Zur Küstenbeschreibung und Hydrographie Ostafrikas,
2. Ras Mtangawanga, NW-Spitze von Patta, hat in erheblicher Aus-
dehnung guten Sandstrand,
Die dort angestellten Lothungen zeigten, dafs auch hier Schiffsboote
bequem landen können, .
3. Im Mongoni-Creek bei Kitoropo und Wange. Die auf Patta liegenden
größeren Orte Patta, Siyu und Faza sind nur durch Creeks bei Hochwasser
zu erreichen. Bei letzterem Orte lagen grofse Dhaus, als die Bootsexpedition
passirte. Er soll über 5000 Einwohner haben, die Insel Patta überhaupt sehr
bevölkert und kultivirt sein.
Die Fahrt nach Kiweis — dem Kwyhu der Britischen Karte — ergab
eine große Unvollständigkeit der bis jetzt vorliegenden Karten. ;
Der Name Fazy, welcher dort einer Insel, einem Dorfe und einer Bucht
gegeben ist, war den Örtskundigen unbekannt. Die Insel mit zwei nördlich und
östlich davon liegenden Inseln wurde ebenso wie das Dorf Ndau genannt.
Die westliche Insel ist nach den Angaben des zuverlässigen Lotsen
unbewohnt. Jedenfalls erwähnte er nichts von einer Ortschaft Kweiw, welche
in dem von der Decken’schen Reisewerke auf deren Nordseite gelegt ist und
als Hauptort für den Kauri-Handel bezeichnet wird. Vielleicht ist dies eine
Verwechselung mit der Insel Kiweiw (nicht Kweiw), auf welcher . die. wenigen
Bewohner Kauri sammeln.
Der Ort Ndau liegt an einer felsigen Stelle des Ufers; das Landen von
Schiffsbooten scheint dort möglich zu sein.
Zwischen dem südlichen Theile der Insel Kiweiw und der nördlichen
Ndau-Insel liegen zahlreiche Mangrove-Inseln, Die Creeks zwischen ihnen sind
bei Hochwasser durch Boote befahrbar. Ueber die nördliche Festlandsküste
wurde nichts in Erfahrung gebracht. Sie scheint aber. auch mit Mangroven
besetzt zu sein.
Diese hörten: in dem Meeresarme zwischen der Insel Kiweiw und dem
Festlande erst etwa !/a Sm vom Grenzpfahle auf. Von da an begann Sand-
strand, der bequemes Landen mit den Schiffsbooten gestattete. Ortschaften
und Bewohner wurden zwischen Ndaw und dem Grenzpfahle nicht getroffen,
Die Ausfahrt von der Nordspitze der Insel Kiweiw in das offene Meer
soll nur bei Hochwasser während des Nordost-Monsuns und dann nur in einer
schmalen Rinne zwischen den Riffs für Boote. möglich sein.
. Die Insel Kiweiw scheint eine gewisse Wichtigkeit für den Handel zu
haben. Die Somalis treiben nämlich, von Norden kommend, ihr Vieh bei Ebbe
auf die Insel, von wo sie es in Dhaus zum Verkaufe nach Lamu bringen.
Was nun die Zugänge zu diesen Gewässern von Seo aus betrifft, so
scheint die Einfahrt in die Kiweiw- Bucht von hier impraktikabel zu sein,
S. M. Kunbt. „Hydne“ hat vergeblich versucht, nördlich in die sogenannten Fazy-
and Boteler-Buchten zu gelangen. Damit stimmen die Angaben des Lootsen,
welcher behauptete, die Dampfpinnassen könnten von ihrem Ankerplatze aus die
„Hyäne“ nur auf großen Umwegen erreichen. Auch die Dbaus scheinen, wenn
sie im Norden, in der Gegend der Insel Kiweix, zu thun haben, die Manda-
Bucht und den Siyw-Kanal zu benutzen.
Lothungen von S. M. Kubt. „Hydne“ haben ergeben, dafs die Boteler-
Bank sich weiter nach. Norden erstreckt und durch verschiedene flache Stellen
mit „Boteler Ledge“ in Verbindung steht, und dafs in der Einfahrt nach „Fazy
Harbour“ ebenfalls flache Stellen liegen.
Die Gewässer zwischen der Insel. Patta und den vorliegenden kleinen
Inseln Schindambe und Pazale einerseits und der Festlandsküste mit den vor-
liegenden Ndau-Inseln andererseits sind als Meeresarme zu bezeichnen. . Sie
fallen auch bei Niedrigwasser nicht trocken. Ob die Ndau-Inseln dem Fost-
lande zuzurechnen sind, würde davon abhängig zu machen sein, ob die sie vom
Festlande trennenden Creeks bei Niedrigwasser trocken fallen. Dies festzustellen,
{and sich keine Gelegenheit,
Das die Insel Kiweiw vom Festlande trennende schmale Gewässer ist
ebenfalls als Meeresarm zu bezeichnen, aber nur bis zur Westspitze der Insel,
yerade gegenüber dem südlichsten Punkte des Festlandes. Dort ist sie bei
Ebbe durch trocken fallende Bänke mit dem Festlande verbunden.
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