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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 15 (1887)

Zur Küstenbeschreibung und Hydrographie Ostafrikas. 
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von der Hütte zum Strande zwei zusammengelascht gewesene Stangen, deren 
dünnere am oberen Ende einen Flaggenknopf trug. Es scheint hiernach, als ob 
das Dorf Shagga als solches schon seit einiger Zeit nicht mehr existirt, und dafs 
die noch stehende Hütte der Aufenthalt der Soldaten des Sultans von Zanzibar, 
welche in Shagga gelegen, gewesen sei. Von der hohen Düne aus konnte 
sonst nirgends eine Wohnung entdeckt werden; auch von Bord aus war ein 
anderes am Strande liegendes Dorf Shagga nicht wahrnehmbar. Nur 500m 
weiter nach Kap Ozy zu wurde noch eine einsame Ruine gefunden, 
2. Lamu.!) 8. M, Kr. „Möwe“ und S. M, Knbt. „Hydne“ dampften bis 
zum Orte „Lamu“ hinauf. Die Britischen Karten geben für mittelgrofse Dampfer 
genügend Anhalt, um in der guten Jahreszeit und während des Nordost-Passates 
den Ankerplatz bei Shella zu erreichen. Ebenso macht das Hinaufdampfen bis 
Lamu keine Schwierigkeiten, wenn man im Ostkanal sich in der Mitte des 
Fahrwassers resp. etwas östlich von der Mitte hält, gegen den Strom dampft 
und, wenn möglich, die Sonne im Rücken hat. SS. M. Knbt. „Hydne“ ankerte 
in den Peilungen: Flaggenstock auf dem Fort SWzW, Ostecke der Mangrove- 
Insel SSO; bei Springzeit Niedrigwasser war der niedrigste Wasserstand am 
Heck noch 5m, näher am Anker 6,5m. Der Auker blieb immer klar, da der 
Wind andauernd östlich war, 8. M. Kr. „Möwe“ ankerte noch etwas nördlicher 
in den Peilungen: Minaret von Shella 8'420, Flaggenstock auf dem Fort zu 
Lamu SW1!/4S, und betrug hier der niedrigste Wasserstand noch 5,5m, die 
Fluthamplitude am 26. und 27. Januar, zwei Tage nach Neumond, 4m. Ungefähr 
zwei Stunden nach Niedrigwasser verliefßs der Kreuzer bei 7m Wassertiefe den 
Ankerplatz und hatte dann zwischen 11 und 8m Wasser, je nachdem er sich 
mehr in der Mitte des Kanals oder mehr an die Mangrove-Insel hielt. Dio 
geringsten Lothungen auf der Barre betrugen 8m. Die tiefe Rinne bei Shella 
markirt sich der Karte entsprechend. Der als Einsegelungsmarke dienende 
Pfeiler am Strande ist nach See zu schwarz, nach Land zu roth. 
Die Ebbe und Fluth setzten fast gleichmäfsig, die Fluth zur Zeit gewöhn- 
lich eine halbe Stunde länger. Bei halber Ebbe wurde an der engsten Stelle 
bei der alten Batterie am Ostufer ca. 3 Kn Strom gefunden. ; 
Während des Südwest-Monsuns ist das Anlaufen schwieriger, und soll 
es öfters vorkommen, dafs der Postdampfer Lamw wegen der hohen See auf 
der Barre nicht anlaufen kann. 
An Schiffsproviant ist in Lamw mit Sicherheit nur frisches Rind- und 
Hammelfleisch zu bekommen, Trinkwasser in der Stadt nur aus Brunnen, welche 
durch das Grundwasser stark verunreinigt und brackig sind. Auch aufserhalb 
der Stadt sollen sich keine Quellen befinden, welche die Entnahme von brauch- 
barem Trinkwasser durch die Schiffsboote ermöglichen. . 
Europäische Kaufleute befinden sich noch nicht in Lamu, der Kleinhandel 
ruht vornehmlich in den Händen eingewanderter Indier. Die meisten Hand- 
werker dagegen sind hier zum Unterschiede von Zanzibar Kingeborene. Als 
Zahlungsmittel dient die Indische Rupie und der Dollar, hauptsächlich der be- 
sonders für Ostafrika geprägte Maria-Theresia-Thaler. 
3. Die Manda-Bucht.*) Die Einsegelung in die Bucht ist, von Süden 
kommend, unter Benutzung der Britischen Karten und Segelanweisungen bei 
schönem Wetter nicht schwierig, anders wird es sich bei etwas diesigem Wetter 
gestatten. Es dürfte dann schwieriger sein, die Richtungslinie „Mark Island offen 
von Chaka Mzungu“ auszumachen. Bei Benutzung dieser Richtungslinie ist 
darauf zu achten, dafs man nicht östlich aus derselben versetzt wird. Ks tritt 
dann hinter Mzungw die Insel Chindikasi heraus, die sich von ersterer nicht 
abhebt, Da dieselbe aber dicht bei der Insel Mark liegt, so würde selbst 
eine beträchtliche Versetzung aus der Richtungslinie nach Osten keine Aende- 
rung der Ansicht verursachen. ; 
Der Strom läuft in der Einfahrt zur Manda-Bucht in der Kursrichtung 
des Schiffes. Beträchtliche Seitwärtsversetzung wurde trotz des mit einer Ge- 
schwindigkeit von 2,5 Sm setzenden Ebbstromes nicht konstatirt. 
1) Siehe auch Annalen 1885, S. 382. 
„Africa Pilot“, Part III, 1884, S. 373. 
3) Vgl. Annalen 1886, S. 224 und 279. 
„Africa Pilot“. Part I]I. 1884. S. 375.
	        
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