Strom- und Eisverhältnisse etc. an den Küsten Islands,
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Tiefseelothungen ‚im Indischen Ocean.
Die folgenden Tiefseelothungen!) sind von dem V. St. S. „Essex“ unter
Commander T. F. Jewell auf der Fahrt von Ceylon nach der Malacca-Strafse
im Dezember v. J. ausgeführt worden.
Breite
Länge
Tiefe
in
Bodenbeschaffenheit
Engl.
Fad.
3 9N
5 4?
6 3
5 2?
65 6
58
5 4
52
RR 9
95 45 0 224
37 24 3950
39 32 3122
39 59 2855
30 46 2639
9124 | 3659
92 45 4281
93 35 2169
94 22 1783
2310
760
1707
‚561
448
2001
2341
1186
975
Korallen
xorallen-Sand
lito
dito
Schlick, Sand
lito .
Schlick
Schlick, Sand
Sand
Ueber Strom- und Eisverhältnisse, sowie die Navigirung
an den Küsten Islands.
Die Schiffahrt an den Küsten Islands ist infolge der verhältnifsmäfßig
noch geringen Kenntnifs der dortigen hydrographischen Verhältnisse, des
Mangels an Segelanweisungen und detaillirten Karten, der eigenthümlichen
magnetischen, der Strömungs- und Eisverhältnisse, bei den in jenen nördlichen
Regionen nicht ungewöhnlichen häufigen Stürmen, dickem und nebeligem Wetter,
den langen Nächten und dem Fehlen von Feuern an den Küsten mit vielen
Schwierigkeiten und Gefahren verknüpft. Aufser dem Werke von Löwenörn
„Beskrivelse over den Islandske Kyst“ giebt es keine eigentliche Segelanleitung,
und auch jene, bereits in den Jahren 1818—1822 erschienene, ist zum Theil
veraltet und nicht mehr den jetzigen Verhältnissen der Schiffahrt entsprechend.
Sonstige für die Schiffahrt wichtige Nachrichten gehen spärlich ein; nur einige
Male ist zu derartigen Mittheilungen diesen. Annalen Gelegenheit geboten
worden.?)
Die folgenden Beiträge sind einer Arbeit des Premier-Lieutenant in der
Dänischen Marine, C. F. Wandel, „Bemärkuinger til Beseilingen af Islands
Kyster“3) entnommen und, soweit sie die Kisverhältnisse betreffen, durch die
Forschungen von Thoroddsen*) ergänzt. Die erstere Arbeit von Wandel
enthält die während einer dreijährigen Schiffahrt an den Küsten /slands ge-
machten Beobachtungen und Erfahrungen; Thoroddsen zieht zu seinen Unter-
suchungen die ganze bis zu Anfang des 13. Jahrhunderts reichende Isländische
Literatur heran und leitet so aus den einen Zeitraum von fast 700 Jahren um-
fassenden Gesammtberichten allgemeine Schlüsse über das Auftreten und das
Verhalten des Eises an den Küsten /slands ab.
Die Strömungen an den Küsten sind das Resultat von Ebbe und Fluth
und den oceanischen Hauptströmungen, .
Die Gezeitenströmungen machen einen vollständigen Kreislauf um die
[nsel, die Fluth mit der Sonne, die Ebbe in entgegengesetzter Richtung; der
Fluthstrom setzt dementsprechend an der Westküste nach Norden, läuft in alle
dortigen Fjorde an ihrer Südseite ein und an ihrer Nordseite aus, während der
Ebbstrom, der nach Süden setzt, an der Nordseite ein- und an der Südseite
‚Notice to Mariners“, Washington 1887, No. 8.
Annalen 1874 S. 214, 1882 S. 443, 1884 S. 572, 1886 S. 251.
, Kjöbenhavn, i Commission hos C, C. Loses Bog- og Musikhandel,
%) Den grönländska drifisen vid Island.
Ann. d. Hrydr. ete.. 1887. Heft. YIL