accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 15 (1887)

Zur Küstenbeschreibung von Kaiser Wilhelms-Land. 
197 
Nach Verlassen der Purdy-Inseln wurde Elisabeth-Insel angesteuert. 
Nach den gemachten Beobachtungen ist dieselbe ebenfalls in den Karten etwa 
15 Minuten zu westlich eingetragen, wie es. schien auch einige Minuten zu 
südlich, während die Entfernung von der Insel Maus ziemlich richtig angegeben 
ist. Es ist eine niedrige Korallen-Insel von 1,3 bis 1,5 Sm Länge in nord— 
südlicher Richtung und etwa !/4 Sm Breite. Als die Südspitze der Insel ONO 
peilte, kam die kleine auf der Karte verzeichnete Insel zum Vorschein; dieselbe 
liegt hiernach zur Südspitze der Hauptinsel nördlicher als nach der Karte. 
Auf ihrer weiteren Fahrt lief die „Ottilie“ Katharinen-Hafen auf Neu- 
Mecklenburg, Greet-Hafen auf Neu- Pommern, sowie Meoko auf Neu-Lauenburg 
an und machte auf der von hier erfolgenden Rückkehr nach Finsch-Hafen noch 
einige Rekognoscirungen an der Südküste von Neu-Pommern zwischen der Spitze 
Beechey und dem Süd-Kap (South Cape). 
Bei der Spitze Beechey und weiter westlich wird das Land von nicht 
sehr hohen Bergzügen (400 bis 600 m) gebildet, die ziemlich quer zur Inselaxe 
laufen und in niedrige Kaps auslaufen‘, zwischen denen tiefe Buchten mit 
Inseln liegen. 
Die Spitze Roebuck läuft ganz flach aus mit davorliegenden Korallen- 
Inseln. Darüber hinaus sieht man ebenes Land, von einigen mit: Spitzen 
gokrönten, kegelförmigen Bergen überragt. Das Wasser nimmt hier eine grünlich- 
blaue Farbe an, und ab und zu passirt Treibholz, oft ist das Wasser auch mit 
einer Art braunen Staubes auf grofse Entfernungen bedeckt. Eine Lothung mit 
dem Tiefloth ergab auf 183 m keinen Grund. Die Färbung des Wassers wird 
daher wohl von einem in der Nähe mündenden Flusse oder einer Lagune 
rühren. Hier tritt ein Bergrücken nahe der Küste und’ fast parallel mit der- 
selben laufend auf. Die „Ottilie“ lief in die nächste Einbuchtung bei der Spitze 
Roebuck ein und fand im Becken derselben Lagunen und vor denselben gröfsere 
und kleinere, meist durch Riffe mit einander verbundene Inseln. In einer Ver- 
tiefung in der Mitie der Bucht schien ein kleiner Flufs zu münden; eine östlich 
davon gelegene Lagune machte den Eindruck der Seichtheit; westlich lag ein 
Insel-Archipel, der innerhalb tiefes Wasser zu haben schien. Die „Ottilie“ lief 
in ein von Inseln umschlossenes Bassin, und zwar zwischen der hier in ein 
Kap auslaufenden Küste und der benachbarten Insel, nahe dem Küstenriff der 
letzteren hindurch und fand einen ganz von Land umschlossenen Hafen mit 
Ankerplatz auf 30 bis 36 m Wasser. Er hat noch einige andere Ausgänge nach 
West, doch schienen diese durch Riffe geschlossen zu sein. Die Inseln waren 
alle zum Theil von Mangroven eingefafst und bewaldet; auf der Eingangsinsel 
lag ein Dorf, dessen Bewohner ziemlich scheu waren. Die Wasserfarbe im Hafen 
ist dunkelgrün, doch kann man Untiefen vom Topp aus erkennen. Kine Mittags- 
breite ergab für den Eingang des Hafens 6° 19‘ S-Br. Von der Eingangsinsel 
erstreckt sich ca !/a Sm nach SO ein Riff, welches in weitem Bogen diese Insel 
mit der nächstfolgenden, ungefähr in SW liegenden verbindet. Letztere Insel 
ist die äufserste; von ihr zieht sich in einer Kurve, deren Bogen nach der 
Küste zu gewendet ist, eine Reihe von sechs oder sieben Inseln hin, von denen 
die ersten vier den Hafen umschliefsen. , 
Hinter der sechsten Insel schien wieder ein tiefes Bassin zu liegen, dann 
tritt entweder eine Festlands-Huk oder eine sehr lange Insel weit nach Süden 
hervor und bildet mit einer davor gelegenen kleineren Insel ein Kap, nach 
dessen Passiren sich abermals ein grofses Bassin aufthut. Das heilgrüne Wasser 
in dieser Bucht erwies sich als tief, weiterhin nahmen die Tiefen an der Ost- 
seite bis auf 8 m ab, während westlich noch 18 bis 22 m gefunden wurden. Im 
Westen hat die Bucht zwei sackartige Seitenbuchten, von denen nur die nörd- 
liche untersucht wurde; dieselbe bietet einen gegen alle Winde geschützten 
Ankerplatz. In der Hauptbucht kann man bei östlichen Winden geschützt im 
östlichen Theil, bei westlichen Winden im westlichen ankern. Nach Norden zu 
ist die Bucht ungefähr 2'/2 Sm tief und 1 bis 1!/2 Sm breit; ihr westlicher Theil 
liegt nach genommener Chronometerlänge in 150° 0‘ O-Lg. 
An die, die Bucht im Westen begrenzende Huk schliefst sich ein Archipel 
von etwa 30 Inselchen an, der sich weit ausdehnt. Es sind dies die in der 
Karte bei Süd-Kap verzeichneten Inseln, die aber in ganz anderer Richtung 
and Lage von einander liegen. Riffe waren nirgends sichtbar.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.