden und dementsprechend, in Meter verwandelt,
auf der Karte wiedergegeben. Die auf der erwähnten Strecke verzeichneten
Tiefen «ind daher durch 1,83 zu dividiren, um Metertiefen zu erhalten.
Gedruckt und in Vertrieb bei E, S. Mittler & Sohn
Königliche Hofbuchhandlung
Kaoachstralse 68—70