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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 15 (1887)

Strom- und Eisverhältnisse ete, an den Küsten Islands. 
weit von Land halten. Das Sicherste in dieser Jahreszeit ist, in den Beru-Fijord 
einzulaufen. ; ; 
Schiffe, welche nach der Nordküste wollen, treffen, wenn diese von Eis 
besetzt ist, dasselbe gewöhnlich schon bei Langanaes. Versuche, dasselbe im 
Norden zu umgehen, würden umsonst sein, und es bleibt nichts übrig, als sich 
in See zu halten, wenn man keinen Hafen aufsuchen will. In letzterer Beziehung 
empfiehlt Wandel auch den Beru-Fjord, dagegen räth er auf das Entschiedenste 
von einem nördlichen Hafen oder einer nördlichen Bucht ab, in welche das Eis 
eindringen und nicht nur das Schiff einschließen, sondern auch beschädigen kann, 
Ein anderer Ausweg, besonders für Schiffe, die nach einem westlichen 
Hafen der Nordküste bestimmt sind, ist, an der Süd- und Westküste entlang zu 
gehen. Dies hat noch den Vortheil, dafs wenn der Weg beim Kap Nord ver- 
sperrt ist, man das Verschwinden des Eises in einem der westlichen sicheren 
Häfen abwarten kann. 
Bei weiter vorgeschrittener Jahreszeit, wenn das Eis keine fest zusammen- 
hängenden Massen mehr bildet, kann man eher wagen, in dasselbe einzudringen; 
Schiffe, die von Kap Langanaes vorgedrungen sind, haben bereits nach einem 
Tage offenes Wasser gefunden. Besonders im Westen kommt es auch häufig 
vor, dafs zwischen dem Eis und der Küste eine freie Rinne gebildet wird, 
welche zur Durchfahrt benutzt werden kann. Beide Manöver erfordern aber 
Erfahrung und Kühnheit. . 
Für die Schiffahrt innerhalb der Eisschollen erinnert Wandel noch be- 
sonders an die bedeutende Ausdehnung derselben unter Wasser, und warnt 
deshalb, denselben zu nahe zu kommen. ‚Jedenfalls sollte man, wenn man von 
Eis besetzt ist, stets Boote und Proviant klar haben, da die Zerstörung des 
Schiffes das Werk eines Augeublickes sein kann, 
Magnetische Verhältnisse. !) Infolge der hohen magnetischen Breite 
Islands und der vielen vulkanischen Berge, welche durch ihren hohen Kisen- 
gehalt die Magnetnadel beeinflussen, ist der Kompafs hier ein nicht so sicherer 
Führer, wie in anderen Gegenden, indem derselbe oft plötzlichen unberechen- 
baren Veränderungen unterworfen ist. Es tritt dies jedoch zwischen den 
Westman-Inseln und Kap Reikianaes, längs.der West- und Nordküste, und an 
der Ostküste bis Kollemulehuk weniger hervor. Eine Ausnahme hiervon bildet 
die Faxe-Bucht,. wo bei der Bank Buder, südlich und westlich von Hrauhn, 
Schwankungen bis 3° vorkommen. Kin Schiff, welches in der Faxe-Bucht von 
Toeklen nach Reiktavik steuert, muls mit einer mittleren Mifsweisung von 37° West 
rechnen, zwischen Skagen und Reikiavik auf 36°. Ferner ist der Kompafs in 
der Nähe von Akerö, an der Westseite der Skagestrand-Bucht und an der Nord- 
seite von Tjörnenaes sehr träge. Nach der Mittheilung des Kapt. Jacobson 
von 1877 soll dieselbe Erscheinung nordwestlich vom Isafjords Dyb hervor- 
treten, Lieut, Wandel hat jedoch in ‚einer Entfernung von 2 Sm vom Lande 
hiervon nichts wahrgenommen. Ebenso hält derselbe die allgemeine Klage über 
die Unverläfslichkeit der Kompafsnadel an der Ostküste und in dem östlichen 
Theil der Südküste für übertrieben. Innerhalb eines Abstandes von einer halben 
Seemeile von der Küste fand er den Kompafs durchaus zuverlässig; nur in der 
Nähe der Bergo findet hiervon eine Ausnahme statt; das Letztere gilt besonders 
für die Strecke von Glettinganaes bis südlich von Skruden, wo die Mifsweisung 
in der Nähe des Landes und innerhalb der Fjorde oft plötzlich einen ganzen 
Strich ändern kann. Die Klagen der Schiffsführer, meint Wandel, haben ihren 
Grund darin, dafs dieselben hier häufig Tage lang im Nebel liegen und während 
dieser Zeit durch die unregelmäfsigen Strömungen bedeutend versetzt werden, 
und an der grofsen Deviationsänderung der Kompasse in den hohen Breiten, 
welche beiden Momente nicht genügend in Rechnung gezogen werden. 
An der Südküste hat er weniger Erfahrung in dieser Beziehung gemacht, 
hat aber keinen Grund gehabt, den Angaben des Kompasses zu mifstrauen; 
nur bei Portland haben sich Unregelmäfsigkeiten gezeigt, wie sie auch nach 
anderen Schiffsberichten übereinstimmend gemeldet sind. 
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4) Wir verweisen hier noch auf einen Bericht in diesen Annalen 1884 S. 572, welcher 
nicht in allen Stücken mit den Angaben Wandels übereinstimmt. *
	        
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