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Zur Küstenbeschreibung und Hydrographie Östafrikas.
Es ist für Schiffe, welche die Bucht noch nicht besucht haben, anzu-
rathen, die Einfahrt nur bei Stillwasser oder laufender Ebbe vorzunehmen.
Die an den Seiten liegenden Riffe sind bei geringerem Seegange infolge des
unklaren Wassers und der überall auftretenden Stromkabbelungen nicht deutlich
auszumachen,
In der Manda-Bucht ankerte S. M., S. „Carola“ auf dem Ankerplatze bei
Ras Kilindini in folgenden Peilungen: Sandhuk am Kilindini- Creek S"'40,
Manda Toto Observationspunkt SO*/s0.
Der Ankerplatz ist ein guter, die Verhältnisse desselben sind bereits in
dem Berichte S. M. Kr. „Möwe“ in diesen Annalen 1886, S. 279, beschrieben.
Rekognosecirungsfahrten mit Booten durch den Mango-Mkanda-Kanal nach
Lamu bestätigten, dafs derselbe mit Booten von der Gröfßse der Dampfpinnassen
3. Klasse nur bei halber Fluth passirbar ist. Der östliche Eingang ist durch
auf beiden Seiten vorspringende Sandbänke sehr eingeengt, und in der Mitte,
dort wo er den nördlichsten Punkt erreicht, machen einzelne quer durchgehende
Sandstellen das Passiren bei niedrigerem Wasserstande als halber Fluth unmög-
lich. Es ist dies die Stelle, wo die von beiden Seiten in den Kanal eintretende
Fluth sich trifft, und der Mangel eines bestimmten Stromes die Ablagerung der
vom Wasser mitgeführten festen Bestandtheile gestattet, Im Uebrigen hat der
Kanal durchweg weichen, muddigen Grund, — nur am östlichen Ausgange vor
dem von Süden einmündenden Creek findet sich eine steinige Stelle — so dafs
bei steigendem Wasser ein Befahren desselben mit voller Fahrt angängig ist.
Eine weitere Rekognoscirungsfahrt wurde von S. M. S. „Carola“ durch
jen nördlichen Theil der Manda-Bucht in den Mongoni-Creek bis zu dem Dorfe
Wange — in den Britischen Admiralitäts-Karten Pange genannt — ausgeführt,
Die Britischen Karten sind, soweit die Vermessungen aus dem Jahre 1878 in
Betracht kommen, richtig, nördlich der in der Mitte der Bucht liegenden Sand-
bank sind sie jedoch ungenau. Auf beiden Seiten der genannten Bank finden
sich Tiefen, die das Passiren grofser Schiffe zulassen. Der Weg nach Ras
Mtangawanga weist Tiefen von durchweg 20m auf, westlich der Bank befinden
sich Tiefen von über 10 m. Die nordwestlich von der Mittelbank in den Bri-
tischen Karten verzeichnete Bank existirt nicht. Auf derselben wurden 11m
gelothet. Auch der Mongoni-Creek ist bis‘ auf 1 Sm von Kitoropo für gröfsere
Schiffe befahrbar; von hier an ziehen sich bei Ebbe trockenfallende Sandbänke
in den Creek hinein, die am äufseren Ufer der Biegung einen ca 150m breiten
und vor dem Orte Wange 15m tiefen Kanal freilassen. Der genannte Ort
besteht aus etwa 100 Hütten, liegt auf 6—9 m hohen, nach dem Flusse zu steil
abfallenden Hügeln und scheint somit eine gesundere Lage wie die anderen auf
Mangrove - Terrain erbauten Niederlassungen der KEingeborenen zu besitzen,
Eine Landung bei dem Dorfe wird durch das ca 100m breite, schlammige Uebor-
schwemmungsgebiet des Creeks bei Ebbe erschwert. Dicht bei dem nur kleinen
Kitoropo-Creek findet sich sandiges Ufer, das sich bei jedem Wasserstand zum
Landen eignet. Die hier in Wange angetroffenen Bewohner erwiesen sich sehr
freundlich.
Später wurde der Ankerplatz S. M. S. „Carola“ nach Ras Bori im Siyu-
Kanal verlegt. Die Ankerpeilung war: Ras Mtangawanga SWzW, Huk am KEin-
gange zum Mongoni-Creek W*%/4N. 15m Wasser. Grund: Sand und Kies.
Die hier vorgenommenen Lothungen ergaben, dafs ein weiteres Eindringen
in den Siyu-Kanal der sehr unregelmäfsigen Tiefen wegen für gröfsere Schiffe
nicht angängig ist, dafs aber Schiffe von dem Tiefgange der Kanonenboote den
Kanal noch weiter befahren können. Bei Ras Borz können. ebenso wie bei
Ras Mtangawanga die gröfsten Schiffe dicht unter Land ankern. Nördlich von
der Mitte des Siyu-Kanals nehmen die "Tiefen schnell ab. Sandbänke ver-
sperren den hier von Norden einmündenden Creek.
Die Nordküste der Insel Manda, die Nord- und Westküste der Insel
Patta und die ganze Festlandsküste bis zur Kiweiu-Bucht sind mit Mangroven
besetzt. Ausnahmen machen folgende Punkte:
1. Ras Kilindini auf Manda, Dort befinden sich die Ruinen der alten
Portugiesischen Stadt. Der Sandstrand gestattet bequemes Landen mit den
Schiffsbooten. Zwei Deutsche, Schlunk und von Wittich (Verireter von
Denhardt und Rabenhorst), haben sich Hütten am Strande gebaut,