‚ Vierteljahrs-Wetter-Rundschau der Deutschen Seewarte,
zufassen sind. Eine kleine Reihe von Auszügen aus den Schiffsjournalen möge
das Bild, das die synoptischen Karten liefern, einigermafsen ergänzen,
Im Laufe des 27. November. S. 102. 2l!/2a der Wind in einer Böe plötzlich von SzE 3
nach NW umlaufend. — S. 43. Um 0a Windstille, um 6a plötzlich Wind aus NW 7 einsetzend, Um
12a Wind N9, um 8p NE9. —5S, 99. Um 4p Wind SSW5, um 6p SW 5, um 8p NNE 12. Um
12p niedrigster Luftdruck = 760,5 mm und Wind NNE 12. — S. 142. 8p 757,5 mit SW 4, 12p
holte der Wind nach NW 11 schw. Sturm (11) dicke Luft, anhalt. @, nach 1/2 Stunde Wind bereits
etwas nachlassend, jedoch N—ENE-Sturm die ganze Nacht. — 5S. 106. Von 6p bis 10p heft. <<
im NW mit Sturm aus SSE. 8p niedrigster Druck = 754, Wind SSE 10, seit 8p gebrochene
Luft, See sehr hoch aus SSE. 12p SW.
Am 28. November. S. 142. 8p und 12p Barometer 758,8 (niedrigster Luftdruck) mit
N 7—8; dann steigend mit N—ENE.
Am 29. November. S. 106. Nach 8a NE-Wind fortwährend an Stärke zunehmend bei
fallendem Barometer, seit Sp S:ärke 11, „eine fürchterliche Nacht“. — D. 81. Um 8p Wind S8,
Barometer 747,0. €
Am 30. November. S. 106. Bis 10a Windstärke 11, von NE nach N umlaufend, nach
12a abnehmend auf 6 und nach NW umgehend, Barometer stetig steigend. — S. 142. Um 12p
Wind NE 11, Barometer 731,5.
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Das stürmische Ausschiefsen des Windes von SW nach NW unter
38° Breite verspätete auf den Schiffen 102, 43, 99 und 142 in regelmäfsiger
Reihenfolge nach Osten zu, von 2'/2a auf 6a, auf 7p und schliefslich 12 p;
dieser Sturm begleitete aber, trotz seiner scharfen Ausprägung, anscheinend
keinen cyklonalen Wirbel, sondern nur eine nach N sowohl als nach S offene
Furche niederen Druckes zwischen zwei ostwärts wandernden Hochdruck-
Gebieten — ein seltener Fall, da sonst solche Furchen, wenn sie Sturm bringen,
diesen an ihrem südlichen, halbkreisförmig geschlossenen Ende haben, welches
einen wenigstens halbseitig ausgebildeten Wirbel darstellt. Innerhalb der süd-
lich daran schliefsenden Depression wanderten anscheinend ebenfalls kleinere
Wirbel (s. oben S. 106), doch hat die Seewarte zu wenig Material aus diesem
Gebiete, die Simultan-Beobachtungen für das Signal-Service aber, welche in die
Karte mit eingetragen sind, umfassen nur diesen einen Termin täglich. Ob
diese Depression am 28. und 29. rasch nordwärts gezogen ist, läfst sich kaum
mit Sicherheit entscheiden, weil am 29. eine ganze Kette von Wirbelcentren in
der Gegend lag; am 30. war die Nordwärts-Bewegung des grofsen Wirbels, der
nun in Südgrönland lag, deutlich zu erkennen: Godthaab Barometer. am 30.
8a 735,2, 2p 731,1, 9p 740,7 mm, Jakobshavn gleichzeitig 748,7, 739,0 und
730,3 mm. a
Die gleichzeitigen Vorgänge auf dem östlichen Theile des Oceans werden
durch nachfolgende Journal-Auszüge etwas näher erläutert.
Am 27. November. D. 41. Um 3% 40m p. m. zwei Wasserhosen in der Nähe. — S. 122.
Um 6a niedrigster Luftdruck = 740,0mm. Um 12p Wind W2 und Luftdruck = 749,6 mm. —
D. 46. Um 101/28 Wind umspringend nach NE. Wilde, sehr hohe See. — 5S. 125. Niedrigster
Luftdruck von 748,3 mm um 12a, Wind dann SSW 8; um 6a Wind SSW 10.
Am 28. November. S.46. Um 4 a niedrigster Luftdruck = 749,1; um 10a Wind NNW 9,
üm 4p N10. — S. 122. Sahen eine Wasserhose. — S. 128. Um 12a niedrigster Luftdruck
= 747,6 mit SE7, um 2p SW 8, um 4p NW 7, um 8p N6 und um 12p NNE5.
29. November. S. 107. Hohe Dünung aus N. — S. 148. Um 4p niedrigster Luftdruck
754,2; um 10p svrang der Wind während einer heftigen Regenböe um nach SW.
Bei einem Rückblick auf den Monat November finden wir ihn
charakterisirt durch eine ziemlich starke Frequenz der über die Amerikanischen
Seen hinführenden Zugstrafse und ihrer Fortsetzungen nach Island und dem
nördlichen Norwegen, während die für diesen Monat sonst bezeichnenden De-
pressionen bei Madeira erst in den letzten Tagen schwach sich anmelden. Der
mittlere Luftdruck des Monats (vgl. die Karte im Atlas) war im Südosten der
Vereinigten Staaten ca 5mm, am Nordufer des Kaspischen Meeres ca 7 mm
höher als normal, bei den Azoren ca 3 mm, am Mittelmeer dagegen normal und
über Island und Grönland ca 6 mm zu tief; also auch hier, und noch mehr als
im Oktober, sehr verstärkte normale Druckvertheilung, da die mittleren Maxima
anomal hoch, die Minima anomal (oder, im Mittelmeere, wenigstens normal) tief
waren. Diesmal war aber, soweit bekannt, das ganze auf der Karte dargestellte
Gebiet, mit Ausnahme von SW-Grönland und der Gegend vom Syr-Daria bis
zur unteren Wolga, zu warm, meist erheblich zu warm, wie die Tabelle der
Temperatur-Abweichungen (s. unten): zeigt.