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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 15 (1887)

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Zur Küstenbeschreibung und Hydrographie Ostafrikas. 
Während der Anwesenheit S. M. S. „Carola“ in der Manda-Bucht wehte 
der Nordost-Monsun in den Vormittagsstunden aus ENE Stärke 2, Nachmittags 
ging er nach ESE herum und frischte gegen 4” p. m. bis zur Stärke 5—6 auf. 
In der Nacht ging der Wind dann wieder auf Ost bis ENE und nahm gegen 
Morgen an Stärke ab, 
Die Gezeiten-Strömungen sind auf dem Ankerplatze bei Ras Kilindini 
ziemlich bedeutende. Der Fluthstrom lief ca 5!/2 Stunden nach Ost. Die gröfste 
gemessene Geschwindigkeit des Ebbstromes betrug 2,2 Kn, die des Fluthstromes 
1,5 Kon. Bei Ras Bort waren die Strömungen nicht so bedeutende; die Fluth 
lief hier ENE, die Ebbe WSW; die gröfsten gemessenen Geschwindigkeiten 
beliefen sich bei Fluth auf 0,8 Ku, bei Ebbe auf 1,0 Kın. 
4. Zwischen der Manda-Bucht und Kisimayu hatte S. M. S. „Olga“ 
in 12 bis 18 Sm Entfernung von der Küste in 15 Stunden eine Stromversetzung von 
25 Sm nach SW, während in einem Abstande von 4 Sm von der Küste kein Strom 
bemerkt wurde, Hiermit korrespondirend wurde S. M. S. „Carola“ zwischen 
0° 15‘ und 3° 6,6‘ S-Br in derselben Entfernung von der Küste wie die „Olga“ 
in 19 Stunden 28,5 Sm nach S35°W versetzt, während von der letztgenannten 
Breite bis 5° 33‘ S-Br in 24 Stunden ein Strom von 19 Sın nach N35°E beob- 
achtet wurde, Die am Vor- und Nachmittage dieses Tages gewonnenen astro- 
nomischen Ortsbestimmungen liefsen darauf schliefsen, dafs der Wechsel der 
Stromrichtung in 3° S-Br erfolgt ist. Die Wassertemperatur stieg auf dieser 
Breite von 26,2° auf 28,5°. 
Die auf der Britischen Karte 670 (Tit. IX: 86) angegebene Bauk 
Schmalcalders Sixes erstreckt sich einige Meilen weiter, als Lothungen in 
der Karte angegeben, nach See zu.. S. M. S. „Olga“ dampfte ungefähr 
4 Sm aufserhalb dieser Stelle auf eine Strecke von etwa 5 Sm durch ent- 
färbtes Wasser und lothete dabei unregelmäfsige Vicfen von 18 bis 30 m. 
Die Bank fällt steil ab, und markirt sich der Rand sehr scharf durch die 
Wasserfärbung und durch starke Stromkabbelungen. Das Land bei Kisimayu 
ist für einen Fremden schwer auszumachen, im Uebrigen bietet die Einsegelung, 
wie bereits von S. M. Kr. „Möwe“ in diesen Annalen 1886, S. 392 berichtet, 
an der Hand der Specialkarte Tit. IX No. 85 (Brit. Adm.-Karte 860) keine 
Schwierigkeiten. Die weifse Säule nordöstlich von Mark Hill wurde auch von 
3. M. S. „Olga“ nicht gesehen. Während des Aufenthaltes des Schiffes in 
Kisimayw vom 21. bis 25. Januar wehte der Monsun stürmisch aus Ost bis 
Ostnordost. Die Temperatur war verhältnilsmäfsig niedrig, am Tage nicht über 
28° und des Nachts bis 25° fallend. Trotzdem das Schiff im Schutze der Insel 
Kismayu lag, machte sich doch eino nicht unerhebliche Dünung bemerkbar. 
Der Ankergrund scheint gut zu sein. 
5. Die Juba-Mündung.!) Eine Untersuchung der Juba-Mündung und 
Barre Ende Januar durch S. M.S. „Carola“ führte zu demselben Resultat, wie 
die frühere S. M. S. „Aneisenau“ (siehe Annalen 1885, S. 383), dafs die Barre 
zu dieser Jahreszeit von Kriegsschiffsbooten nicht passirt werden kann. 5. M.S, 
„Carola“ ankerte 0,6 Sm von der Mündung, wo etwas gröfsere Tiefen, als in 
der Britischen Karte verzeichnet sind, 12m anstatt 5 Fad., gefunden wurden, 
Die Mündung des Flusses selbst ist von See aus schwer auszumachen, da eı 
von dem Dorfe Juba an fast parallel mit der Küste läuft uud sich dann mit 
scharfer Rechtsbiegung in der Richtung SzO mifsweisend in die See ergiefst, 
Sie kennzeichnet sich nur durch Schmalerwerden des am Strande hinlaufenden, 
sonst überall gleich breiten Saudstreifons und bei Ebbe durch das gelblich 
gefärbte Flufswasser, das sich von dem blaugrünen Salzwasser scharf abhebt, 
Im Nordost-Monsun, während welchem an der Afrikanischen Küste ocin Strom 
von ca 1,0 Sm nach SW (?) setzt, findet sich die Flufsmündung an der nordöst- 
lichen Grenze des gelblich gefärbten Wassers, da der Meeresstrom die aus dem 
Flusse kommenden Wassermassen sofort nach Süden ablenkt. 
{m Uebrigen ist die Ansteuerung der Mündung des Jwba, selbst wenn 
man sie nicht ausmachen kann, keine schwierige, da die Insel Kisimayu, Mears 
Tomb, Murder Hill und die von See aus sichtbaren Häuser von Juba, auf deren 
') Siehe Annalen 1885, S. 383. 
„Africa Pilot“, Part III. 1884, S. 388.
	        
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