Zur Küstenbeschreibung von Kaiser Wilhelms-Land,
Huk von Hatzfeldt-Hafen aus gerechnet, wahrgenommen, Bald hinter dieser
Huk beginnt der Küstengebirgszug, nach der Küste auslaufend, niedriger zu
werden und bildet einen fast nur mit Gras bedeckten zusammenhängenden
Hügelzug, der unmittelbar an die Küste tritt. Die Küste, namentlich eine
kleine flache Bucht hinter der achten Huk, ist hier reich an Palmenbeständen,
Der Strand der grofsen flachen Bucht, vor welcher die Legoarant-Inseln liegen,
ist meist sandig, die Uferberge sind mit Gras bestanden und tragen auf ihren
Rücken vielfach Palmen und Dörfer. Nach Westen zu fallen diese Berge zu niedrigen
zusammenhängenden Hügeln und sanft gewelltem Lande ab, KErst hinter der
Spitze. Podbielski werden die Berge wieder höher und steiler und sind reicher
ewaldet.
Die beiden Legoarants, kleine Inseln mit Sandstrand, liegen in NNW1/AW
etwa 3 Sm vom Festlande und a Sm von einander. Die Mitte der Insel Vulcan
mitten zwischen beiden Inseln peilt N!4W. Soweit vom Topp aus erkennbar
war, ist die Passage zwischen beiden Inseln offen. Auf den Küstenriffen der
Inseln waren einige Steinblöcke sichtbar, wahrscheinlich Korallen. Auch die
gegenüberliegende Festlandsküste hat hier wieder korallinisches Aussehen,
Oestlich von der Spitze Podbielski liegt hinter den Nielsen-Inseln,
kleinen Korallen-Inseln, eine schöne Bucht, in die man zu beiden Seiten der
Inseln einlaufen kann, und zwar entweder ziemlich dicht unter der südlichen
oder etwas entfernt von der nördlichen, von welcher sich ein Riff nach Land
zu erstreckt. Die Bucht, Prinz Albrecht-Hafen genannt, hat nach Süden zwei
sackartige, über eine Seemeile tiefe Erweiterungen, welche durch eine bewaldete
Landzunge, von der ein Riff ausgeht, von einander getrennt sind. Die „Ottilie“
ankerie im Eingange der westlichen Erweiterung ca 1'/2 Kabllg. von der süd-
lichen Nielsen-Insel auf 18 m Wasser.
Dem Eingange der Bucht gegenüber treten steile Hügel an die bewaldete
Küste, und an der Südseite derselben ist ein kleiner Wasserlauf, der jedoch
an der Küste einen Sumpf bildet, so dafs er nur weiter Oberhalb trinkbares
Wasser liefern kann. Im südlichen Winkel der Bucht mündet ein Creek, dessen
Wasser aber brackig und unbrauchbar war. Nach der Wasserfarbe zu urtheilen
(Auslothungen wurden nicht vorgenommen), bieten beide Erweiterungen des
Prinz Albrecht-Hafens geschützte und gute Ankerplätze für eine ganze Anzahl
von Schiffen. Im nördlichen Theile der Bucht liegt ein größfseres Dorf, an der
Westseite der westlichen Erweiterung ein kleineres. Dort läuft ein gut kennt-
liches, ganz flaches Korallenriff, mit einigen Bäumen darauf, etwa 1 Kabllg. in
der Richtung auf die Nielsen-Inseln aus.
Nordwestlich von dem Prinz Albrecht-Hafen liegt noch eine zweite Bucht,
die aber nicht näher untersucht worden ist.
Hinter derselben beginnt schöner Sandstrand, mit vielen Palmen und
Dörfern besetzt. Die „Ottilie“ passirte hier innerhalb eines Riffes, welches in
SSW von der Mitte der Insel Vulcan, ungefähr 1 Sm von der Küste ab, liegt.
Nach Passiren desselben und der Spitze Podbielsky that sich eine Bucht
auf, in deren Mitte eine kleine Korallen-Insel liegt; die „Ottilie“ lief zwischen
Insel und Küste hindurch und fand hier über 11m Wasser. Die Bucht erhielt
den Namen Potsdam-Hafen. Auf der anderen Seite der nur einige Kabellängen
vom Boden der Bucht gelegenen Insel kann man nöthigenfalls ankern und liegt
gegen alle Winde, mit Ausnahme der nordnordwestlichen, ziemlich geschützt.
An der Süd- und Südwestseite der Bucht liegen Dörfer unter dichten Palmen-
beständen. Von der Potsdam-Insel aus erstreckt sich etwa '/4 Sm nach
Nord ein Riff, ebenso von der die Bucht im Norden begrenzenden Huk.
Es folgen an der Küste auf eine Strecke von 2 bis 3 Sm noch einige,
immer niedriger werdeude Grashügel, welche in das folgende nicht benannte
Kap auslaufen, mit dem das Land flach wird.
Hinter demselben liegt die breite und tiefe Hansa-Bucht mit der flachen
dichtbewaldeten Laing-Insel. Von der gut 3 Sm vom Boden der Bucht liegen-
den Südspitze dieser Insel erstreckt sich ungefähr 1'/s Sın weit flaches Wasser.
Im Boden der Bucht liegt eine durch eine Barre gesperrte Flufsmündung. Voh
hier ist die Bucht nur zwischen Nord und Ost ofen. In dieser Oeffnung liegen
die Inseln Vulcan und Aris und davor die Laing-Insel. Zwei bis drei Kabel-
längen vom Strande findet man hier auf 18 m Wasser daher einen guten und
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