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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 15 (1887)

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Zur Küstenbeschreibung von Kaiser Wilhelms-Land. 
zu empfehlen, man kann aber je nach dem Winde auf einer oder der anderen 
Seite der Insel in 22 m Wasser auf Schlickboden ankern; vom Ankerplatze an 
der Südostseite der Insel peilen die äufsersten Spitzen NO'AN und SO'40, so 
dafs man dort gegen nördliche, westliche und südliche Winde geschützt liegt. 
Ungefähr 12 Sm weiter folgt eine grofse Lagune mit einer davor gelegenen 
Insel, au deren beiden Seiten Eingänge in die Lagune führen. An der östlichen 
ca 500m breiten Oeffnung steht Brandung, während die westlichere allerdings 
nur 200m breit, aber brandungsfrei ist; die Farbe des Wassers innerhalb des 
Einganges deutete auf flaches Wasser. 
In einer Entfernung von 1 Sm folgt eine Bucht, in welche sich ein 
30 bis 40m breiter offener Flufs ergiefst. 
Die folgende Bucht ist ziemlich Jang; vor derselben liegt ein stark 
brandendes, von im Nordwest gelegenen Inseln auslaufendes Riff. Die die 
Bucht im Osten abschliefsende Huk hat gleichfalls ein kleines Riff. Im Boden 
der Bucht mündet ein offener ziemlich grofser Flufs. Die erwähnten Inseln 
bestehen aus einer östlichen Gruppe von drei Korallen-Inseln, die durch ein 
Riff mit einander verbunden sind, und einer westlichen Gruppe von zwei 
Korallen-Inseln, deren westlichste mit der Westhuk der Bucht durch ein Riff 
zusammenhängt. 
Zwischen beiden Inselgruppen führt eine gute Einfahrt in die nächst- 
folgende Bucht, welche durch eine Huk von der ersterwähnten getrennt ist. 
Zwischen Huk und der ersten Inselgruppe ist eine Wasserverbindung, die, nach 
der Wasserfarbe zu urtheilen, tief genug für ein Schiff ist, so dafs man durch 
die westliche Oeffnung in beide Buchten gelangen kann. 
Die „ÖOttilie“ lief in die westliche Bucht ein, welche wieder durch ein 
zum Theil über Wasser gelegenes Felsriff in zwei Theile getrennt ist. Im 
östlichen Theile wurden 27, 22, 18 m Wassertiefe und ein durch die vorliegenden 
Inseln und Riffe völlig geschützter Hafen gefunden, der Prinz Adalbert-Hafen 
benannt wurde, Der östliche Theil der Bucht ist nur in nordöstlicher Richtung 
auf etwa 5 Kompafsstriche offen und bildet daher auch einen guten Hafen; 
doch scheinen hier die Wassertiefen gröfser, denn 1! Kabllg. vom hinteren 
Grunde der Bucht wurden noch 162m gelothet. Es mündet hier ein kleiner 
Flufs oder der Ausflufs einer Lagune, der jedoch durch eine Barre ver- 
schlossen ist, 
Auf der dritten Insel liegt nach der Hafenseite unter Palmen ein grofses 
Dorf. Zwischen den beiden Flüssen der Bucht tritt ein mit Gras und Bäumen 
bestandener ca 80m hoher Hügel dicht an den Strand und steht durch 
eine Hügelkette mit dem Gebirge in Verbindung, welches mehrere Meilen land- 
einwärts liegt. 
Im weiteren Verlauf der Küste bis Pallas-Spitze folgt nun eine lang- 
gestreckte Bucht, an deren südlicher Seite sich eine ca 10m hoch gelegene 
Grasebene ausdehnt. Im Grunde der Bucht steht Brandung und münden zwei 
Flüsse, einer in der Nähe der Grasebene, der andere nicht weit von der 
Pallas-Spitze. 
Hinter der letzteren Spitze deutete gelbgrünes Wasser auf einen gröfseren 
Fluß. Zwei Flufsmündungen wurden bemerkt; vor der östlichen lagen Riffe, 
welche eine Annäherung verhinderten; es wurde daher auf die westliche zu- 
gehalten, der auch, wie sich herausstellte, das Wasser die gelbe Färbung ver- 
dankte. Der Flufs ist hinter der Mündung, hinter der er sich zu theilen scheint, 
mehrere hundert Meter breit und, aus NO gesehen, offen, jedoch steht vor der 
ganzen Mündung Brandung, die aus der genannten Richtung auf das Westufer 
zu am geringsten ist. Bei der Mündung liegt ein Dorf. 
In nordnordwestlicher Richtung von der Flufsmündung und in SO von 
Neptun-Spitze, die Mitte der Insel Dampier in 0!/4S, war ein brandendes Riff 
sichtbar. Beim Heraussteuern aus der Bucht wurde dicht bei einer flachen Stelle 
passirt. Es war schon zu dunkel, um die Lage dieser Untiefen genau festlegen 
zu können, man vermeidet sie jedoch sicher, wenn man sich bei der Fahrt längs 
der Küste in einem Abstande von 2—3 Sm von den Huken hält, 
Am nächsten Tage, den 6. November, ankerte die „Ottilie“ in Hatz- 
feldt-Hafen, Von hier aus wurde per Dampfboot ein östlich der Samoa-Huk 
gelegener Flufßs aufgesucht, bei dem aber leider der durch den aufgekommenen
	        
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