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Aschenfall in Neu-Guinea.
von der Bahn, und das Centrum der Cyklone zog am Nachmittage des 2. April
in einer geringen Entfernung nordöstlich von demselben vorüber,
Das Auftreten von Wirbelstürmen scheint in der Umgebung der Oster-
Insel keineswegs selten zu sein. Unter verschiedenen Beispielen möge hier zu-
nächst das des Deutschen Vollschiffes „Christine“, Kapt. Schulze, erwähnt
werden, welches auf der Reise von Hamburg nach Honolulu am 10. April 1878
in dieser Gegend in einen schweren Sturm gerieth. Am 9. April stand „Christine“
um 12 Uhr Mittags auf 22,2° S-Br und 107,8° W-Lg und steuerte bei frischer
bis starker nördlicher Briese einen westnordwestlichen Kurs. Um Mitternacht
begann uas Barometer rasch zu fallen und erreichte um 6* a, m. den 10, April
in 22,0° S-Br und 108,8° W-Lg mit 753,2 mm (vred.) scinen tiefsten Stand. Der
Wind war NNW 8, wehte aber in Böen orkanartig, und die Luft war so mit
feinem Regen angefüllt, dafs man kaum eine Schiffslänge weit sehen konnte.
Das Schiff, welches bis dahin mit Steuerbordhalsen bei dem Winde gesegelt
hatte, wurde jetzt auf Backbordhalsen beigedreht. Bei zunehmendem Luftdrucke
holte der zunächst an Stärke noch zunehmende Wind gegen 8" a. m. auf
WNW (10). Um 10* a. m. war die Richtung des Windes bei gleicher Stärke
bereits WSW, dann erfolgte eine rasche Abnahme, so dafs schon um 12 Uhr
Mittags nur noch eine frische Briese aus W wehte,
Das Sturmfeld hatte sich in annähernd ostsüdöstlicher Richtung fort-
bewegt, und das Schiff befand sich auf der linken Seite der Bahn.
Ein weiteres Beispiel ist das der Deutschen Bark „/da“, Kapt. Fesen-
feldt, welches Schiff auf der Reise von Punta Arenas nach New-York Ende
Juli 1884 in etwa 30° S-Br und 108° W-Lg stürmisches Wetter antraf. Am
Vormittage des 27, Juli wehte es mit der Stärke 10 aus SSE, begleitet von
harten Böen und einer hohen See. Der Luftdruck betrug um diese Zeit
763,0 mm (red.). Bei allmählich abnehmender südöstlicher Briese erreichte der-
gelbe nach Verlauf von drei Tagen, gegen den Abend des 29. Juli, in 29,3° S-Br
und 109,4° W-Lg ein Maximum von etwa 770 mm (red.), worauf bei durch-
kommender nördlicher Briese wieder eine Abnahme des Luftdruckes eintrat.
Am 31. Juli, in 30,9° S-Br und 109,4° W-Lg, wehte ein mäfsiger nördlicher
Wind, bei bezogener Luft, der bei fallendem Barometer allmählich zur Sturmes-
stärke anwuchs. Am 1. August, in 33,2° S-Br und 107,9° W-Lg, wurde der
kurz vorher noch stürmische NNW-Wind plötzlich ganz flau, worauf Mallung
eintrat, die bis 4" p. m. dauerte. Der Luftdruck betrug jetzt 748,4 mm; eine
Viertelstunde später, als derselbe mit 747,3 mm sein Minimum erlangte, erhob
sich plötzlich ein SE-Sturm, Stärke 10, der eine grobe See hervorrief und von
Böen mit feinem Regen begleitet war, Der Sturm dauerte indefls nur kurze
Zeit, denn bei rasch steigendem Barometer, das um 12 Uhr Mittags am
2, August bereits eine Höhe von 757,3 mm (red.) erlangt hatte, nahm derselbe
rasch ab, so dafs um die letztgenannte Stunde nur noch eine schwache südöst-
liche Briese vorhanden war.
Aschenfall in Neu-Guinea.
(Mittheilung von der Deutschen Seewarte,)
Durch die Güte der Direktion der Neu-Guinea-Kompagnie geht der See-
warte ein Bericht des Herrn Dr. Schrader über einen Fall vulkanischer Asche
zu, der am 5. Februar d. J. zu Finsch-Hafen in Kaiser Wilhelms-Land statt-
fand, nebst einer Probe desselben.
„Am 2. Februar wurde Mittags ein blutrother Schein um die Sonne
hemerkt, wie durch sehr hohen Rauch verursacht. Am 3. Februar 10° 5” a. m.
schwacher Erdbebenstofs aus NW, An den letzten Abenden starke Mondhöfe
und Ringe, Der Wind war in dieser Zeit unregelmäfsig, meist NW-Monsun,
besonders am Tage; Nachts oft ganz still, aber auch SE-Wind., Sonst keine