Orkane und Stürme im Südlichen Stillen Ocean.
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der Untermarssegel festzumachen. Das Barometer befand sich in langsamem,
aber beständigem Fallen, was in Verbindung mit dem immer drohender
werdenden Aussehen der Luft auf schweren Sturm schliefsen liefs. Ich liefs
daher auch die Untermarssegel ganz einnehmen, so dafs nur noch ein kleines
Sturmsegel stehen blieb, und alle Segel noch mit Extrabeschlagzeisingen be-
legen. Am Vormittage des 2. April nahm der Wind bei rascher fallendem
Barometer mehr und mehr zu, und von 2* bis 6* p. mn. wehte oin voller Orkan
aus E. Das Schiff war auf Steuerbordhalsen beigeireht, welches sich auch als
richtig erwies, da der Wind bald seine Richtung nach rechts veränderte. Die
Gewalt des Orkans drückte es ganz auf die Seite; im Uebrigen lag es aber
zut am Winde, trotzdem das Sturmsegel fortgerissen wurde. Wir standen
bereit, die Masten zu kappen. Uns selber wurden die Kleider am Körper durch
den Wind in Fetzen zerrissen. Gegen 7% p. m. trat, nachdem es vorher etwas
Äauer geworden war, plötzlich Windstille ein; es blitzte ringsum, und auf den
Toppen und Rasnocken zeigten sich Elmsfeuer; dann folgten plötzliche Wind-
stöfse aus E bis SSE, die von wolkenbruchartigem Regen begleitet waren.
Während des Orkans war die Luft von Wasserstaub und strömendem Regen
erfüllt. Von Mitternacht an kamen die harten Böen aus S, worauf bald ein
beständiger Sturm aus dieser Richtung von der Stärke 10 folgte, der noch volle
24 Stunden anhielt und eine sehr hohe See verursachte. Nach Ablauf dieser
Zeit wurde der Wind allmählich schwächer, so dafs wir am Morgen des 4. April
um 6 Uhr wieder abhalten konnten. Der Wind war um diese Zeit südwestlich.
Am 5. April sichteten wir die Oster-Insel.: Von diesem Tage an herrschten
zunächst nordöstliche und nördliche Winde mit harten Böen, bis in etwa 20° S-Br
Wind aus östlicher Richtung durchgriff; der Passat war indefs nur leicht und
unbeständig.“
Die folgende Tabelle enthält die meteorologischen Beobachtungen vor,
während und nach dem Orkan.
Datum |
1886 '
April 1 |
Er
Stunde
N
12m
4 p. m.
8 »
12
4 a. m.
B
12 m.
4 p.m.
B
2
4 a. m.
8
12 m.
4 p.m.
B
2
4 a m.
Breite
Süd '
811° |
30,9° |
80,8° |
30,7 |
30,6°
30,5°
30,4°
80.80
30,2°
30,1°
30,0°
29,9°
29,8°
29,7°
29,69
29,5°
20,4°
Länge
West
111,8°
111,8°
111,8°
111,9°
112,0°
112,0°
112,1°
112.1°
112,1°
112,1°
112,1°
112,2°
112,2°
112,2°
112,1°
112,0°
111.9°
Wind
EzS 7
EzS 8
EzS 8
E 9
E 9
E 9
EEE 1
E 12
ESE 8}
SSE 10
S ®
Ss 10
Ss 10!
SSW 9°
SSW 9
SSW 9
Wr 7
Luft-
druck
2 mm
‘unred.}
770,0
767,6
767,0
765,8
762,0
761,1
56,4
746,8
742,5
743,0
744,0
745,0
748,0
751,1
754,1
157,8
759,8
7610
Bewölkung
des
Himmels
Cum 9
Bed. 10
Bed. 10
Bed. 10
Bed, 10
Bed. 10
Bed. 10
Bed. 10
Bed. 10
Bed. 10
Bed. 10
Bed. 9
Cum 7
Cum 7
Cum 6
um *
Cum
Wetter
nach
Beaufort’s
Bezeichnune
See-
gang
og 4d
084
og q
og q
loar
loar
Vogr
or
5
6
ß
3St. |
31% St. ]
4 St.
4 St.
Ar
oqr
var
car
eqr
eqr
car
car
ea
4 St.
3 St.
4 St.
2 St.
2 St.
1 St.
U St. |
L/ St,
14 St.
al
R
Q
nf
%
2
%
"
Nach der Aenderung des Windes und des Luftdruckes zu rechnen,
scheint der Orkan sich mit einer mittelmäfsigen Geschwindigkeit in südlicher
bis südöstlicher Richtung fortbewegt zu haben. Das Schiff‘ befand sich rechts
Ann. 4. Hydr. ote.. 1885, Heft Y.