Regenverhältnisse der Insel Mauritius und der angrenzenden Meerestheile.
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Die gröfste Regenmenge in einem Monat, nämlich 1183 mm, fiel zu Port
Louis im Februar 1861, davon 254mm (10,00 Zoll) an einem Tage. 'Theilweise
durch diesen Regengufs ist es bedingt, dafs der Februar trotz seiner Kürze
auch im vieljährigen Durchschnitt für Port Lowis als der regenreichste Monat
auftritt. Um die Monate streng unter einander vergleichen zu können; müssen
sie ‚auf gleiche Länge reducirt werden; auf je zehn Tage des Monats kommen
Millimeter :
Jan. Febr, März April Mai Juni Juli Aug, Sept. Okt. Nov. Dez.
.. \ 1853—66 52 106 43 30 19 12 7 4 6 133 32
C OR TA ) 1871—85 63 66 70 50 36 19 18 16 13 14 16 42
(janze Insel, 1871—83 93 83 93 72 44 35 32 831 23 20 24 60
Es dürften hiernach in den Normalwerthen die Monate Januar bis März
ziemlich gleich regeunreich sein,
Nach den Beobachtungen bis 1866 stellt Herr Meldrum in seinem oben
angeführten Aufsatz die jährliche Periode des Regenfalls auf Mauritius als mit
zwei Maxima, im Februar und August, und zwei Minima, im Juni und September,
versehen dar. Noch schärfer ist dieses Verhalten in einem Aufsatz von Connal
über den Regenfall von Mauritius ausgesprochen, welcher in demselben Bande
der „Proceedings“ S. 366—373 abgedruckt ist. Die monatliche mittlere Regen-
menge wird nach Connal für jeden Ort der Insel ausgedrückt durch einen
empirischen Ausdruck von der Form
E = AU(M + Min @ + 0,4 M sin 2 [0—40°]),
worin E die gesuchte Menge, 4, die mittlere Monatsmenge auf dem Observa-
torium (!ız der Jahresmenge), M die Konstante der betreffenden Station und
© die Länge der Sonne, von Mitte November an gerechnet, ist. Kine graphische
Darstellung erläutert die Gröfse und Zusammenwirkung der zwei periodischen
Glieder.
In diesen Jahren waren also die Regen des Spätwintersa von den Sommer-
regen deutlich durch eine regenärmere Periode in der ersten Hälfte des Winters
getrennt. In den späteren Jahrgängen indessen zeigt sich die Tendenz zu
Winterregen nur dadurch, dafs auf den in diesen Jahren sehr regenreichen
Herbst die drei Monate Juni bis August mit ziemlich gleicher mäfsiger Wasser-
menge folgen, worauf der (auch nur relativ) trockene Frühling folgt, Immerhin
ist es schon hieraus unverkennbar, dafs neben dem sommerlichen, tropischen
Regenmaximum auf Mauritius die Tendenz zu einem sekundären Maximum im
Winter auch bei der Regenmenge besteht, ähnlich wie auf St. Helena und den
Kapverden. Deutlicher tritt dieses Maximum in der Regenhäufigkeit hervor,
weiche wir jetzt, nebst Regendichte, Bewölkung und Gewitterhäufigkeit, be-
trachten wollen. Die letzteren beiden Momente sind nur vom Observatorium
bekannt, über die Zahl der Regentage liegt dagegen wenigstens für die letzten
Jahre auch von anderen Theilen der Insel das Material vor. Wie die Regen-
tage gezählt sind, ist nicht angegeben.
Das Material, welches wir vom Observatorium für diese Zwecke benutzen
können, ist folgendes:
. a) siebenjährige Mittel 1860—66 für Bewölkung und Regenmengo in
„Rep. Brit. Ass.“ 1867, sowie vermuthlich auf denselben Zeitraum bezügliche
Mittel der Zahl der Regentage in „Proceed, Met. Soc.“ 1868 S. 180.
b) Die jährliche Publikation (in fol.) „Mauritius Meteorological Results“
für die fünf Jahre 1875 und 1882 bis 85, für alle vier Elemente.
c) Die „Climatological Tables for the British Empire“ in Symons’s
„Monthly Meteorolog. Mag.“, ebenfalls für alle vier Elemente, welche gestatten,
die Monate vom Juli 1881 an bis zum September 1886 hinzuzuziehen.