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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 15 (1887)

Vierteljahrs-Wetter-Rundschau der Deutschen Seewarte. 
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in Norddeutschland auf, der in Begleitung eines Theilminimums ostwärts schritt, 
Derselbe ist in der „Monatl, Uebersicht“, pag. 2—5, eingehender behandelt; über 
die Gewitter in NW-Deutschland, Magdeburg und Bayern an diesem Tage findet 
mean a. a. 0. pag. 5, 13 u. 14 Angaben. 
In der Baffins-Bai liegt an diesen Tagen ein stationäres Minimum. In 
der Zone zwischen 35° und 50° N-Br wandern unterdessen mehrere baro- 
metrische Maxima ostwärts, insbesondere pflanzt sich jenes vom Golfstrom nach 
dem Mittelmeere fort und ein neues vom Oberen See bis zur Mitte des Oceans. 
Am 20. Oktober verlagert sich das Centrum der Norwegischen Depression 
südwestwärts, vielleicht durch Bildung eines Randminimums und sehr rasche 
Ausfüllung des alten Centrums; zugleich verstärkt sich die Depression über der 
Baffins-Bai und tritt eine rasche Fortbewegung nach SE und E an, die sie in 
5—6 Tagen bis ins Norwegische Meer führt. Diese Vorgänge charakterisiren 
den 10. Abschnitt des Vierteljahres, der vom 20.—25. Oktober reicht, aber 
mit dem 9. zusammen auf Karte V dargestellt ist. Das Maximum wandert in 
diesem von der Mitte des Oceans in 40° W-Lg bis nach Nordspanien, so dafs 
der höchste Druck, der am 15.—19, südlich der Azoren fiel, vom 20.25, nörd- 
lich derselben sich findet. In Westsibirien herrscht vom 20. ab anhaltend sehr 
hoher Luftdruck. 
Wie am 10.—14., so durchzieht wiederum am 21.—25. Oktober eine 
schwache Depression das Gebiet des Mittel- und Schwarzen Meeres von West 
nach Ost; auf der grofsen Amerikanischen Zugstrafse zeigen sich dagegen in 
diesen zwei Wochen nur zweimal ganz unbedeutende Minima, In den letzten 
Tagen dieses Zeitabschnittes kommt aber von den Bahamas ein Anfangs geringer 
Wirbel den Golfstrom entlang, dessen weitere Entwickelung die Wetterlage 
ganz wesentlich ändert, 
Dieser neue Zeitabschnitt, welcher die Tage vom 26. Oktober bis 
1. November umfafst, ist auf der Karte VI dargestellt. Derselbe zeigt gro(fse 
Verwandtschaft mit demjenigen vom 15.—24. September, Wie dort, finden wir 
auch hier das Maximum der Rofsbreiten auf ein kleines Gebiet südlich der 
Azoren reducirt und die Mitte des Oceans in zweimaliger Aufeinanderfolge von 
tiefen Depressionen eingenommen, deren Centren bei ihrer gröfsten Intensität 
in fast genau derselben Gegend liegen, wie in jener Periode, nämlich in ungefähr 
48° N-Br und 35° W-Lg, auf der Mitte des grofsen Dampferweges. Dabei 
liegt im Osten sehr hoher Druck über dem Europäischen Festlande und kommt 
im Westen ein Maximum von Amerika herangezogen. Auch in der raschen 
Entwickelung eines Wirbels über Nordrussland stimmen beide Perioden überein. 
Aber diese Wetterlage hatte diesesmal viel kürzeren Bestand, eigentlich nur 
bis zum 29., weil die Entwickelung einer mächtigen Depression an der Mündung 
des St. Lorenz-Stromes und die Fortpflanzung des Maximums über den Ocean 
fort an den folgenden drei Tagen der Situation bald ein anderes Gepräge gaben. 
Von den ersterwähnten zwei Wirbelcentren auf dem Ocean entstand das 
zweite ebenso als Theilminimum südlich von Neufundland, wie das erste jener 
Minima im September, jedoch nicht auf der Süd-, sondern auf der Westseite 
einer Depression. Das andere, noch stärkere, hat keine Analogie, weil es aus 
SW kam. Ebenso ist die weitere Fortpflanzung der Centren nach Island zu 
abweichend. Zur Ergänzung der Angaben der synoptischen Karten über diese 
Vorgänge wollen wir hier einige Angaben für andere Tageszeiten aus den 
Schiffsjournalen anführen. 
Der Dampfer 16 wurde um 6 a, m. des 27. Oktober vom Oceanwirbel überholt, D. 37 und 
D, 39 am Abend desselben Tages. Am 26. hatte D. 16 um 8h p.m. ES, um 10% p.m, SSE6, 
um 125 p.m. S4; zur letzteren Zeit Luftdruck 734,3 mm, häufiges Blitzen; niedrigster Stand 
732,7 mm um 4h a. m, des 27. bei SSW 4; um 6h a. m. sprang der Wind in einer orkanartigen 
Böe von SSW nach N; um 4 p.m. Wind N11, 12 p.m. N7, Luftdruck nun 753,4. — D. 37 
hatte am 26. um 8" p.m. SE 5 und Luftdruck 755,83, D. 39 zur gleichen Zeit SE 4 und 743,5 mm; 
am 27, um 8% p.m. hatten dieselben Schiffe S8 mit 746,0 und SSW8 mit 739,9 mm; auf D, 39 
wurde um 81/h p, m. der Wind plötzlich flau und schofs darauf nach N5 aus. Das etwas südlicher 
stehende S. 41 hatte den niedrigsten Luftdruck mit WSW 4 am 27. um 2h p.m., 744,1 mm; um 
4b p.m, Wind NNW 8, um 12h p.m. ebenso, mit Bar. 759,2 mm. Der nördlicher (50° N) befind- 
liche D. 18 hatte um 4" a, m. SSW 6, 8 a. m. SE 4, 10h ESE5, 11% SSW 7, um Mittag Windstille, 
2h p.m. NNES, 8 p.m. N8 und um 12h p. m. WNW 6; niedrigster Luftdruck um 12h a, m. 
735,6 mm. Um dieselbe Zeit passirte auch D. 45 das Centrum: 0,5h p.m. 736,2 mm mit W8, 
Ih p.m, N11, 2% np. m, ebenso mit 737,2 mm.
	        
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