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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 15 (1887)

Ann. d, Hydr. ete., XV. Jahrg. (1887), Heft VII 
955 
Vierteljahrs - Wetter - Rundschau der Deutschen Seewarte 
an der Hand der täglichen synoptischen Wetterkarten für den 
Nordatlantischen Ocean. 
Herbst 1883. 
(Mit 9 Karten, Tafel 9—13.) 
I. Allgemeine Untersuchungen über die Wetterlage 
auf dem Nordatlantischen 0cean. 
Auf den beiliegenden neun Karten finden sich, auf Grund der von der 
Deutschen Seewarte und dem Dänischen Meteorologischen Institut heraus- 
gegebenen täglichen synoptischen Karten für den Nordatlantischen Ocean und 
die anliegenden Theile der Kontinente, sowie anderweitigen Materials, die 
folgenden Momente für möglichst natürliche Zeitabschnitte dargestellt. 
1. Die Bahnen der barometrischen Minima. Die Bezeichnung der 
Tiefe des Minimums ist in der Legende der Karte angegeben; sie entspricht der 
in den Französischen monatlichen Wetterberichten angewandten und hat sich 
bei der Arbeit als durchaus zweckmäfsig erwiesen, nachdem sie unsererseits 
durch Zeichen für Depressionen, in deren Centrum der Druck nicht unter 760 
geht, sowie insbesondere für die Theilminima resp. sekundären Bildungen er- 
gänzt worden. Um die Uebersicht zu erleichtern und den Zusammenhang zwi- 
schen den Erscheinungen mehr hervortreten zu lassen, haben wir den Begriff 
„Theilminimum“ in diesen Karten etwas weiter gefafst, als in den Bahnenkarten 
der Monatsberichte der Seewarte, und nicht nur diejenigen seitlichen Bildungen 
so bezeichnet, welche auf der Karte keine einzige geschlossene Isobare und 
allem Anschein nach durchaus keine Zunahme des Druckes in der Richtung 
nach dem Hauptminimum aufwiesen, sondern auch solche, welche derartige 
Gradienten nur auf einem äufserst beschränkten Raume zeigten, sowie überhaupt 
in besonders hohem Mafse ungleichseitig ausgebildet resp. in Abhängigkeit von 
der anderen Depression stehend sich erwiesen. 
Durch die Stärke der die Bahn darstellenden Linie sind auch hier, ebenso 
wie in den Monatsberichten der Seewarte, die intensiven Wirbel von den un- 
bedeutenden unterschieden, und ist so auch die Verstärkung und Abschwächung 
der Phänomene zur Darstellung gebracht. Die Positionen mit Datumangabe 
beziehen sich alle auf die Beobachtung vom Morgen; wo noch für andere 
Tageszeiten die Lage festgestellt werden konnte, ist dieselbe mit einem ein- 
fachen Punkt bezeichnet, welcher nur dazu dienen, soll, die Kontinuität des 
Phänomens zu bezeugen. Es hätte einen mindestens doppelt so grofsen Arbeits- 
aufwand verlangt, wenn wir dieses auch für den Ocean an der Hand der Schiffs- 
journale hätten ausführen wollen, wie es in der analogen Arbeit im „Archiv der 
Seewarte, III“ geschehen ist; wir mufsten uns deshalb in Bezug auf die Ver- 
folgung der Erscheinungen in kürzeren Fristen meistens damit begnügen, was 
der Monatsbericht der Seewarte für Europa und die „Monthly Weather Review“ 
des Signal Office für Nordamerika liefern; nur für den höheren Norden, nämlich 
Labrador, Grönland, Island, Faröer und die nördlichsten Norwegischen ' und 
Russischen Stationen haben wir auch die Tagebücher im Einzelnen gelegentlich 
konsultirt. Da nun in dem Zeitraum von 24 Stunden häufig so grofse Ver- 
änderungen‘ vor sich gehen, dafs: die Verbindung der beiden Morgenkarten
	        
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