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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 15 (1887)

Zur Küstenbeschreibung von Kaiser Wilhelms-Land, 
Huk von Hatzfeldt-Hafen aus gerechnet, wahrgenommen, Bald hinter dieser 
Huk beginnt der Küstengebirgszug, nach der Küste auslaufend, niedriger zu 
werden und bildet einen fast nur mit Gras bedeckten zusammenhängenden 
Hügelzug, der unmittelbar an die Küste tritt. Die Küste, namentlich eine 
kleine flache Bucht hinter der achten Huk, ist hier reich an Palmenbeständen, 
Der Strand der grofsen flachen Bucht, vor welcher die Legoarant-Inseln liegen, 
ist meist sandig, die Uferberge sind mit Gras bestanden und tragen auf ihren 
Rücken vielfach Palmen und Dörfer. Nach Westen zu fallen diese Berge zu niedrigen 
zusammenhängenden Hügeln und sanft gewelltem Lande ab, KErst hinter der 
Spitze. Podbielski werden die Berge wieder höher und steiler und sind reicher 
ewaldet. 
Die beiden Legoarants, kleine Inseln mit Sandstrand, liegen in NNW1/AW 
etwa 3 Sm vom Festlande und a Sm von einander. Die Mitte der Insel Vulcan 
mitten zwischen beiden Inseln peilt N!4W. Soweit vom Topp aus erkennbar 
war, ist die Passage zwischen beiden Inseln offen. Auf den Küstenriffen der 
Inseln waren einige Steinblöcke sichtbar, wahrscheinlich Korallen. Auch die 
gegenüberliegende Festlandsküste hat hier wieder korallinisches Aussehen, 
Oestlich von der Spitze Podbielski liegt hinter den Nielsen-Inseln, 
kleinen Korallen-Inseln, eine schöne Bucht, in die man zu beiden Seiten der 
Inseln einlaufen kann, und zwar entweder ziemlich dicht unter der südlichen 
oder etwas entfernt von der nördlichen, von welcher sich ein Riff nach Land 
zu erstreckt. Die Bucht, Prinz Albrecht-Hafen genannt, hat nach Süden zwei 
sackartige, über eine Seemeile tiefe Erweiterungen, welche durch eine bewaldete 
Landzunge, von der ein Riff ausgeht, von einander getrennt sind. Die „Ottilie“ 
ankerie im Eingange der westlichen Erweiterung ca 1'/2 Kabllg. von der süd- 
lichen Nielsen-Insel auf 18 m Wasser. 
Dem Eingange der Bucht gegenüber treten steile Hügel an die bewaldete 
Küste, und an der Südseite derselben ist ein kleiner Wasserlauf, der jedoch 
an der Küste einen Sumpf bildet, so dafs er nur weiter Oberhalb trinkbares 
Wasser liefern kann. Im südlichen Winkel der Bucht mündet ein Creek, dessen 
Wasser aber brackig und unbrauchbar war. Nach der Wasserfarbe zu urtheilen 
(Auslothungen wurden nicht vorgenommen), bieten beide Erweiterungen des 
Prinz Albrecht-Hafens geschützte und gute Ankerplätze für eine ganze Anzahl 
von Schiffen. Im nördlichen Theile der Bucht liegt ein größfseres Dorf, an der 
Westseite der westlichen Erweiterung ein kleineres. Dort läuft ein gut kennt- 
liches, ganz flaches Korallenriff, mit einigen Bäumen darauf, etwa 1 Kabllg. in 
der Richtung auf die Nielsen-Inseln aus. 
Nordwestlich von dem Prinz Albrecht-Hafen liegt noch eine zweite Bucht, 
die aber nicht näher untersucht worden ist. 
Hinter derselben beginnt schöner Sandstrand, mit vielen Palmen und 
Dörfern besetzt. Die „Ottilie“ passirte hier innerhalb eines Riffes, welches in 
SSW von der Mitte der Insel Vulcan, ungefähr 1 Sm von der Küste ab, liegt. 
Nach Passiren desselben und der Spitze Podbielsky that sich eine Bucht 
auf, in deren Mitte eine kleine Korallen-Insel liegt; die „Ottilie“ lief zwischen 
Insel und Küste hindurch und fand hier über 11m Wasser. Die Bucht erhielt 
den Namen Potsdam-Hafen. Auf der anderen Seite der nur einige Kabellängen 
vom Boden der Bucht gelegenen Insel kann man nöthigenfalls ankern und liegt 
gegen alle Winde, mit Ausnahme der nordnordwestlichen, ziemlich geschützt. 
An der Süd- und Südwestseite der Bucht liegen Dörfer unter dichten Palmen- 
beständen. Von der Potsdam-Insel aus erstreckt sich etwa '/4 Sm nach 
Nord ein Riff, ebenso von der die Bucht im Norden begrenzenden Huk. 
Es folgen an der Küste auf eine Strecke von 2 bis 3 Sm noch einige, 
immer niedriger werdeude Grashügel, welche in das folgende nicht benannte 
Kap auslaufen, mit dem das Land flach wird. 
Hinter demselben liegt die breite und tiefe Hansa-Bucht mit der flachen 
dichtbewaldeten Laing-Insel. Von der gut 3 Sm vom Boden der Bucht liegen- 
den Südspitze dieser Insel erstreckt sich ungefähr 1'/s Sın weit flaches Wasser. 
Im Boden der Bucht liegt eine durch eine Barre gesperrte Flufsmündung. Voh 
hier ist die Bucht nur zwischen Nord und Ost ofen. In dieser Oeffnung liegen 
die Inseln Vulcan und Aris und davor die Laing-Insel. Zwei bis drei Kabel- 
längen vom Strande findet man hier auf 18 m Wasser daher einen guten und 
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