accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 15 (1887)

Regenverhältnisse der Insel Mauritius und der angrenzenden Meerestheile. 
Für den Raum zwischen 50° und 80° O-Lg erhielt Herr von Danckel- 
man folgende Zahlen: 
IRA 
12°—20° S-Br 38 75 61 61 44 60 64 70 59 32 17 927 
20°—30° „ 53 47 59 48 50 48 50 55 51 37 32 1 
36°—50° „ 46 51 67 67 72 79 85 8S6 81 80 71 60 
Die Grenze zwischen dem Ueberwiegen der Sommer- und der Winter- 
regen scheint hiernach in der Strafse von Mozambique schon bei 20° S-Br, 
östlich von Madagaskar aber erst bei 30° S-Br zu liegen. Es entspricht dem 
die Angabe, welche in den Segelhandbüchern von Findlay sowohl als von 
Imray zu finden ist, dafs nach Grandidier beim Nordost-Monsun, also im 
südlichen Sommer, Dürre und Hungersnoth öfters vorkommen soll im äufsersten 
Südwesten von Madagaskar, während auf der übrigen Insel, namentlich deren 
nordöstlichem Theile, dieses die Regenzeit ist. Im Uebrigen sind die bezüg- 
lichen Angaben in diesen Segelhandbüchern leider voll von Widersprüchen und 
Grandidier’s Original mir nicht zur Hand. Wir dürfen übrigens erwarten, 
dafs hier ähnliche Verhältnisse auftreten, wie in gleicher Breite auf den West- 
indischen Inseln. Mit dem grofsen geographischen Gegensatz zwischen der 
tropischen und subtropischen Zone kombinirt sich nämlich auf gebirgigen Inseln 
im westlichen Theile der Oceane in diesen Breiten der lokale Zug, dafs im 
Winter der polare, im Sommer der äquatoriale Abhang die Luvseite bildet, 
weil der Passat daselbst im Winter eine polare, im Sommer eine äquatoriale 
Komponente besitzt, als Folge davon, dafs der hohe Luftdruck an seiner Gronze 
im Winter bandartig über den Ocean sich erstreckt, im Sommer aber sich von 
den Kontinenten zurückzieht und mehr auf der Mitte des Oceans sich findet. 
Dafs die Regen auf Mauritius im Allgemeinen vom Passat gebracht werden, 
zeigt die Angabe von Meldrum, dafs die Regentage sich im Jahresdurchschnitt 
der älteren Beobachtungen, wie folgt, auf die Windrichtungen vertheilen: N 6, 
NE 13, E 51, SE 40, S 3, SW 1, W 3, NW 10, Stille 3. „Im Verhältnis zu 
ihrer geringeren Häufßgkeit bringen indessen die N- und NW-Winde reichlich 
so viel Regen, wie der Passat, und einige der stärksten Güsse traten mit 
Winden aus dieser Richtung ein, wie z.B. am 12. Februar 1865. Wenn Regen 
aus NW allgemein ist auf der Insel, so kehrt sich das Verhältnifs zwischen der 
Ost- und der Westküste in Bezug auf die Regenmenge um, woraus hervorgeht, 
dafs die Ostküste ihren gröfseren Regenfall ihrer Lage an der Luvseite der 
Insel verdankt.“ 
Durch Meldrum’s Bemühungen werden auch Regenmessungen auf den 
Seychellen und auf Rodrigues angestellt, Die Resultate sind für die Jahrgänge 
bis 1881 (durch Rollin’s Vermittelung) in Symons’s „Monthly Met. Magazine“, 
1883, S. 170, publieirt, für die Jahre 1882 und 1883 und das Rodrigues-Mittel 
1876—83 entnehmen wir sie Meldrum’s Jahresbericht für 1883; auf den 
Seychellen sind 1882 keine vergleichbaren Beobachtungen angestellt worden, 
In Millimeter umgerechnet, stellen sich die Werthe, wie folgt: 
Rodrigues (19,7° S-Br, 63,5° O-Lg, 6m üb. M.), Regenmenge. 
Jan, Febr. März April Mai Juni Juli Aug. Sept. Okt. Nov. Dez, 
Jahr 
1875 — -_ — — — 2=— “7 ‚7 21 23 138 — 
76 259 300 19. 14 23 56 76 43 60 47 34 142 1282 
77 190 226 282 127 31 93. 47 119 41 34 192 68 183%0 
78 98 206 228 279 108 46 101 35 21 1 59) 23 1212 
79 149 92 60 55 225 78 7 62 5 8 203 12333 
80 67 131 65 97 69 254 61. 91 21 20 1238 7 900 
81 17 40 51 151 41 9 75 46 24 21 55 81 698 
82 141 332 110 65 164 69 87 152 88 53 38 30 1829 
83 118 151 109 202 103 411%) 66 172 64 33 125 93 1647 
1876—83 130 182 121 138 "74 156 73 92 ,z48 34 70 282 1200 
1) 16,18 engl. Zoll. In der Reproduktion in der „Meteor. Zeitschr.“ 1885, S. 383, steht 
Jurch einen Druckfehler 18,18 Zoll.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.